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Schimmelallergie: Wie wird sie festgestellt und was hilft?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Festgestellt wird eine Schimmelallergie über das ärztliche Gespräch, einen Pricktest auf der Haut und bei Bedarf einen Bluttest auf IgE-Antikörper, wobei erhöhte Werte allein noch keine Allergie belegen.[1][2] Widersprechen sich die Tests, bringt ein Provokationstest mehr Klarheit.[1] Behandelt wird mit Medikamenten gegen die Beschwerden, für wenige Pilzarten mit Hyposensibilisierung, und Schimmel in der Wohnung muss saniert werden.[2]

Welche Beschwerden Schimmel auslösen kann

Schimmel kann nach dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München Krankheiten auf zwei Wegen auslösen oder verschlimmern: als Vergiftung mit Pilzbestandteilen oder als allergische Reaktion, und von den Symptomen her sind beide Formen kaum zu unterscheiden.[1] Zu den allergischen Reaktionen zählen allergischer Schnupfen, eine allergische Bindehautentzündung, allergisches Asthma und Entzündungen der Nasennebenhöhlen.[1]

Der Allergieinformationsdienst zählt 18 Krankheitsbilder, die mit Schimmel in Verbindung gebracht werden, davon zehn toxische und acht allergische.[1] Weil die Beschwerden auch einer Vergiftung oder Infektion ähneln können, ist nach dem österreichischen Gesundheitsportal eine ärztliche Abklärung wichtig, damit gezielt behandelt werden kann.[2] Wer wissen will, wie gefährlich Schimmel ist, sollte darum zwischen allergischen und toxischen Wirkungen unterscheiden.

Ganzjährig oder nur im Spätsommer

Schimmel in Innenräumen löst nach dem Gesundheitsportal Beschwerden aus, die über das ganze Jahr auftreten, Schimmel im Freien führt zu saisonalen Beschwerden.[2] Die Häufigkeit von Allergien auf Schimmel im Freien wird nach dem Portal unterschätzt, die auf Schimmel in Innenräumen eher überschätzt.[2] Als hauptsächliche Auslöser gelten nach dem Allergieinformationsdienst Pilzarten aus der Außenluft, zum Beispiel Alternaria.[1]

Die Sporenkonzentration draußen ist nach dem Allergieinformationsdienst im Spätsommer und Frühherbst besonders hoch, und wer von Juli bis September Beschwerden hat, reagiert womöglich auf Schimmelpilze statt auf Pollen.[1] Ein Hinweis ist, wenn die Beschwerden bei lang anhaltendem schönem Wetter abnehmen und nach Regen zunehmen.[1] Der Deutsche Allergie- und Asthmabund nennt es einen Irrtum, dass eine Schimmelallergie nur durch Schimmel im Haus entsteht, denn Sporen sind überall.[3]

So läuft die Diagnose

Am Anfang steht nach dem Gesundheitsportal die Krankengeschichte: Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Symptomen, Vorerkrankungen und Medikamenten und auch danach, ob in der Wohnung oder an anderen Orten Schimmel zu sehen ist.[2] Eine Möglichkeit, den Auslösern auf die Spur zu kommen, ist die Expositionskarenz: Die betroffene Person meidet Orte mit möglichem Schimmel und beobachtet, wie sich die Beschwerden verändern.[2]

Begonnen wird in der Regel mit dem Pricktest, dessen Reaktionen nach dem Allergieinformationsdienst nach 15 bis 20 Minuten ihren Höhepunkt erreichen, wobei Testlösungen nur für etwa 30 bis 40 Schimmelpilzarten zur Verfügung stehen.[1] Im Blut werden spezifische IgE-Antikörper bestimmt, und sind sie erhöht, gilt das als Hinweis auf eine Sensibilisierung.[1] Die Deutung eines Testergebnisses erfordert nach dem Allergie- und Asthmabund immer eine Überprüfung, zum Beispiel durch einen Provokationstest.[3]

Einen Provokationstest an Nase, Auge oder Bronchien empfiehlt der Allergieinformationsdienst, wenn Haut- und Labortest einander widersprechen, und danach sollten Patienten mindestens eine halbe Stunde ärztlich überwacht werden.[1] Der bloße Nachweis von Antikörpern kann eine Erkrankung nicht bestätigen, weil auch völlig Gesunde solche Antikörper haben können.[1]

Braucht die Diagnose ein Gutachten der Wohnung?

