Zum Inhalt springen
STMB24 GmbH Zur Startseite 24h Notruf 0162 4428440

Projektleitung in der Sanierung: Aufgaben und Wege dorthin

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

In der Projektleitung steuerst du eine Sanierung vom ersten Aufmaß bis zur Abnahme: Gewerke, Termine, Kosten, Abstimmung mit Kunden und Versicherern. Hinein führt meist der Weg über Ausbildung, Berufserfahrung und eine Weiterbildung, etwa zum staatlich geprüften Techniker an einer Fachschule mit mindestens 2.400 Unterrichtsstunden.[1] Arbeiten mehrere Firmen auf der Baustelle, kommt die Baustellenverordnung ins Spiel.[2]

Was eine Projektleitung in der Sanierung macht

Nach einem großen Wasserschaden greifen viele Arbeiten ineinander: Leckortung, Trocknung, Rückbau, Estrich, Fliesen, Maler, Elektriker. Als Projektleiter sorgst du dafür, dass sie in der richtigen Reihenfolge kommen, dass niemand auf einen anderen wartet und dass der Kunde weiß, wann er seine Räume zurückbekommt. Bei einem Schaden in einem Mehrfamilienhaus kommen Hausverwaltung, Nachbarn und manchmal mehrere Versicherer dazu.

Dazu gehören Aufmaß und Angebot, die Abstimmung mit Versicherer und Gutachter, die Bestellung von Material, die Einteilung der Kolonnen und die Kontrolle auf der Baustelle. Am Ende stehen Abnahme, Dokumentation und Abrechnung. Du bist Ansprechpartner für alle Seiten, und viele Entscheidungen landen auf deinem Tisch. Je nach Größe des Betriebs betreust du mehrere Baustellen gleichzeitig.

Ein Projekt von Anfang bis Ende

Eine Sanierung nach einem Wasserschaden läuft in Phasen ab, und die Projektleitung hält sie zusammen:

Die Reihenfolge ist dabei mehr als eine Formsache. Wird ein Belag auf einen Estrich gelegt, der noch nicht trocken genug ist, entsteht ein neuer Schaden, und wird ein Gewerk zu früh bestellt, steht es auf einer Baustelle, auf der es noch nichts zu tun gibt. Ein guter Terminplan rechnet deshalb mit der Trocknungszeit und nicht mit einem Wunschtermin.

Der Weg über Ausbildung und Weiterbildung

Die meisten Projektleiter in der Sanierung kommen aus dem Handwerk. Eine Fachschule für Technik qualifiziert nach der Rahmenvereinbarung der Kultusministerkonferenz für Führungsaufgaben auf der mittleren Führungsebene und für die unternehmerische Selbständigkeit, in Vollzeit oder Teilzeit.[1] Aufgenommen wird mindestens, wer einen einschlägigen Ausbildungsberuf abgeschlossen und nach den Regeln des Landes bis zu einem Jahr entsprechend gearbeitet hat, oder wer ohne passende Ausbildung mindestens 5 Jahre einschlägige Berufstätigkeit nachweist.[1]

Die Länder können die Berufsbezeichnung um den Zusatz Bachelor Professional ergänzen.[1] Andere Wege führen über die Meisterprüfung in einem Bauhandwerk oder ein Studium im Bauingenieurwesen, und gute Projektleiter haben vorher selbst auf Baustellen gearbeitet.

Abnahme und offene Punkte

Am Ende einer Sanierung steht die Abnahme. Gemeinsam mit dem Kunden gehst du durch die Räume, hältst fest, was fertig ist und was noch fehlt, und lässt das Protokoll unterschreiben. Offene Punkte bekommen einen Termin und einen Verantwortlichen. Fotos aus der Schadendokumentation vom ersten Tag helfen dabei, den Ausgangszustand mit dem Ergebnis zu vergleichen.

Eine saubere Abnahme schützt beide Seiten: Der Kunde sieht, dass seine Hinweise ernst genommen werden, und der Betrieb kann belegen, in welchem Zustand er die Räume übergeben hat. Rügt der Kunde später einen Mangel, beginnt deine Arbeit von Neuem: prüfen, Ursache klären, Termin vereinbaren. Halte bei der Übergabe auch die gemessene Restfeuchte fest, denn spätere Fragen drehen sich oft genau darum.

