Ausbildung Holz- und Bautenschützer: Fachrichtung Bautenschutz und Gesellenprüfung
Die Antwort in Kürze
Die Ausbildung zum Holz- und Bautenschützer dauert nach der Ausbildungsverordnung drei Jahre und teilt sich nach den gemeinsamen Inhalten in die Fachrichtung Holzschutz oder Bautenschutz.[1] In der Fachrichtung Bautenschutz lernst du nach der IHK Ostwestfalen, Schäden an Bauwerken zu erkennen, durchfeuchtete Bauwerke zu trocknen und Gebäude vorbeugend gegen Feuchtigkeit und Pilzbefall zu schützen.[2]
Was die Fachrichtung Bautenschutz ausmacht
Holz- und Bautenschützer der Fachrichtung Bautenschutz sorgen nach der IHK Ostwestfalen dafür, dass Bauwerke auf lange Sicht stabil und sicher bleiben, indem sie geschädigte Bauteile sanieren und Gebäude vorbeugend schützen.[2] Gearbeitet wird danach vor allem auf Baustellen und in Sanierungsprojekten, etwa in Sanierungs- und Bautenschutzunternehmen, in Bauunternehmen mit Schwerpunkt Sanierung und in Handwerksbetrieben der Bauwerksinstandsetzung.[2]
Nur in dieser Fachrichtung stehen nach der Verordnung das Prüfen und Beurteilen erdberührter Bauwerksteile, das Vorbereiten und Ausführen abdichtender Injektionen, mechanische Horizontalsperren sowie das Analysieren und Sanieren von Schäden durch Feuchtigkeit und Salze auf dem Plan.[1]
Im Keller nach einem Wasserschaden sind das die Fragen, die auf der Baustelle zuerst gestellt werden: Kommt die Feuchte von außen durch die Wand, steigt sie aus dem Fundament auf oder stammt sie aus einer Leitung, und mit welchem Verfahren bleibt sie dauerhaft draußen. Ein Holz- und Bautenschützer misst, wo die Feuchte sitzt, wählt das Abdichtungsverfahren und weiß, wie Sanierputz und Trocknung zusammenspielen, damit die Wand nach der Sanierung trocken bleibt.
Was du in den ersten beiden Jahren lernst
Beide Fachrichtungen teilen nach der Verordnung einen gemeinsamen Kern: Du unterscheidest Schäden an Holz und Holzbauteilen, bekämpfst holzzerstörende Insekten, behandelst Pilzbefall, dichtest Bauteile im Erdreich von außen und innen ab, bringst chemische Horizontalabdichtungen ein, trägst Sanierputze auf und trocknest durchfeuchtete Bauwerke aus.[1] Behandelst du Pilzbefall in Innenräumen, überschneidet sich das mit der Schimmelpilzsanierung, für die eigene Schutzregeln gelten.
Nach der IHK Ostwestfalen gehört dazu auch, Art, Umfang und Ursachen eines Schadens zu bestimmen, Sanierungsflächen vorzubereiten, Mauerteile auszutauschen, Putz zu erneuern und die Arbeiten fachgerecht zu dokumentieren.[2] Durch die ganze Ausbildung ziehen sich nach der Verordnung Sicherheit und Gesundheitsschutz, Umweltschutz, der Umgang mit Gefahrstoffen und qualitätssichernde Maßnahmen.[1]
Das Bundesinstitut für Berufsbildung zählt zum Profil außerdem das Anwenden von Prüfmethoden und Prüfgeräten, mit denen Schäden an erdberührten Bauwerken erkannt werden, und das Analysieren von Putzzerstörungen mit anschließender Putzsanierung.[3] Dazu gehört vor allem die Messung an Wänden und Sockeln, und du lernst, welche Mietgeräte der Betrieb danach aufstellt.
