Zum Inhalt springen
STMB24 GmbH Zur Startseite 24h Notruf 0162 4428440
Aspergillus niger: Topfpflanze mit schwarzem Belag auf der Erde am Fenster, Sporen in der Raumluft, trockene Wand mit Messgerät, Tisch mit Staubschicht und Staubsauger im Wohnraum

Aspergillus niger

Aspergillus niger ist ein Schimmelpilz aus der Gruppe der schwarzen Aspergillen, der relativ oft im Wohnungsstaub und in der Erde von Topfpflanzen auftritt, in feuchten Baustoffen aber verhältnismäßig selten wächst.[1] Die TRBA 460 stuft ihn in die Risikogruppe 2 ein.[2] Infektionen kommen selten vor und betreffen vor allem Menschen mit stark geschwächter Abwehr.[3]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So kommt Aspergillus niger ins Haus

Aspergillus niger, Funktionsweise: Wohnraum mit Topfpflanze auf der Fensterbank und schwarzem Belag auf der Blumenerde, kleine Sporen steigen auf, Feuchtemessgerät zeigt die Wand trocken, Tisch mit abgesetztem Staub und Sporen, Staubsauger nimmt Staubflocken auf

Schematische Darstellung eines Wohnraums: Topfpflanze mit schwarzem Belag auf der Blumenerde am Fenster, kleine Sporen in der Luft, ein Feuchtemessgerät an der trockenen Wand, rechts ein Tisch mit abgesetztem Staub und ein Staubsauger. Die Nummern folgen den Fundorten des Pilzes, seinen Sporen und dem, was ein Befund bedeutet.

  1. Blumenerde mit schwarzem Belag: Auf der Erde von Zimmerpflanzen findet sich Aspergillus niger relativ oft, als schwarzer Belag auf der Oberfläche. Darum gehören Blumentöpfe mit Belag zur Begehung, noch bevor jemand an Bauteile denkt.
  2. Hausstaub: häufiger Fundort: Im Staub einer Wohnung ist der Pilz ebenfalls häufig, unter Möbeln, auf Schränken und in Polstern. Ein Nachweis sagt deshalb noch nichts über einen Feuchteschaden, unter den Feuchteindikatoren des Leitfadens fehlt er.
  3. Kleine Sporen fliegen leicht: Aspergillus-Arten bilden viele kleine, trockene Sporen, die schon eine leichte Luftbewegung verbreitet. Deshalb kann ein Befall die Raumluft rasch belasten, und beim Entfernen befallener Schichten werden viele Sporen frei.
  4. Wand trocken: kein Feuchteindikator: Steht die Art im Befund, messen wir zuerst, ob es überhaupt einen feuchten Baustoff gibt. Zeigt die Wand trockene Werte, liegt die Quelle woanders, und ein Luftwert allein ist kein Grund, Wände zu öffnen.
  5. Abgesetzte Sporen: Kontamination: Sporen, die von draußen hereinkommen oder aus Blumenerde und Staub stammen und sich lose auf Flächen absetzen, sind eine Kontamination. Ein Befall liegt erst vor, wenn sich der Pilz auf einem Material vermehrt.
  6. Außenluft prüfen: im Sommer messbar: Im Sommer kommt Aspergillus niger auch in der Außenluft vor, im Winter liegt er dort bei null. Ohne Vergleichsprobe draußen oder in einem Raum ohne Befall lässt sich ein Innenwert nicht einordnen.
  7. Gründlich reinigen statt Wände öffnen: Findet sich kein nasses Bauteil, hilft eine gründliche Reinigung von Staub und Blumenerde mehr als ein Rückbau. Nur bei einem echten Befall nach einem Wasserschaden wird saniert: Ursache beseitigen, trocknen, befallene Schichten unter Abschottung entfernen, fein reinigen.

Wo Aspergillus niger im Haus auftritt

Aspergillus niger wird häufig als typischer Schimmelpilz der Innenräume genannt.[1] Der Leitfaden des Umweltbundesamts rückt das zurecht: Auf feuchten Baumaterialien findet sich der Pilz verhältnismäßig selten, relativ oft dagegen im Staub der Wohnung und in der Erde, in der Zimmerpflanzen stehen.[1]

Der Leitfaden trennt dabei streng zwischen Befall und Verunreinigung. Ein Befall liegt vor, wenn sich Schimmelpilze auf einem Material vermehren oder vermehrt haben.[1] Eine Kontamination besteht dagegen aus Sporen oder anderen mikrobiellen Partikeln, die von außen hereinkommen, von einem Befall abgegeben werden oder aus Quellen im Raum wie Blumenerde, Lebensmitteln oder Baustaub stammen und sich lose auf Oberflächen absetzen.[1]

In der Tabelle der Feuchteindikatoren, mit der der Leitfaden Arten mit hoher Aussagekraft für Feuchteschäden zusammenstellt, kommt Aspergillus niger nicht vor.[1] Ein Nachweis allein belegt damit noch keinen Feuchteschaden im Bauteil, und um Kontamination und Befall auseinanderzuhalten, empfiehlt der Leitfaden eine parallele Vergleichsmessung in der Außenluft oder in einem Raum ohne Befall.[1] Ob ein Bauteil tatsächlich zu feucht ist, klärt bei der Wasserschadensanierung erst die Messung am Material selbst.