Mehrere Firmen auf einer Baustelle

Werden auf einer Baustelle Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig, ist nach der Baustellenverordnung ein geeigneter Koordinator zu bestellen, und der Bauherr kann diese Aufgabe auch selbst übernehmen.[2] Die Pflicht hängt dabei nicht an der Größe der Baustelle, entscheidend ist, dass Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber dort arbeiten.[2]

Eine Vorankündigung an die zuständige Behörde ist nötig, wenn die Arbeiten voraussichtlich länger als 30 Arbeitstage dauern und dabei mehr als 20 Beschäftigte gleichzeitig tätig werden, oder wenn der Umfang voraussichtlich 500 Personentage übersteigt.[2] Sie geht spätestens zwei Wochen vor Einrichtung der Baustelle an die Behörde und wird sichtbar auf der Baustelle ausgehängt.[2]

Kläre deshalb schon bei der Planung, welche Firmen gleichzeitig auf der Baustelle arbeiten werden und wer die Koordination übernimmt, und halte das schriftlich fest.

Was ein Koordinator können muss

Welche Qualifikation dafür reicht, beschreibt die Regel RAB 30: ausreichende und einschlägige baufachliche und arbeitsschutzfachliche Kenntnisse, Koordinatorenkenntnisse und berufliche Erfahrung in der Planung oder Ausführung von Bauvorhaben.[3] Der Koordinator soll nach der Regel Arbeitsabläufe systematisch, vorausschauend und gewerkeübergreifend durchdenken, sich anbahnende Gefährdungen erkennen und im Team sachdienlich kommunizieren können.[3] Genau diese Fähigkeiten braucht auch eine gute Projektleitung, ob sie zum Koordinator bestellt ist oder nicht.

Was du mitbringen solltest

Du brauchst Überblick und Durchsetzungskraft, aber auch Geduld mit Menschen, die gerade ihr Zuhause nicht nutzen können. Zahlen solltest du nicht scheuen: Aufmaße, Angebote, Nachträge und Rechnungen gehören zum Alltag. Und du musst Nein sagen können, wenn ein Termin nur auf Kosten der Qualität zu halten wäre, etwa wenn ein Estrich noch nicht trocken genug für den Belag ist.

Im Büro arbeitest du mit Tabellen, Terminplänen und oft mit einer Software für Angebote und Aufmaß. Auf der Baustelle bist du die Person, die alle kennen und die bei Fragen gerufen wird. Wer beides gern macht, Schreibtisch und Baustelle, ist in dieser Aufgabe richtig.

Häufige Fragen

Kann ich ohne Studium Projektleiter werden?

Ja. Viele kommen über eine Ausbildung im Handwerk und eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker in diese Aufgabe, und Erfahrung auf Baustellen zählt dabei viel.

Bin ich als Projektleiter automatisch Koordinator nach der Baustellenverordnung?

Nein. Die Verordnung verpflichtet den Bauherrn oder den von ihm beauftragten Dritten, einen geeigneten Koordinator zu bestellen, wenn Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber auf der Baustelle tätig werden.[2]

Klingt nach deinem Beruf?

Die Kurzbewerbung dauert drei Minuten: Name, Kontakt, fertig. Kein Anschreiben nötig.

Zu den offenen Stellen

Belege

Quellen

  1. Kultusministerkonferenz (KMK): Rahmenvereinbarung über Fachschulen. Beschluss vom 07.11.2002 in der Fassung vom 20.03.2026, Teil I Nr. 1, 5 und 11.3, Teil II Fachbereich Technik Nr. 1 und 2. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
  2. Bundesministerium der Justiz: Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen (Baustellenverordnung). § 2 Abs. 2 und § 3 Abs. 1. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  3. Ausschuss für Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen (ASGB), Text bei der Gewerbeaufsicht Baden-Württemberg: RAB 30: Geeigneter Koordinator (Konkretisierung zu § 3 BaustellV). Abschnitt 4 Qualifikation. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2
Nach oben 24h Notruf 0162 4428440