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Wäsche in der Wohnung trocknen: Wann wird es zum Schimmelrisiko?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Trocknende Wäsche gibt viel Wasser an die Raumluft ab: Eine geschleuderte Trommelladung von 4,5 Kilogramm bringt nach dem Umweltbundesamt 50 bis 200 Gramm pro Stunde, tropfnass 100 bis 500 Gramm.[1] Zum Risiko wird das, wenn die Feuchte nicht hinausgelüftet wird und sich an kalten Wänden niederschlägt. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät, Wäsche nicht in der Wohnung zu trocknen, auch bei Frost trocknet sie draußen.[2]

Wie viel Wasser in der nassen Wäsche steckt

Der Sanierungsleitfaden des Umweltbundesamts listet Feuchtequellen in Wohnräumen bei 20 Grad Raumtemperatur auf: Ein Mensch gibt bei leichter Aktivität 30 bis 40 Gramm Wasser pro Stunde ab, trocknende Wäsche aus einer 4,5-Kilogramm-Trommel geschleudert 50 bis 200 Gramm und tropfnass 100 bis 500 Gramm.[1] Ein Haushalt mit drei Personen produziert nach dem Leitfaden zusammen 6 bis 12 Liter Feuchte täglich.[1]

Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt für einen Vier-Personen-Haushalt rund 12 Liter Feuchtigkeit täglich durch Atmen, Schwitzen, Kochen, Duschen, Waschen, Wäschetrocknen, Pflanzen und Aquarien.[2] Eine einzige Ladung Wäsche, die in der Wohnung trocknet, kann damit einen großen Teil der Tagesmenge ausmachen. Wer mehrmals in der Woche wäscht und drinnen trocknet, holt sich diese Menge regelmäßig in die Raumluft, und das vor allem in der kalten Jahreszeit, in der die Fenster länger geschlossen bleiben. Mit trocknender Wäsche im Raum gehört auch die Wartung der Lüftungsanlage dazu, damit die Feuchte abgeführt wird und nicht an den Wänden bleibt.

Wann aus Feuchte Schimmel wird

Eine hohe Feuchteproduktion führt nach dem Leitfaden zu höheren Raumluftfeuchten und damit auch zu höheren Feuchten an den Oberflächen.[1] Schimmel braucht an der Wandoberfläche nach dem Leitfaden mindestens rund 70 Prozent relative Feuchte, und ab 80 Prozent finden fast alle in Innenräumen vorkommenden Arten gute Bedingungen.[1] Hohe Raumluftfeuchte zusammen mit kalten Außenwänden bietet nach dem Leitfaden ideale Voraussetzungen für Schimmelwachstum.[1]

Das passiert nicht im ganzen Raum gleichzeitig. Kritisch sind die kältesten Stellen: Außenecken, Fensterlaibungen, die Wand hinter dem Schrank und der Bereich hinter dem Wäscheständer, wenn er dicht an der Außenwand steht. Dort ist die Oberfläche kühler als die Raumluft, und die relative Feuchte an der Wand liegt höher als das, was das Hygrometer in der Raummitte anzeigt.

Am besten draußen oder im Trockenraum

Nach der Verbraucherzentrale Hamburg sollte Wäsche auf keinen Fall in der Wohnung getrocknet werden, auch bei Frost lässt sie sich draußen aufhängen.[2] Sie trocknet dann in der kalten und trockenen Luft, es dauert nur etwas länger.[2] Gibt es im Haus einen Trockenraum oder Dachboden, ist er die bessere Wahl als das Wohnzimmer. Auf Balkon oder Terrasse geht die Feuchte direkt ins Freie, ein überdachter Platz schützt vor Regen. Im ersten Jahr eines Neubaus geben auch die Wände noch Feuchte ab, und wer früh einzieht, kann diese Phase mit einer Trocknung im Neubau abkürzen.

Der Leitfaden des Umweltbundesamts rät, besonders in Räumen mit hoher Luftfeuchte zusätzliche Feuchtequellen wie Wäschetrockner, viele Zimmerpflanzen oder einen Zimmerspringbrunnen zu vermeiden, und bei erhöhter Feuchteproduktion die Feuchtigkeit durch geeignete Lüftung zu entfernen.[1] Ein Ablufttrockner gehört deshalb mit dem Schlauch nach draußen, ein Kondens- oder Wärmepumpentrockner sammelt das Wasser im Behälter.