Wochen im Ausbildungszentrum
Nicht alles lernst du im Betrieb: Nach der Verordnung werden bestimmte Fertigkeiten in geeigneten Einrichtungen außerhalb der Ausbildungsstätte vermittelt, sechs Wochen im ersten, vier im zweiten und zwei im dritten Ausbildungsjahr.[1] Das gilt danach nur, soweit dein Betrieb diese Inhalte nicht in der nötigen Breite oder Tiefe selbst vermitteln kann.[1]
Im dritten Jahr betrifft das in der Fachrichtung Bautenschutz die Inhalte zu erdberührten Bauwerksteilen, zur Schadensprüfung, zu Injektionen, zu mechanischen Horizontalsperren und zu Feuchte- und Salzschäden.[1] Den Ausbildungsplan schreibt der Betrieb nach dem Rahmenplan der Verordnung, und dein Berichtsheft sieht er regelmäßig durch.[1]
Prüfung mit der Injektion als Kundenauftrag
Den ersten Teil der Gesellenprüfung legst du nach der Verordnung am Ende des zweiten Ausbildungsjahres ab, und in die Gesamtnote geht er mit dem Arbeitsauftrag zu 20 Prozent sowie mit Holzschutz und Bautenschutzarbeiten zu je 10 Prozent ein.[1] Inhaltlich richtet er sich nach der Fachkraftprüfung, in der zwei Arbeitsaufgaben vorgesehen sind: ein Bauteil zur Bekämpfung des Echten Hausschwamms bearbeiten und eine nachträgliche Horizontalsperre mit Sanierputz als flankierender Maßnahme herstellen, jeweils in höchstens vier Stunden mit einem Fachgespräch von zehn Minuten.[1]
Im Teil 2 der Fachrichtung Bautenschutz führst du danach eine abdichtende Injektion als Arbeitsaufgabe aus, die einem Kundenauftrag entspricht, dokumentierst sie mit praxisbezogenen Unterlagen und führst darüber ein situatives Fachgespräch, alles in fünf Stunden, davon 15 Minuten Gespräch.[1] Dazu kommen schriftliche Aufgaben von 150 Minuten zur Vorgehensweise bei einer nachträglichen Innenabdichtung mit Injektions- oder mechanischen Verfahren und 60 Minuten Wirtschafts- und Sozialkunde.[1]
Der Kundenauftrag zählt danach 30 Prozent, der Bereich Bautenschutz 20 und Wirtschafts- und Sozialkunde 10 Prozent.[1] Bestanden ist die Prüfung, wenn Gesamtergebnis, Kundenauftrag und Teil 2 jeweils mindestens ausreichend sind und kein Prüfungsbereich in Teil 2 ungenügend ist, und in einem schwachen schriftlichen Bereich kannst du auf Antrag eine mündliche Ergänzungsprüfung von etwa 15 Minuten ablegen, wenn sie den Ausschlag geben kann.[1]
Zwei Abschlüsse in einer Ausbildung
Die Ausbildung ist als Stufe angelegt, und das gibt dir Rückhalt: Bestehst du die Gesellenprüfung nicht, erfüllen aber Teil 1 und Wirtschafts- und Sozialkunde die Anforderungen der Fachkraftprüfung, hast du nach der Verordnung den Abschluss als Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten erreicht.[1]
Auch der umgekehrte Weg ist offen: Wer zuerst die Fachkraftprüfung besteht, kann nach der Verordnung im dritten Jahr weitermachen, und die Ergebnisse dieser Prüfung gelten dann ohne Wirtschafts- und Sozialkunde als Teil 1 der Gesellenprüfung.[1]
Rechtlich ist der Beruf doppelt verankert, im Berufsbildungsgesetz und in der Handwerksordnung, dort für das Holz- und Bautenschutzgewerbe mit dem Zusatz Mauerschutz und Holzimprägnierung in Gebäuden.[1] Als Fortbildung führt das Bundesinstitut für Berufsbildung für diesen Beruf den Holz- und Bautenschutzmeister.[3]
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Holz- und Bautenschützer?
Drei Jahre, und die Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten als erste Stufe dauert zwei Jahre.[1]
Was muss ich im Kundenauftrag der Fachrichtung Bautenschutz zeigen?
Du führst nach der Verordnung eine abdichtende Injektion aus, dokumentierst sie und erklärst dein Vorgehen im Fachgespräch.[1]
Was passiert, wenn ich die Gesellenprüfung nicht bestehe?
Reichen Teil 1 und Wirtschafts- und Sozialkunde für die Fachkraftprüfung, hast du nach der Verordnung zumindest den Abschluss als Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten.[1]
Wo arbeiten Holz- und Bautenschützer?
Nach der IHK Ostwestfalen vor allem auf Baustellen und bei Sanierungsprojekten, in Sanierungs- und Bautenschutzunternehmen und in Betrieben der Bauwerksinstandsetzung.[2]
Klingt nach deinem Beruf?
Die Kurzbewerbung dauert drei Minuten: Name, Kontakt, fertig. Kein Anschreiben nötig.
Belege
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: Verordnung über die Berufsausbildung im Holz- und Bautenschutzgewerbe (HolzBauSchAusbV). §§ 1 bis 5, 9, 11 und 12. Abgerufen am 09.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20
- IHK Ostwestfalen zu Bielefeld: Holz- und Bautenschützer/-in, Fachrichtung Bautenschutz. Abschnitte Ausbildungsinhalte und Dauer, Arbeitsgebiet, Branchen und Betriebe. Abgerufen am 09.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Holz- und Bautenschützer/Holz- und Bautenschützerin, Fachrichtungen Bautenschutz, Holzschutz (Ausbildung). Profil der beruflichen Handlungsfähigkeit Bautenschutz, Fortbildung. Abgerufen am 09.10.2026. ↑1↑2
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