Kommt der Pilz nach einem Wasserschaden ins Spiel, geht es vor jeder Probenahme um den Strom: Die Stromkreise der nassen Räume werden über ihre Sicherungen getrennt, ein dunkler Raum ist noch kein stromloser. Ist der Sicherungskasten überspült, betritt niemand den Raum, bis Feuerwehr oder zuständiger Netzbetreiber eintreffen, und ein Keller, dessen Wasserstand weiter wächst, bleibt tabu.

Schwarze Aspergillen als Artenkomplex

Hinter dem Namen steht ein Artenkomplex. Zu den schwarzen Aspergillen gehören neben Aspergillus niger unter anderem A. acidus, A. aculeatus, A. brasiliensis und A. tubingensis, und für ihre Unterscheidung nennen Leitfaden und medizinische Leitlinie molekulare Marker.[1][4] Ein schwarzer Belag auf einem feuchten Fleck an der Wand lässt sich darum mit bloßem Auge keiner dieser Arten zuordnen.

Die TRBA 460 führt Aspergillus niger heute in der Risikogruppe 2.[2] Die Liste vermerkt für die Art zwei weitere Kennzeichen: A, weil eine allergene Wirkung möglich ist, und T, weil sie Toxine bilden kann.[2] Im Statusfeld steht eine Änderung der Einstufung, und die frühere Varietät Aspergillus niger var. tubingensis wird dort als eigene Art Aspergillus tubingensis geführt, ebenfalls in Risikogruppe 2.[2]

Zusätzlich trägt der Eintrag das Kennzeichen TA. Es steht für Arten, von denen Stämme bekannt sind, die langjährig sicher in technischen Anwendungen gehandhabt wurden, und solche bewährten Stämme können nach den Kriterien der Regel in die Risikogruppe 1 fallen.[2]

Aspergillus niger und Infektionen

In ihrer Risikomatrix zur Infektionsgefährdung ordnet die Umweltmedizin-Kommission am Robert Koch-Institut Aspergillus niger den opportunistisch infektiösen Schimmelpilzen zu.[3] Daneben stehen nicht infektiöse Arten wie Cladosporium herbarum und infektiöse wie Aspergillus fumigatus und Aspergillus flavus.[3]

Thermotolerante Arten, unter ihnen Aspergillus niger, können nach der Mitteilung in seltenen Fällen bei ausgeprägt immunsupprimierten Menschen Infektionen auslösen.[3] Die medizinische Leitlinie beschreibt Schimmelpilzmykosen als opportunistische Infektionen, die eine verminderte Abwehrlage voraussetzen, und betont, dass die thermotoleranten Arten der Risikogruppe 2 gesunde Menschen nur selten infizieren.[4]

In ihrer Übersicht über Pilzinfektionen und ihre Erreger führt die Leitlinie den Aspergillus-niger-Komplex unter den Aspergillosen, mit den Risikogruppen 1 und 2 nach TRBA 460.[4] Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko sollen nach der Leitlinie individuell ärztlich über Folgen und Vorbeugung beraten werden.[4] Stark immungeschwächten Menschen rät der Leitfaden des Umweltbundesamts, zu Hause Räume mit Schimmelbefall und andere Schimmelpilzquellen wie Biomüll oder Zimmerpflanzen zu meiden, ebenso Räume mit Feuchteschäden und Keller.[1]

Warum Aspergillus niger Wärme verträgt

Schimmelpilze lassen sich nach ihrem Temperaturbereich einteilen, und Aspergillus-Arten bevorzugen nach dem Umweltbundesamt höhere Temperaturen, sie zählen zum großen Teil zu den thermotoleranten Pilzen.[1] Für diese Gruppe gibt der Leitfaden ein Minimum von 0 bis 5 °C, ein Optimum von 30 bis 40 °C und ein Maximum um 50 °C an.[1]

Die Umweltmedizin-Kommission und die medizinische Leitlinie führen Aspergillus niger ausdrücklich unter den thermotoleranten Arten.[3][4] Zum Vergleich finden die mesophilen Schimmelpilze, zu denen die wichtigsten Vertreter von Penicillium gehören, in unseren Breiten außerhalb von Räumen am ehesten ihre besten Bedingungen.[1]

Sporen, die leicht in die Luft gelangen

Das Umweltbundesamt unterscheidet Schimmelpilze danach, wie gut ihre Sporen fliegen. Arten der Gattungen Penicillium und Aspergillus gelten als Leitarten für relativ kleine Sporen, die in großer Zahl entstehen, nicht in eine Schleimmatrix eingebettet sind und schon durch leichte Luftbewegungen verbreitet werden.[1] Ein Befall mit solchen Arten kann zu erhöhten Konzentrationen in der Luft führen.[1]