Wenn es nicht anders geht: so trocknen Sie drinnen

Lüften ist dann Pflicht. Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt im Winter fünf bis zehn Minuten Stoßlüften, im Sommer 15 bis 30 Minuten, und maßgeblich ist am Ende die Anzeige des Hygrometers.[2] Der Allergieinformationsdienst nennt zur Vorbeugung gegen Schimmel einen Bereich von 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchte als Ziel.[3] Im Winter liegt sie nach dem Leitfaden des Umweltbundesamts in deutschen Wohnungen typischerweise zwischen 30 und 55 Prozent.[1]

Wäsche als Luftbefeuchter?

Manche hängen Wäsche im Winter bewusst in die Wohnung, weil die Heizungsluft trocken wirkt. In Deutschland ist die Raumluft nach dem Leitfaden des Umweltbundesamts aber nur ausnahmsweise über längere Zeit sehr trocken, also unter 20 Prozent.[1] Wird in solchen Fällen befeuchtet, sollte ein Hygrometer zeigen, dass die im Winter üblichen 30 bis 55 Prozent nicht überschritten werden, sonst steigt das Schimmelrisiko wieder.[1]

Trockene Schleimhäute bedeuten also nicht automatisch trockene Luft. Messen Sie, bevor Sie befeuchten, und hängen Sie Wäsche nicht als Ersatz für einen Luftbefeuchter auf, der sich regeln lässt.

Warnzeichen, auf die Sie achten sollten

Beschlagene Fensterscheiben am Morgen, ein Hygrometer, das über Stunden oberhalb des empfohlenen Bereichs steht, muffiger Geruch und dunkle Punkte in Ecken oder hinter Möbeln zeigen, dass mehr Feuchte im Raum bleibt, als hinausgelüftet wird. Messen Sie Luftfeuchte und Temperatur nach der Verbraucherzentrale Hamburg am besten gemeinsam mit einem Thermo-Hygrometer, denn je trockener die Wohnung ist, umso niedriger kann die Temperatur sein.[2] Bleibt die Feuchte über Wochen zu hoch, zeigt sich oft zuerst Schimmel hinter dem Schrank an einer Außenwand, wo die Luft kaum zirkuliert. Läuft die Waschmaschine aus, sperrt der Notdienst ab, bevor dunkle Flecken an der Wand entstehen.

Lässt sich eine feuchte Stelle mit richtigem Heizen und Lüften oder auch mit Föhnwärme nicht beseitigen, liegt nach der Verbraucherzentrale vermutlich ein Schaden vor, etwa an Wasser- oder Abwasserleitungen, am Dach oder im Mauerwerk.[2] Dann hilft kein Verzicht auf den Wäscheständer, dann muss die Ursache gesucht werden.

Häufige Fragen

Ist ein Wäschetrockner besser als der Wäscheständer im Zimmer?

Für die Raumluft ja, wenn das Wasser die Wohnung verlässt: Ein Ablufttrockner braucht einen Schlauch nach draußen, ein Kondens- oder Wärmepumpentrockner sammelt das Wasser im Behälter. Der Leitfaden des Umweltbundesamts zählt Wäschetrockner in feuchten Räumen zu den Feuchtequellen, die vermieden werden sollten.[1]

Wie lange muss ich lüften, wenn Wäsche im Raum trocknet?

Im Winter reichen nach der Verbraucherzentrale Hamburg fünf bis zehn Minuten Stoßlüften, im Sommer 15 bis 30 Minuten.[2] Wiederholen Sie das mehrmals am Tag und richten Sie sich nach dem Hygrometer.

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Belege

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Leitfaden zur Ursachensuche und Sanierung bei Schimmelpilzwachstum in Innenräumen (Schimmelpilz-Sanierungsleitfaden), bereitgestellt auf nachhaltigesbauen.de. Kapitel 2.2.5, Tabelle 2 und Bild 7, S. 17 bis 18, Kapitel 2, S. 7. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11
  2. Verbraucherzentrale Hamburg: Schimmel in der Wohnung: Wie vorbeugen und entfernen? Abschnitte Wie entsteht Feuchtigkeit und Schimmel, Richtig lüften und Feuchter Fleck. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
  3. Helmholtz Zentrum München, Allergieinformationsdienst: Allergene in Innenräumen: Darauf können Sie achten. Abschnitt Individuelle Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen. Abgerufen am 06.10.2026. ↑
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