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Attika im Schnitt: Aufkantung am Dachrand mit hochgeführter Abdichtung, Klemmschiene, Blechabdeckung mit Tropfkante, bekieste Dachfläche mit Dachablauf und Dämmkeil, Fassade der Außenwand

Attika

Auch: Dachrandaufkantung

Eine Attika ist eine über die Dachfläche hochgezogene Aufkantung am Rand eines Flachdachs, an der die Abdichtung als Dachrandabschluss nach oben geführt und deren Krone meist mit einer Blechabdeckung geschlossen wird.[1][2] Ihre Höhe hängt von den Abschlusshöhen der Abdichtung ab, und an ihr treffen Abdichtung, Entwässerung und Windsogsicherung zusammen.[3][1][2]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So schließt die Attika den Dachrand

Attika, Funktionsweise: Dachrand im Schnitt mit hochgezogener Aufkantung, Abdichtung über Dämmkeil nach oben geführt, Klemmschiene, Blechabdeckung mit Gefälle zum Dach und Tropfkante, bekieste Dachfläche mit Dachablauf, Windpfeile über der Krone

Schematische Darstellung des Dachrands eines Flachdachs im Schnitt: die Attika als Aufkantung aus Mauerwerk, davor die bekieste Dachfläche mit Dämmung und Decke, rechts die Außenwand, oben Regen und Wind. Die Nummern folgen der Abdichtung vom Dach über den Keil bis zur Abdeckung auf der Krone und dem Wasser bis zum Ablauf.

  1. Attika als Aufkantung: Am Rand des Flachdachs steigt die Wand als Aufkantung über die Dachfläche hinaus. Hier muss die Abdichtung nach oben, damit kein Wasser über den Rand in die Wand läuft.
  2. Bahn über den Keil: Am Übergang vom Dach zur Attika führt ein Keil aus Dämmstoff die Abdichtungsbahn in einem sanften Bogen nach oben. Bitumenbahnen brauchen diesen Keil, Kunststoffbahnen dürfen auch im rechten Winkel hochgeführt werden.
  3. Klemmschiene am oberen Rand: Oben hält eine Klemmschiene die Anschlussbahn mechanisch fest, damit sie nicht abrutscht. Kleben allein genügt an dieser Stelle nicht, und hinter die Bahn darf kein Wasser laufen.
  4. Abschluss 10 cm über dem Kies: Die Abdichtung endet am Dachrand mindestens 10 cm über der Oberkante des Kieses, gemessen vom Belag und nicht von der Dachfläche. So bleibt der obere Rand bei Starkregen und Rückstau am Ablauf trocken.
  5. Abdeckung mit Gefälle und Tropfkante: Auf der Krone liegt eine Blechabdeckung mit Gefälle zum Dach, damit Regen auf die Dachfläche und nicht über die Fassade abläuft. Die Tropfkante steht vom Mauerwerk ab und lässt das Wasser frei abtropfen.
  6. Windsog am Rand: Am Dachrand greift der Wind am stärksten an und will die Bahn anheben. Deshalb ist die Abdichtung dort mit der Attika und der Dachkonstruktion fest verbunden, und Kies oder Platten beschweren die Randzone zusätzlich.
  7. Ablauf 30 cm vom Rand: Der Dachablauf hält mindestens 30 cm Abstand zur Aufkantung, und ein Keil mit Gegengefälle an der Attika verhindert Pfützen entlang der Wand. Das Wasser läuft so von der Attika weg und nicht an ihr entlang.

Wozu eine Attika dient

Das Deutsche Institut für Bautechnik bezeichnet die Attika in einem Bescheid für Umkehrdächer als umlaufenden Dachrandabschluss, an dem die Dachabdichtung über die Oberfläche von Kies oder Plattenbelag hochzuführen und windsogsicher anzuschließen ist.[1] Im Detail des holzbau handbuchs für ein Holzflachdach mit Aufdachdämmung wird die Dachabdichtungsbahn bis über die Attika geführt, die Behelfsabdichtung bis zu deren Oberkante hochgezogen und fixiert und die Krone mit einer Blechabdeckung auf Trennlage im Gefälle von mindestens 2 % geschlossen.[2]

Das Wasser verlässt das Dach nach dem Handbuch vorzugsweise am Gebäuderand, entweder als freier Auslauf oder durch die Attika hindurch, und eine solche freie Entwässerung kommt in der Regel ohne Notabläufe für Starkregen aus und lässt sich besser kontrollieren.[2]

Läuft Wasser hinter eine undichte Attikaabdeckung, zieht es in die Wandkrone und kann in den Räumen darunter an Wandleuchten, Steckdosen und Deckenauslässen erscheinen. Vor dem Abrücken von Möbeln oder dem Abnehmen von Bildern an dieser Außenwand kommt die Sicherung des betroffenen Zimmers heraus, denn am Lichtschalter wird nur die Leuchte getrennt. Bei einem nassen Sicherungskasten bleibt das Zimmer zu, Feuerwehr oder örtlicher Netzbetreiber übernehmen die Anlage, und einen Keller, in dem zur selben Zeit Wasser steigt, betritt keiner.

