Trocknungsgeräte sicher betreiben: Steckdose, Kabel und Brandschutz
Die Antwort in Kürze
Trocknungsgeräte laufen über Tage ohne Pause, und dafür müssen Steckdose, Kabel und Stromkreis ausgelegt sein: Steckdosenleisten dürfen nach dem Merkblatt VdS 2015 nicht hintereinander gesteckt werden,[1] eine Kabeltrommel wird nach dem Schadeninstitut der öffentlichen Versicherer vollständig abgerollt,[2] und der Hersteller Remko verlangt einen Anschluss an Speisepunkte mit Fehlerstromschutzeinrichtung und frei bleibende Luftöffnungen.[3]
Erst das Wasser, dann die Geräte
Ein Trockner kommt erst in einen Raum, in dem kein Wasser mehr steht. Bis dahin bleibt der Stromkreis dieses Raums an der Sicherung ausgeschaltet. Ist der Sicherungskasten selbst nass, entscheiden Feuerwehr oder Netzbetreiber, wann dort wieder Strom fließt, und einen Keller mit steigendem Wasserstand betritt niemand, auch nicht, um ein Gerät hinunterzutragen.
Das Gerät und vor allem sein Bedienfeld dürfen nach der Anleitung des Herstellers Remko nicht mit Wasser in Kontakt kommen.[3] In extremen Nassbereichen wie Waschküchen oder Duschen sind die Geräte nach der Anleitung bauseits über einen eigenen Fehlerstrom-Schutzschalter abzusichern, und allgemein soll der Anschluss nach VDE 0100 Teil 704 an Speisepunkten mit Fehlerstromschutzeinrichtung erfolgen.[3] Ein FI-Schutzschalter trennt den Stromkreis, sobald Strom über einen falschen Weg abfließt.
Direkt in die Wandsteckdose
Betrieben werden darf der Trockner nach der Remko-Anleitung nur über eine Netzzuleitung mit Erdung, und von Verlängerungskabeln rät der Hersteller ab.[3] Muss das Anschlusskabel doch verlängert werden, gehört das nach der Anleitung in die Hände von Elektrofachpersonal, das Kabellänge, Anschlussleistung und Einsatzort berücksichtigt.[3]
Bewegliche Steckdosenleisten dürfen nach dem Merkblatt VdS 2015 der Versicherungswirtschaft nicht hintereinander gesteckt und durch die angeschlossenen Geräte nicht überlastet werden.[1] Sie sollen offen und zugänglich liegen, damit die entstehende Wärme abziehen kann und sich kein Wärmestau bildet.[1] Hängen zwei Leisten aneinander, sammelt sich die Leistung aller Geräte nach einem Beitrag des Brandschutz-Ingenieurbüros IBR an der ersten Leiste, und mehr Steckplätze bedeuten nicht mehr zulässige Leistung.[4] Auf dem Typenschild steht dafür die Leistungsaufnahme, die Entfeuchtungsleistung beschreibt dagegen nur die Wassermenge.
Die Kabeltrommel ganz abrollen
Wie schnell eine halb aufgerollte Trommel zum Problem wird, beschreibt das Schadeninstitut der öffentlichen Versicherer (IFS) an einem Brand: In einem Reihenhauskeller liefen Waschmaschine und Wäschetrockner mit zusammen bis zu 3200 Watt über eine Kabeltrommel, die nicht vollständig abgerollt war, und sie geriet in Brand.[2] Abgerollt wäre diese Leistung für die Trommel zulässig gewesen.[2]
Fließt Strom durch eine Leitung, entsteht Wärme, und auf einer aufgerollten Trommel kann sie nach dem IFS nicht an die Umgebung abgegeben werden.[2] Auf Kabeltrommeln stehen darum in der Regel zwei Leistungsangaben, und der Wert für die aufgerollte Leitung liegt deutlich niedriger.[2] Der vorgeschriebene Überhitzungsschutz hatte im geschilderten Fall versagt, und das Institut rät, die Trommel einfach vollständig abzurollen.[2] Mehrere Kabeltrommeln hintereinander können nach dem IBR-Beitrag ebenfalls zur Überhitzung der Leitungen führen.[4]
Wie viel ein Stromkreis trägt
An einer Schutzkontaktsteckdose liegen nach dem IBR-Beitrag 230 Volt an, und bei einer Absicherung mit 16 Ampere kann sie theoretisch höchstens 3680 Watt liefern.[4] An einem Stromkreis können aber mehrere Steckdosen und zusätzlich die Beleuchtung hängen, und Steckdosen sind nicht unbedingt für einen Dauerbetrieb an der Höchstleistung ausgelegt.[4] Für viele Geräte zugleich bietet ein Baustromverteiler eigene, abgesicherte Abgänge.
