Zum Inhalt springen
STMB24 GmbH Zur Startseite 24h Notruf 0162 4428440
Holzbalkendecke: Altbaudecke im Schnitt mit Dielen, Balken, Lehmschüttung und Putz, nasse Schüttung nach einem Wasserschaden, Waschmaschine oben, Heizgerät im Raum darunter

Holzbalkendecke

Auch: Balkendecke

Die Holzbalkendecke ist eine Geschossdecke aus Holzbalken, zwischen denen in Altbauten meist ein Einschub mit einer Schüttung liegt, oben ein Blindboden oder eine Dielung, unten der Deckenputz. Im Versuch des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik blieb die Lehmschüttung einer solchen Decke nach einem Wasserschaden ohne Geräte zwei Monate lang nass, während der Putz an der Unterseite längst trocken war.[1]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So hält eine Holzbalkendecke das Wasser

Holzbalkendecke, Funktionsweise: Altbaudecke im Schnitt mit Dielen, Holzbalken, Einschub, Lehmschüttung und Deckenputz, Wasser aus der Waschmaschine tropft durch die Dielen in die nasse Schüttung, Balkenkopf in der Wand, Heizgerät gibt Wärme von unten an die Decke

Schematische Darstellung einer Altbaudecke im Schnitt nach einem Wasserschaden, mit Dielen, Balken, Einschub, Lehmschüttung und Putz. Die Nummern folgen dem Aufbau von den Dielen bis zur Wärme von unten.

  1. Dielen auf Holzbalken: Oben liegt die Dielung auf den Holzbalken. Ausgelaufenes Wasser tropft durch die Fugen der Dielen in die Decke, bevor es jemand bemerkt.
  2. Einschub trägt die Schüttung: Zwischen den Balken liegt der Einschub aus Brettern, darauf die Schüttung aus Lehm oder aus Schlacke und Holzkohle. Sie nimmt das Wasser auf und hält es.
  3. Putz unten ist trocken: Im Versuch des Fraunhofer-Instituts waren die verputzten Unterseiten beider Decken schon nach einem Monat trocken. Von unten sieht die Decke dann unauffällig aus.
  4. Lehm nass: 98 % nach 2 Monaten: In der Lehmschüttung zeigten die eingebetteten Holzplättchen nach einem Monat 99 und nach zwei Monaten 98 Masseprozent, in der Schlackeschüttung 83 und 68. Die Schüttung bleibt nass, während der Putz trocken ist.
  5. Balkenkopf in der Wand: kaum Luft: Die Balkenköpfe liegen im Mauerwerk, dorthin kommt kaum Trocknungsluft. Zur Beurteilung dienen Schwing- und Hammerprobe, Bohrwiderstand, Endoskopie und die Messung der Materialfeuchte.
  6. Holz über 20 %: Pilze wachsen: Holz unter 20 Prozent Feuchte gilt als trocken. Der Balken in der Lehmdecke lag auch nach zwei Monaten deutlich darüber, und ab etwa 25 Prozent kann der Echte Hausschwamm wachsen.
  7. Wärme von unten: Mit Trocknungsgeräten war die Schlackeschüttung nach fünf Wochen trocken, der Lehm noch nass. Erst ein Durchgang mit Intervallbetrieb und Wärme von der Unterseite trocknete die Lehmschüttung ausreichend.

Der Versuch am Fraunhofer-Institut

Im Auftrag von Gebäudeversicherern durchfeuchtete das Stuttgarter Fraunhofer-Institut zwei Holzbalkendecken im Klimasimulator etwa sechs Stunden lang mit Leitungswasser, eine mit einer Schüttung aus Hochofenschlacke und Holzkohle, eine mit Lehmpellets.[1] Danach trockneten beide zunächst ohne Geräte, einen Monat lang im Raumklima von 20 °C bei 60 Prozent Luftfeuchte und einen weiteren Monat ohne Klimasteuerung.[1]

Die Unterseiten beider Decken, halb mit Gipsputz und halb mit Kalkzementputz verputzt, waren schon nach dem ersten Monat trocken. In den Schüttungen zeigten eingebettete Balsaholzplättchen dagegen weiter hohe Werte: in der Schlacke 83 Masseprozent nach einem Monat und 68 nach zwei Monaten, im Lehm 99 und 98 Masseprozent.[1]

Holzbalkendecken im Versuch: Trocknung ohne Geräte
Messstelle vorher nach dem Wasserschaden nach einem Monat nach zwei Monaten
Schlackeschüttung, Balsaplättchen 18 M-% 100 M-% 83 M-% 68 M-%
Balken in der Schlackedecke, Längsseite 14 M-% 27 M-% etwa 23 M-% 24 M-%
Lehmschüttung, Balsaplättchen 19 M-% 100 M-% 99 M-% 98 M-%
Balken in der Lehmdecke, Längsseite 15 M-% 74 M-% etwa 50 M-% 47 M-%

