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Schimmel im Kinderzimmer: Was gilt für Babys und Kinder?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Schimmel im Kinderzimmer gehört rasch beseitigt: Nach dem Leitfaden des Umweltbundesamts gilt ein Zusammenhang zwischen feuchten Räumen oder Schimmel und der Entstehung von Asthma, insbesondere bei Kindern, als gesichert.[1] Bis zur Sanierung schläft das Kind besser in einem anderen Raum. Allergiker und Menschen mit einer Erkrankung des Immunsystems entfernen nach dem Leitfaden auch kleinen Befall nicht selbst.[1]

Warum Kinder empfindlicher reagieren

Der Leitfaden des Umweltbundesamts fasst bevölkerungsbezogene Studien zusammen: Wer Feuchte oder Schimmel in Innenräumen ausgesetzt ist, trägt ein erhöhtes Risiko für vielfältige Atemwegserkrankungen.[1] Wachsen Kinder in Räumen mit sichtbarem Schimmel oder Feuchte auf, deuten die Ergebnisse darauf, dass sich ihre Gesundheit insgesamt ungünstig entwickelt.[1] Hat ein Kind schon Asthma, kann Schimmel die Beschwerden nach neueren Studien nachweislich verschlimmern.[1]

Nach dem Kinder-Umwelt-Survey des Umweltbundesamts aus den Jahren 2003 bis 2006 hatten rund 6 Prozent der 1.790 getesteten Kinder zwischen drei und vierzehn Jahren Antikörper gegen mindestens einen der getesteten Innenraumschimmelpilze.[1] Auch länger anhaltende Feuchte ohne sichtbaren Schimmel geht nach dem Leitfaden mit einem höheren Risiko für Atemwegsinfektionen und die Verstärkung eines bestehenden Asthmas einher.[1] Die Weltgesundheitsorganisation nennt als wichtigste Folgen von Feuchte und Schimmel in Gebäuden mehr Atemwegsbeschwerden, Allergien und Asthma sowie Störungen des Immunsystems.[2]

Wo im Kinderzimmer Schimmel wächst

Liegt das Kinderzimmer an einer Außenwand und stehen Betten, Schränke und Regale dicht davor, bleibt die Oberfläche dahinter kühler. Hinter Möbeln an kalten Außenwänden, in Raumecken, an Fensterlaibungen und am Rollladenkasten bleibt die Oberfläche kühler, und dort setzt sich Feuchtigkeit ab. Schauen Sie dort regelmäßig nach, auch hinter dem Kopfende des Bettes und unter der Matratze.

Zu den Feuchtequellen gehören neben dem Atem der Kinder auch Wäsche, die im Zimmer trocknet, Pflanzen und ein Aquarium. Riecht es muffig, obwohl nichts zu sehen ist, kann der Befall hinter Verkleidungen oder Möbeln sitzen. Bei solchem versteckten Schimmel helfen Messungen von Feuchte und Oberflächentemperatur, die Stelle einzugrenzen.

Raumklima: lüften und messen

Der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München empfiehlt, drei- bis viermal am Tag für etwa fünf bis zehn Minuten gegenüberliegende Fenster weit zu öffnen.[3] Nach dem Kochen oder Duschen sollte sofort gelüftet werden, und die relative Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen, um Schimmel vorzubeugen.[3] Messen lässt sie sich mit einem Hygrometer.[3]

Luftfilter können Schad- und Schwebstoffe aus der Luft filtern, ersetzen nach dem Allergieinformationsdienst aber nicht das regelmäßige Lüften.[3] Stellen Sie das Bett mit etwas Abstand zur Außenwand auf, heizen Sie das Kinderzimmer gleichmäßig und trocknen Sie Wäsche nicht im Raum, in dem Ihr Kind schläft. Tropft es am Kopfende aus der Decke, schließt der Notdienst den Hahn, bevor Feuchte tief in den Baustoff zieht.

Erste Schritte, wenn Schimmel da ist

Kann die Sanierung nicht zeitnah beginnen, nennt der Leitfaden Sofortmaßnahmen: den Aufenthalt im Raum beschränken oder die Nutzung aussetzen, den Raum abschotten und die Türfugen abkleben, den Befall vorübergehend dicht mit Folie abdecken.[1] Befallene Gegenstände bleiben im Raum oder werden verpackt entsorgt, damit keine Sporen in die Wohnung gelangen, und was nur verschmutzt ist, wird beim Herausholen gereinigt.[1] Im Neubau folgt auf die Neubautrocknung die Beseitigung des Befalls durch einen Fachbetrieb, der Staub und Sporen im Arbeitsbereich zurückhält.