Lösen Leitungsschutzschalter oder Sicherungen immer wieder aus, liegt nach dem VdS-Merkblatt eine Überlastung oder ein Fehler vor.[1] Bei Überlast ist die Anlage zu entlasten, etwa indem Geräte auf andere Stromkreise verteilt werden, und geflickte oder überbrückte Sicherungen sind verboten.[1] Bitten Sie die Trocknungsfirma, Trockner, Ventilatoren und Heizgeräte so auf die Stromkreise zu verteilen, dass keiner dauerhaft an seiner Grenze läuft. Bei einer Wasserschadensanierung mit mehreren Geräten planen wir die Verteilung schon beim Aufbau.
Abstand, Luft und Kältemittel
Zu Wänden ist nach der Remko-Anleitung ein Abstand von mindestens 50 Zentimetern einzuhalten, und die Geräte sollen nicht direkt neben Heizkörpern oder anderen Wärmequellen stehen.[3] Die Öffnungen für den Luftein- und -austritt dürfen nie abgedeckt werden, auf dem Gerät darf nichts abgestellt werden, und brennbare Stoffe und Druckbehälter bleiben mindestens 50 Zentimeter entfernt.[3] Trocknen Sie also keine Wäsche auf dem Trockner und stellen Sie keine Kartons davor.
Das Gerät aus der Remko-Anleitung arbeitet mit dem brennbaren Kältemittel R290, und dafür untersagt die Anleitung den Betrieb in Räumen mit möglichen Zündquellen wie offenen Flammen, Gas- oder Elektroheizungen und Kaminen.[3] Räume mit sechs Quadratmetern Fläche oder weniger sind für das beschriebene Gerät tabu, und nach einem Transport muss es eine Stunde aufrecht stehen, bevor es eingeschaltet wird.[3] Fragen Sie bei der Lieferung, welches Kältemittel im Gerät steckt.
Täglich hinsehen
Bewegliche Leitungen und Stecker sind nach dem VdS-Merkblatt vor Einklemmen, Stößen und Überfahren zu schützen, und an Leitungen darf nichts gehängt oder befestigt werden.[1] Beschädigte Geräte dürfen nicht weiter benutzt werden, auch wenn sie noch laufen.[1] Funken, Lichtbögen, Brandgeruch oder ungewohnte Geräusche weisen nach dem Merkblatt auf einen Fehler hin, und dann ist die Anlage vom Netz zu trennen und eine Elektrofachkraft zu holen.[1]
Den Fehlerstrom-Schutzschalter im Verteiler prüfen Sie nach dem Merkblatt mit der Prüftaste, ohne Herstellerangabe mindestens monatlich.[1] Die Trockner selbst sind nach der Remko-Anleitung je nach Einsatz, aber mindestens einmal im Jahr, von einem Sachkundigen auf ihren sicheren Zustand zu prüfen.[3] Bei Mietgeräten fragen Sie nach dem Prüfaufkleber mit dem Datum der letzten Prüfung und fotografieren ihn für Ihre Unterlagen.
Häufige Fragen
Darf der Bautrockner an eine Steckdosenleiste?
Besser nicht. Der Hersteller Remko rät von Verlängerungskabeln ab.[3] Hintereinander gesteckte Steckdosenleisten sind nach dem Merkblatt VdS 2015 unzulässig.[1]
Warum muss die Kabeltrommel abgerollt sein?
Auf der aufgerollten Trommel kann die Wärme aus der Leitung nicht entweichen, und dieser Wärmestau kann nach dem Schadeninstitut der öffentlichen Versicherer bis zum Brand führen.[2]
24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen
Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.
Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.
Belege
Quellen
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), VdS Schadenverhütung: VdS 2015: Elektrische Geräte und Anlagen, Merkblatt zur Schadenverhütung. Ausgabe 2004-04 (05), Abschnitte 2.1, 2.2, 2.8 bis 2.11 und 2.13. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10
- Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): Was vom Kabel übrig blieb. Schadenbericht vom 28.10.2024. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
- REMKO GmbH & Co. KG (Hersteller): Bedienungsanleitung Mobile Luftentfeuchter ETF 320 Eco. Sicherheitshinweise S. 6 bis 9, Aufstellung und Elektrischer Anschluss S. 14, Pflege und Wartung S. 18. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11
- IBR Ingenieurbüro für den vorbeugenden Brandschutz Sven Renckly: Brandgefahren, Teil 1: Verwendung von Mehrfachsteckdosen und Kabeltrommeln. Beitrag vom 19.02.2025. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
Schadenwissen
Weiterlesen
Leistungen
Passend zu diesem Text
Einsatzgebiet