Fraunhofer IBP, Prüfbericht P17-027.1/2017, erster Versuchsabschnitt. M-% steht für Masseprozent.[1]

Der Balken in der Lehmdecke lag damit auch nach zwei Monaten deutlich über dem Wert von 20 Masseprozent, den das Institut als für Holz häufig genannten Grenzwert anführt, der Balken in der Schlackedecke 3 bis 4 Prozentpunkte darüber.[1] Der Blindboden der Lehmdecke stand nach vier Wochen bei etwa 33 und nach weiteren vier Wochen bei etwa 27 Masseprozent.[1]

Mit Trocknungsgeräten

Im zweiten Durchgang wurden die Decken erneut sechs Stunden bewässert und etwa fünf Wochen mit verschiedenen Geräten getrocknet. Die Schlackeschüttung war danach trocken, ihre Balsaplättchen fielen auf 11 Masseprozent, und die Längsseiten des Balkens sanken auf etwa 15 Masseprozent.[1]

Die Lehmschüttung war nach fünf Wochen im Mittel immer noch nass, die Plättchen zeigten 53 Masseprozent, während der Blindboden mit etwa 12 Masseprozent getrocknet war.[1] An der Stirnseite des Balkens stieg der Feuchtegehalt während dieser Trocknung sogar leicht, auf 25 Masseprozent.[1] Erst ein dritter Durchgang mit Intervallbetrieb und Wärme von der Unterseite trocknete die Lehmschüttung ausreichend.[1]

Für die Planung folgt daraus: Eine Schlackeschüttung lässt sich mit Geräten in wenigen Wochen trocknen, eine Lehmschüttung kaum. Was im Einschub liegt, steht aber erst fest, wenn die Decke geöffnet oder durch eine Bohrung angesehen wurde. Ob man eine nasse Holzbalkendecke trocknet oder öffnet, hängt darum vor allem von dieser Füllung ab.

Warum die Holzfeuchte zählt

Holzzerstörende Pilze brauchen feuchtes Holz. Das Institut für Holzqualität und Holzschäden bezeichnet Holz unter 20 Prozent Holzfeuchte als trocken, in einigen Veröffentlichungen gilt mit einem Sicherheitszuschlag von 5 Prozentpunkten ein Wert von 15 Prozent.[2] Trockenes Holz kann der Echte Hausschwamm danach nicht abbauen, wenn einem Gebäude nach einer Sanierung die Feuchtigkeit nachhaltig entzogen wurde.[2]

In Gebäuden wurden nach dem Merkblatt bisher über 130 verschiedene holzzerstörende Ständerpilze nachgewiesen, und für acht Hausfäulepilze ist belegt, dass sie anorganisches Material durchwachsen, neben dem Echten und dem Wilden Hausschwamm etwa der Braune Kellerschwamm.[2] Unter günstigen Umständen bewachsen einige auch trockeneres Holz, wenn eine aktuelle Feuchtequelle nah liegt, etwa 20 Zentimeter entfernt, ohne das Holz dabei abzubauen.[2]

Als Feuchtequellen nennt das Merkblatt vor allem Regen-, Grund- und Brauchwasser, dazu Kondenswasser, während der pilzeigene Wassertransport über kurze Strecken und das Atmungswasser der Pilze eine untergeordnete Rolle spielen.[2] Oft ist nur ein kleiner Bereich durchnässt, und die Holzfeuchte nimmt von der Quelle aus ab, sodass im selben Bauteil sehr unterschiedliche Werte vorkommen.[2]

Der Echte Hausschwamm

Als gefährlichsten gebäudezerstörenden Pilz nennt das Umweltbundesamt den Echten Hausschwamm, Serpula lacrymans, der in Mitteleuropa etwa 32 Prozent der pilzbedingten Gebäudeschäden verursacht.[3] Er kann Mauerwerk, Putz und Schüttungen über- und durchwachsen und heißt darum auch Mauerschwamm.[3]

Sein Temperaturoptimum liegt nach dem Amt bei 18 bis 22 °C, ab etwa 25 Prozent Holzfeuchte kann er wachsen, optimal sind 35 bis 55 Prozent, und unter 20 Prozent Holzfeuchte oder über 26 °C stellt er das Wachstum ein.[3] Sind tragende Teile wie Balkenköpfe befallen, ist eine Sanierung aus statischen Gründen zwingend, und bei einem entsprechenden Befall kann Einsturzgefahr bestehen.[3]