Für die ärztliche Diagnose ist ein Umweltmonitoring der Wohnung nach Ansicht von Fachleuten, die der Allergieinformationsdienst zitiert, weder nötig noch aussagekräftig, weil sich der genaue Verursacher der Beschwerden auch damit kaum zweifelsfrei feststellen lässt.[1] Aus medizinischer Sicht reicht es, wenn bei einer Ortsbegehung, am besten gemeinsam mit einem bauphysikalischen Sachverständigen, sichtbarer Befall oder Feuchteschäden festgestellt werden.[1] Steht in der Wohnung Wasser, ist der Notdienst da, bevor der Befall überhaupt beginnen kann.

Für die Wohnung selbst zählt eine andere Frage: Wo kommt die Feuchte her, und wie weit reicht der Befall? Das klären Messungen an Wänden, Böden und Fensteranschlüssen, und daraus ergibt sich, was saniert werden muss.

Behandlung: Medikamente, Hyposensibilisierung, Sanierung

Gegen die Symptome verschreibt die Ärztin oder der Arzt nach dem Gesundheitsportal zum Beispiel Antihistaminika, Asthmamedikamente oder Kortison, und ist der genaue Auslöser bekannt, ist für wenige Schimmelpilzarten eine Hyposensibilisierung möglich.[2] Deren Wirksamkeit ist nach dem Allergieinformationsdienst als Spritzentherapie nur für Alternaria alternata und Cladosporium herbarium durch wenige Studien belegt, Langzeitstudien gibt es nicht.[1]

Besteht Schimmelbefall in der Wohnung oder am Arbeitsplatz, muss nach dem Gesundheitsportal saniert werden.[2] Studien belegen nach dem Allergieinformationsdienst, dass Sanierungen, die Feuchte und Schimmelwachstum in Innenräumen beseitigen, einen günstigen Einfluss auf Asthma und Atemwegsallergien haben, die Wohnraumsanierung gehört damit zur Therapie.[1] Die Sanierung schimmelbelasteter Räume zählt zugleich zu den Tätigkeiten mit besonderem Risiko für eine Sensibilisierung, überlassen Sie die Arbeit deshalb anderen.[1]

Im Alltag die Sporenlast senken

Für Allergien auf Innenraum-Schimmel nennt der Allergieinformationsdienst eine Luftfeuchte unter 65 Prozent und eine Raumtemperatur um 20 Grad als optimal, beim Allergie- und Asthmabund liegt der empfohlene Bereich bei 40 bis 60 Prozent relativer Feuchte.[1][3] Auf Luftbefeuchter und Zimmerspringbrunnen sollten Allergiker nach beiden Stellen verzichten, und Klimaanlagen gehören regelmäßig gewartet.[1][3] Für die Wirksamkeit von Luftreinigern gibt es nach dem Allergieinformationsdienst keine ausreichenden Belege.[1]

Bei einer Allergie auf Schimmel aus der Außenluft sollten Betroffene zwischen Mai und Oktober an trockenen, windigen Tagen möglichst kurz draußen bleiben und Arbeiten mit verrottendem Laub oder Kompost meiden.[1] Der Allergie- und Asthmabund rät außerdem, hinter Schränken, Fliesen und Holzverkleidungen auf Stockflecken zu achten.[3]

Häufige Fragen

Beweist ein erhöhter IgE-Wert eine Schimmelallergie?

Nein. Erhöhte IgE-Antikörper zeigen nach dem Allergieinformationsdienst eine Sensibilisierung, und auch völlig Gesunde können sie haben.[1] Widersprechen sich Haut- und Bluttest, kann ein Provokationstest Klarheit bringen.[1]

Hilft eine Hyposensibilisierung gegen Schimmel?

Sie ist nach dem österreichischen Gesundheitsportal für wenige Schimmelpilzarten möglich, wenn der Auslöser genau bekannt ist.[2] Belegt ist die Wirksamkeit der Spritzentherapie nach dem Allergieinformationsdienst nur für zwei Arten aus der Außenluft.[1]

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Belege

Quellen

  1. Helmholtz Zentrum München, Allergieinformationsdienst: Schimmelallergie. Abschnitte Symptome, Verbreitung, Diagnose, Therapie und Prävention. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20↑21↑22↑23↑24
  2. Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz): Schimmelpilzallergie. Abschnitte Symptome, Diagnose und Behandlung, Stand 03.08.2022. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10
  3. Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB): Schimmelpilzallergie. Abschnitte Diagnose, Allergie-Irrtum und Tipps bei Schimmelpilz-Allergie. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
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