Bei der mikroskopischen Gesamtsporenzählung lassen sich Gattungen nur sehr eingeschränkt bestimmen, und die Bewertungshilfe fasst Sporen von Penicillium und Aspergillus zu einem gemeinsamen Typ zusammen.[1] Bei einer Differenz von mehr als 800 Sporen je Kubikmeter zwischen Innen- und Außenluft spricht die Tabelle für diesen Typ von einer wahrscheinlichen Quelle im Raum, bis 300 Sporen je Kubikmeter von einer unwahrscheinlichen.[1]

Für eine Sanierung folgt daraus, dass beim Entfernen befallener Schichten viele Sporen freiwerden können, und Abschottung und Feinreinigung gehören darum dazu.[1]

Messwerte in Außen- und Innenraumluft

Wie viel Aspergillus niger ohne besonderen Anlass in der Luft vorkommt, zeigt eine Erhebung von Hintergrundkonzentrationen aus dem Jahr 2004, die der Leitfaden als Orientierung abdruckt.[1]

Aspergillus niger: Orientierungskonzentrationen in KBE je Kubikmeter
Messort und Jahreszeit 5. Perzentil Median 95. Perzentil
Außenluft, Winter 0 0 0
Außenluft, Sommer 0 10 40
Innenraumluft, Winter 0 0 20
Innenraumluft, Sommer 0 0 40

Werte aus Anlage 7 des Leitfadens des Umweltbundesamts, Erhebung im Rahmen eines UFOPLAN-Vorhabens von 2004.[1]

Für eine einzelne Art mit guter Verbreitung über die Luft, als Beispiel nennt die Bewertungshilfe für kultivierbare Schimmelpilze Aspergillus-Arten, spricht eine Differenz zwischen Innenraum- und Außenluft bis 50 KBE je Kubikmeter gegen eine Quelle im Raum, über 100 KBE je Kubikmeter gilt eine Quelle als wahrscheinlich.[1] Dazwischen ist eine Quelle im Innenraum möglich.[1]

Die Orientierungswerte zeigen auch, warum ein Vergleich mit der Außenluft unverzichtbar ist: Im Sommer ist Aspergillus niger dort messbar, im Winter lag er in der Erhebung bei allen drei Kennwerten bei null.[1]

Was wir bei einem Befund mit Aspergillus niger tun

Steht Aspergillus niger in einem Laborbefund, prüfen wir zuerst, ob es überhaupt einen feuchten Baustoff als Quelle gibt, und messen dazu die Feuchte in Wänden und Böden. Findet sich keine nasse Stelle, kommen nach dem Leitfaden auch Hausstaub oder die Erde von Zimmerpflanzen als Herkunft in Frage.[1] In diesem Fall hilft eine gründliche Reinigung mehr als ein Rückbau, und ein Messwert aus der Luft ohne nasses Bauteil ist für uns kein Grund, Wände zu öffnen. Blumentöpfe mit sichtbarem Belag auf der Erde nehmen wir bei der Begehung mit auf, bevor über Bauteile entschieden wird.

Ist ein Bauteil nach einem Wasserschaden tatsächlich befallen, sanieren wir wie bei jedem anderen Schimmelpilz: Ursache beseitigen, technisch trocknen, befallene Schichten unter Abschottung entfernen und fein reinigen. Leben im Haushalt Menschen mit geschwächtem Immunsystem, stimmen wir Ablauf und Schutzmaßnahmen vorher mit ihnen ab.

24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen

Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.

Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.

0162 4428440 24h Notruf

Belege

Quellen

  1. Umweltbundesamt (UBA): Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden. Stand 2024, Kapitel 1.1 (S. 15), Kapitel 1.2.2 mit Tabelle 2 Feuchteindikatoren (S. 21 und 22), Kapitel 1.2.3 mit Tabelle 4 Wachstumstemperaturen (S. 25), Kapitel 2.3 Infektionen (S. 45), Kapitel 5.2 mit Tabelle 9 und Tabelle 10 (S. 116 bis 119), Anlage 2 mit der Tabelle der Artenkomplexe (S. 154) und Anlage 7 (S. 180 bis 182). Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20↑21↑22↑23
  2. Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS), Textfassung im Medienportal der BG BAU: TRBA 460: Einstufung von Pilzen in Risikogruppen, Nummer 3 Einstufungen der Pilze. Nummer 3.3 Anmerkungen zu den Listen und Liste 3.4, Einträge Aspergillus niger und Aspergillus tubingensis. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
  3. Robert Koch-Institut (RKI), Bundesgesundheitsblatt: Schimmelpilzbelastung in Innenräumen: Befunderhebung, gesundheitliche Bewertung und Maßnahmen. Mitteilung der Kommission Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin. Bundesgesundheitsblatt 10/2007, Abschnitte 3.3 Infektionen und 6.3 Infektionen mit Risikomatrix 2. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
  4. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): S2k-Leitlinie Medizinisch klinische Diagnostik bei Schimmelpilzexposition in Innenräumen, Update 2023, Langfassung. Register-Nr. 161/001, Tabelle 3 Artenkomplexe, Tabelle 7 Schimmelpilzmykosen und ihre Erreger und Abschnitt Schimmelpilzinfektionen. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
Nach oben 24h Notruf 0162 4428440