Kleinen, oberflächlichen Befall auf Putz oder Anstrich wischen gesunde Erwachsene nach dem Leitfaden mit einem alkoholischen Reiniger ab, dessen Alkoholanteil bei 70 bis 80 Prozent liegt, bei guter Durchlüftung, in kleinen Mengen und ohne offenes Feuer.[1] Kinder bleiben dabei aus dem Raum. Bei einer Schimmelpilzallergie oder einem geschwächten Immunsystem übernehmen andere diese Arbeit.[1]

Wann Fachleute die Sanierung übernehmen

Beim Entfernen befallener Baustoffe, etwa beim Abstemmen von Putz, werden nach dem Leitfaden hohe Konzentrationen an Staub und Mikroorganismen freigesetzt, deshalb gehört die Sanierung großen Befalls in die Hand von Fachfirmen mit Fachkunde und passender Technik.[1] Für diese Arbeiten gilt die Biostoffverordnung, die auch Personen schützt, die durch die Sanierung gefährdet werden können.[1] Bei der Bewertung zählt nach dem Leitfaden neben dem Ausmaß des Befalls auch die gesundheitliche Situation der Menschen im Haushalt.[1]

Sagen Sie dem Fachbetrieb, dass ein Kind im Zimmer schläft. Dann lässt sich planen, wie der Raum abgeschottet wird, wohin das Kind während der Arbeiten zieht und wann das Zimmer nach einer Feinreinigung wieder genutzt werden kann.

Ohne Ursache keine dauerhafte Lösung

Schimmelbefall im Innenraum ist nach dem Umweltbundesamt als hygienisches Problem anzusehen und fachgerecht zu beseitigen, es gilt das Vorsorgeprinzip.[1] Am Anfang jeder Sanierung steht nach dem Leitfaden, die Ursache zu klären und abzustellen.[1] Bleibt sie, kommt der Befall wieder. Die WHO sieht das wichtigste Mittel gegen gesundheitliche Folgen darin, anhaltende Feuchtigkeit und mikrobielles Wachstum auf Oberflächen und in Bauteilen zu verhindern oder zu verringern.[2]

Im Kinderzimmer heißt das: Feuchte in der Wand messen, kalte Stellen mit einer Wärmebildkamera suchen und klären, ob Wasser von außen, aus einer Leitung oder aus der Raumluft kommt. Erst danach lohnt es, Putz, Tapete oder Anstrich zu erneuern.

Spielzeug, Textilien und Möbel

Möbel wie eine befallene Schrankrückwand lassen sich nach dem Leitfaden feucht reinigen, ist der Schimmel aber tief in Spanplatten eingedrungen, gehören die befallenen Teile entsorgt, Massivholz lässt sich fast immer reinigen.[1] Befallene Polstermöbel sind oft nicht mit vertretbarem Aufwand zu reinigen und sollten im Zweifel entsorgt werden.[1] Vorhänge, Decken und Kleidung werden gewaschen, notfalls mehrfach, und entsorgt, wenn Flecken oder Geruch bleiben.[1]

Für das Kinderzimmer bedeutet das: Kuscheltiere, Decken und Kleidung waschen, glatte Spielsachen abwischen, befallene Matratzen und Polster aussortieren. Was Sie behalten, sollte erst nach der Sanierung und einer trockenen Wand zurück in den Raum.

Häufige Fragen

Darf mein Baby im Zimmer weiterschlafen, solange dort Schimmel ist?

Besser nicht. Für Schimmel im Innenraum gilt nach dem Umweltbundesamt das Vorsorgeprinzip: Belastungen sind zu verringern, bevor es zu Erkrankungen kommt.[1] Lassen Sie Ihr Kind bis zur Sanierung in einem trockenen Raum schlafen.

Welche Luftfeuchtigkeit ist im Kinderzimmer richtig?

Nach dem Allergieinformationsdienst sollte die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent liegen.[3] Ein einfaches Hygrometer zeigt, ob Sie häufiger lüften müssen.[3]

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Belege

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden. Kapitel 2, 2.1, 5.2, 6.2, 6.2.1, 6.3, 6.3.1, 6.3.2 und 6.3.4, aktualisierte Auflage April 2024. Abgerufen am 14.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20
  2. Weltgesundheitsorganisation (WHO), Regionalbüro für Europa: WHO guidelines for indoor air quality: dampness and mould. Overview, Leitlinie vom 01.01.2009. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2
  3. Helmholtz Zentrum München, Allergieinformationsdienst: Allergene in Innenräumen: Darauf können Sie achten. Abschnitt Individuelle Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
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