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Schwarzer Parkettkleber beim Rückbau: Wie gefährlich ist PAK?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Schwarzer Kleber unter altem Parkett kann Teer enthalten und damit PAK, von denen viele nach der Verbraucherzentrale NRW krebserzeugend wirken können.[1] Ein heller Kleber scheidet nach den PAK-Hinweisen der Bauministerkonferenz als Teerkleber aus, bei dunklem wird zuerst der Gehalt an Benzo[a]pyren bestimmt.[2] Entfernt wird ein belastetes Parkett von einer Fachfirma nach der Handlungsanleitung der BG BAU, mit Schutzanzug und Atemschutz.[3]

Nach dem Wasserschaden: erst sichern

Hat ein Wasserschaden altes Parkett aufgeworfen, wird zuerst das Wasser gestoppt, und die Sicherung für den nassen Raum wird ausgeschaltet. Ist der Sicherungskasten feucht geworden, überlassen Sie ihn der Feuerwehr oder dem Netzbetreiber, und ein Keller, in dem das Wasser noch zunimmt, wird nicht betreten.

Danach reißt niemand die Stäbe heraus. In Altbauten kann unter dem Parkett ein schwarzer Kleber liegen, und beim Ausbrechen, Schleifen oder Zusammenkehren entsteht Staub, der dann in der ganzen Wohnung landet. Nehmen Sie lose Stäbe vorsichtig auf, ohne zu kehren, und lassen Sie den Kleber prüfen, bevor weiter zurückgebaut wird.

Woran Teerkleber zu erkennen ist

Teerklebstoffe waren nach den PAK-Hinweisen der Bauministerkonferenz für Parkettböden bis in die 50er Jahre üblich, für Stabparkett vereinzelt noch bis spät in die 70er Jahre.[2] Selbst in Bitumenklebern konnten nach den Hinweisen bis etwa 1981 nennenswerte Anteile von Teer stecken.[2] Kalt streichbare Parkettmassen wurden nach den Hinweisen auch auf Unterlagen wie bituminierte Spanplatten, Torfoleumplatten oder Bitumenkorkplatten aufgebracht, die bei einem Wasserschaden mit nass werden.[2]

Klebstoffe mit Teer oder Bitumen erkennt man nach den Hinweisen an der dunklen Farbe, und ein Kleber, der weder schwarz noch dunkel ist, scheidet als Teerkleber aus.[2] Bei dunklem Klebstoff wird zunächst die Konzentration an Benzo[a]pyren festgestellt, etwa mit einer Probe aus einer Bohrung oder nach Entfernen eines Stabes am Rand.[2] Erst wenn das Ergebnis vorliegt, werden die Bodenbelagsarbeiten mit den passenden Schutzmaßnahmen geplant.

Warum PAK gefährlich sind

In der Gruppe der PAK gibt es nach der Verbraucherzentrale NRW viele krebserzeugende Substanzen, und beim Entfernen eines mit Teerkleber verlegten Parketts ist es wichtig, eine Verunreinigung der Wohnung mit PAK-haltigen Stäuben zu vermeiden.[1] Gemessen wird stellvertretend für die ganze Gruppe Benzo[a]pyren.[1]

Benzo[a]pyren ist nach der Handlungsanleitung der BG BAU nach Gefahrstoffrecht als krebserzeugend und erbgutverändernd eingestuft, und es gelangt über die Atemwege und ebenso über die Haut in den Körper.[3] Bei intensivem Hautkontakt kann die über die Haut aufgenommene Menge größer sein als die eingeatmete.[3]

Wer das Parkett entfernen darf

Die Verbraucherzentrale NRW rät, eine Firma zu wählen, die nach der Handlungsanleitung der Berufsgenossenschaft zum Entfernen PAK-haltiger Klebstoffe arbeitet und deren Mitarbeiter einen gefahrstoffbezogenen Sachkundelehrgang besucht haben, und dabei sind die Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 524 und 551 zu beachten.[1] Geeignete Betriebe findet man nach der Verbraucherzentrale über die Suchfunktion der Handwerkskammer oder beim Gesamtverband Schadstoffsanierung.[1]

Bei der Arbeit wird PAK-haltiges Material nach der BG BAU mit staubarmen Verfahren entfernt, Geräte werden direkt abgesaugt, und beim Ausbrechen des Parketts wird der Staub, soweit möglich, durch kontinuierliches Anfeuchten verringert.[3] Kleinabfälle werden mit einem Industriesauger der Staubklasse H aufgenommen.[3] Im Arbeitsbereich sind Essen, Trinken und Rauchen verboten, und außerhalb des Schwarzbereichs muss eine Waschgelegenheit vorhanden sein.[3]