Die Sporen sind langlebig. Das Institut für Holzqualität und Holzschäden verweist auf Belege, nach denen Basidiosporen des Echten Hausschwamms zwanzig Jahre überdauern, und beschreibt, wie der Pilz als Spore auf den nächsten Wasserschaden wartet.[2] Als Myzel in trockenem Holz überdauerte er in einer dort zitierten Untersuchung aus dem Jahr 1972 dagegen nur ein Jahr, andere Hausfäulepilze bis zu elf Jahre.[2]

Nach DIN 68800-4 gehört zur Sanierung unter anderem, die Ursache der Feuchte zu beseitigen, sichtbaren Befall zu entfernen und befallene Hölzer mit einem Sicherheitsabstand von einem Meter auszutauschen.[3] In einigen Bundesländern ist ein Befall meldepflichtig, Auskunft geben die Landesbauordnung oder die Gesundheitsämter.[3]

Zu erkennen ist der Pilz nach dem Umweltbundesamt an rötlich-bräunlichen Fruchtkörpern mit scharf abgegrenztem weißem Rand, an der rostbraunen Fruchtschicht und am weißen, durchscheinenden Luftmyzel, bei Zweifeln klären mikroskopische oder molekularbiologische Untersuchungen im Labor.[3] Ein Gesundheitsschädling ist der Echte Hausschwamm nach dem Amt nicht, manche Menschen reagieren aber allergisch auf seine Sporen, und seine eiweiß- und wasserreichen Fruchtkörper sind ein Nährboden für Schimmelpilze.[3]

Balkenköpfe und Auflager

Die Balkenköpfe liegen im Mauerwerk, und dorthin kommt kaum Trocknungsluft. Im ersten Versuchsabschnitt des Fraunhofer-Instituts waren sie vom Wasserschaden nicht betroffen, im zweiten sank der Feuchtegehalt an der Stirnseite des Balkens in der Schlackedecke mit Geräten im Mittel auf 20,4 Masseprozent.[1]

Zur Beurteilung eines Befalls nennt das Umweltbundesamt Schwing- und Hammerprobe, Messungen des Bohrwiderstands, endoskopische Untersuchungen und die Bestimmung der Materialfeuchte, und oft müssen die befallenen Hölzer vollständig freigelegt werden.[3] Bei fortgeschrittenem Befall mit Braunfäule reißt das Holz quer und längs zur Faser würfelartig und zerfällt im Endstadium schon bei leichtem Druck.[3]

Vorbeugen nach einem Wasserschaden

Nach einem größeren Wasserschaden, etwa durch einen Rohrbruch oder eine übergelaufene Badewanne, sind die betroffenen Räume nach dem Umweltbundesamt ausreichend zu trocknen, gegebenenfalls mit einem Bautrockner, der dem Raum Feuchtigkeit entzieht.[3] Unterbodenräume brauchen eine ausreichende Belüftung, und einzubauende Hölzer sind auf Pilzbefall zu untersuchen.[3]

Temperaturen ab 50 °C töten den Echten Hausschwamm nach dem Umweltbundesamt ab, mit Heißluft liegen langjährige Erfahrungen aus Dänemark vor, und die Behandlung gehört in die Hand von Fachbetrieben.[3]

Eichenholz ist nach dem Amt kein gutes Substrat für den Echten Hausschwamm und wird eher überwachsen als durchwachsen, weil Gerbsäuren und andere Inhaltsstoffe als natürliche Fungizide wirken, einen absoluten Schutz bietet die Holzart allein aber nicht.[3]

Wie wir Holzbalkendecken nach einem Wasserschaden behandeln

Wir klären zuerst, was im Einschub liegt, durch eine kleine Öffnung oder eine Endoskopie, und messen die Holzfeuchte an Balken und Blindboden. Liegt Lehm in der Decke, planen wir das Öffnen früh ein, weil er sich kaum trocknen lässt.

Balkenköpfe an Außenwänden legen wir frei, wenn Wasser bis dorthin gelaufen sein kann. Gemessen wird so lange, bis das Holz dauerhaft unter 20 Prozent Holzfeuchte liegt.[2]

24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen

Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.

Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.

0162 4428440 24h Notruf

Belege

Quellen

  1. Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP): Prüfbericht P17-027.1/2017: Trocknungsverhalten von Fußbodenaufbauten und angrenzenden Wänden sowie von Deckenaufbauten mit natürlicher und mechanischer Trocknung nach einem Wasserschaden. Stuttgart, 28.02.2017, Abschnitte 3.2, 3.4 und 3.5, S. 6 bis 9. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12
  2. Institut für Holzqualität und Holzschäden, Dr. Rehbein und Dr. Huckfeldt GbR: Merkblatt: die Holzfeuchte und der Echte Hausschwamm. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
  3. Umweltbundesamt: Echter Hausschwamm. zuletzt aktualisiert 22.09.2026. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14

Leistungen

Passend zu diesem Begriff

Nach oben 24h Notruf 0162 4428440