Schwarzbereich und Schutzausrüstung

Staubbelastete Arbeitsbereiche sind nach den PAK-Hinweisen von benachbarten Bereichen zu trennen, etwa durch Abkleben von Öffnungen mit Folie, schwer zu reinigende Gegenstände werden staubdicht abgedeckt, und Unbefugte dürfen den Arbeitsbereich nicht betreten.[2] Der Zugang zum Schwarzbereich erfolgt mindestens durch eine Einkammerschleuse.[2]

Zur Schutzausrüstung gehören nach der BG BAU Handschuhe aus Nitril oder Butylkautschuk, zertifizierte Staubschutzanzüge vom Typ 5 mit Einweg-Überziehschuhen und Atemschutz mindestens der Filterklasse P2.[3] Vor der Aufhebung des Schwarzbereichs wird alles feingereinigt: glatte Flächen feucht gewischt, raue Flächen mit einem Industriesauger der Kategorie H abgesaugt.[3]

Freimessung und Entsorgung

Der Erfolg der Sanierung sollte nach der Verbraucherzentrale NRW nach den Arbeiten und der Feinreinigung durch eine Kontrollmessung nachgewiesen werden.[1] Nach der Sanierung sollte die Raumluft den vorläufigen Leitwert des Ausschusses für Innenraumrichtwerte für Benzo[a]pyren einhalten, festgelegt im Jahr 2021 auf 0,80 Nanogramm je Kubikmeter.[1] Je nach Kleber können bei der Freimessung auch PCB, Dioxine und Furane eine Rolle spielen.[1]

Das entfernte Parkett mit PAK-haltigem Kleber ist nach den PAK-Hinweisen grundsätzlich als Abfall mit schädlichen Verunreinigungen einzustufen, ebenso belasteter Bauschutt.[2] Lassen Sie sich die Entsorgungsnachweise geben, und legen Sie sie mit dem Laborbericht und dem Messprotokoll zur Schadenakte.

Wenn das Parkett bleiben kann

Ist das Parkett noch intakt, sind nach der Verbraucherzentrale NRW auch andere Maßnahmen möglich, etwa eine Versiegelung, um die Belastung zu verringern, und auch dann sollte der Erfolg gemessen werden.[1] Nach der Verbraucherzentrale sehen die PAK-Hinweise Maßnahmen in Wohnräumen vor, wenn der frische Hausstaub über 100 Milligramm Benzo[a]pyren pro Kilogramm enthält, bei Kleinkindern im Haushalt schon über 10 Milligramm.[1]

Wird altes Parkett nur abgeschliffen und neu versiegelt oder mit einem neuen Belag überdeckt, haben die Arbeiter nach der BG BAU keinen Umgang mit dem alten Kleber, und PAK-spezifische Schutzmaßnahmen sind dann im Allgemeinen nicht nötig.[3] Nach einem Wasserschaden ist das aber nur eine Möglichkeit, wenn das Parkett fest liegt und der Untergrund getrocknet werden kann, ohne Stäbe herauszunehmen. Gelingt das, holt die Wasserschadensanierung die Feuchte über Bohrungen in den Randbereichen heraus, ohne den Kleber flächig freizulegen.

Häufige Fragen

Ist jeder schwarze Parkettkleber gefährlich?

Nicht jeder, aber jeder schwarze oder dunkle Kleber sollte nach den PAK-Hinweisen auf Benzo[a]pyren untersucht werden.[2] Ist er nicht dunkel gefärbt, kann ein Teerkleber ausgeschlossen werden.

Darf ich altes Parkett mit Teerkleber selbst herausreißen?

Davon ist abzuraten. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt eine Fachfirma, die nach der Handlungsanleitung der BG BAU arbeitet und die TRGS 524 und 551 beachtet.[1]

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Belege

Quellen

  1. Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V.: Parkett mit PAK-haltigem Kleber: Welche Firma kann es entfernen? Stand 13.07.2025. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11
  2. Projektgruppe Schadstoffe der Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz (ARGEBAU), veröffentlicht vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr: Hinweise für die Bewertung und Maßnahmen zur Verminderung der PAK-Belastung durch Parkettböden mit Teerklebstoffen in Gebäuden (PAK-Hinweise). Fassung April 2000, Einleitung, Abschnitte 4, 6 und 7. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10
  3. Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU): Sanierung PAK-haltiger Klebstoffe: Handlungsanleitung zum Entfernen PAK-haltiger Klebstoffe für Holzfußböden. Ausgabe 4/2015, Einstufungen, Schutzmaßnahmen und Persönliche Schutzausrüstung. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
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