Anschlusshöhen nach DIN 18531

Nach der Übersicht von WEKA zur Normenreihe DIN 18531 in der Fassung von 2025 müssen Anschlüsse an aufgehende Bauteile bei genutzten Dächern und bei nicht genutzten Dächern bis 5° Neigung mindestens 15 cm hoch sein, bei nicht genutzten Dächern über 5° mindestens 10 cm.[3] Für Abschlüsse an Dachrändern nennt die Übersicht bei genutzten Dächern und bei nicht genutzten bis 5° mindestens 10 cm, über 5° mindestens 5 cm, und in schneereichen Gebieten oder bei besonderen konstruktiven Situationen können größere Höhen nötig sein.[3]

Gemessen werden diese Höhen bei Abdichtungen mit Belägen, Bekiesungen, Schutzschichten oder Begrünungen von deren Oberkante aus und nicht von der Oberkante der Flächenabdichtung.[3] Eine Verringerung der Anschlusshöhe auf 5 cm nennt das holzbau handbuch als Beispiel vor Türen, wenn im Belag unmittelbar vor der ganzen Türbreite eine Entwässerung die Wasserbelastung mindert.[2] Das holzbau handbuch weist darauf hin, dass sich die Anschlusshöhen auf die Höhenlage der Dachränder und die Erreichbarkeit von Dachterrassen auswirken.[2]

Schon bei der Planung sind nach WEKA die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich die Abdichtung sachgerecht ausführen lässt, vor allem bei Anschlüssen an aufgehende Bauteile wie dem Dachrand, beim Verlauf von Bewegungsfugen, bei der Lage von Durchdringungen und Entwässerungselementen und bei der Reihenfolge, in der andere Gewerke montieren.[3]

Klemmschiene und Hinterläufigkeit

Die Anschlussbahn soll nach BauNetz Wissen im oberen Randbereich mechanisch gegen Abrutschen gesichert werden, etwa mit einer Klemmschiene, denn eine Befestigung mit Klebebändern oder Ähnlichem reicht nicht aus.[4] Hinterläufigkeit der Abdichtung ist zu vermeiden, entweder durch regensichere Profile, eingelassene Überhangstreifen oder Z-Profile oder durch eine vorgesetzte regensichere Außenwandbekleidung.[4] Läuft Wasser hinter die Anschlussbahn, zeigt sich in den Räumen darunter oft ein feuchter Fleck an der Wand unter der Decke. Bei solchen Schäden prüft eine Leckageortung zuerst Klemmschiene, Abdeckung und Anschlusshöhe am Rand.

Einlagige Abdichtungen aus Kunststoff- oder Elastomerbahnen sind bei Anschlussbahnen von mehr als 50 cm, besser schon ab 35 cm, an der senkrechten Fläche aufzukleben oder mechanisch zu befestigen.[4] Zweilagige Bitumenbahnen werden am Übergang vom Dach zum aufgehenden Bauteil über einen Keil, etwa aus Dämmstoff, geführt, während Kunststoffbahnen im rechten Winkel hochgeführt werden können, und auf genutzten Dachflächen ist der Anschlussbereich gegen mechanische Beschädigung zu schützen.[4]

Die Abdeckung der Attika

Für Randverblechungen nennt das holzbau handbuch nach den Klempnerfachregeln eine Überdeckung senkrechter Bauwerksteile von 50 mm bei Bauteilen bis 8 m über Gelände, von mindestens 80 mm bis 20 m und von mindestens 100 mm bis 100 m Höhe.[2] Die Tropfkante soll mindestens 20 mm vom Bauwerk abstehen, bei Kupfer 50 mm, und für den Ortgangfalz nennt die Tabelle 40 bis 60 mm, bei mehr als 20 m Höhe 60 bis 100 mm.[2] Abweichungen von diesen Maßen sind gesondert zu vereinbaren und durch ausgleichende Maßnahmen abzusichern.[2] Hat Wind eine solche Verblechung angehoben, ist das Dach nach dem Sturm undicht, auch wenn die Fläche selbst unversehrt aussieht. Läuft bei Sturm Wasser über die Attika ins Haus, dichtet der Notdienst die Krone ab, bevor Frost sie schädigt.

Eine fachgerechte Ausbildung des Dachrands verhindert nach dem Handbuch, dass Plattenoberflächen und Plattenkanten durch Windverwirbelungen regelmäßig befeuchtet werden.[2]

Attika am Umkehrdach

Für ein bekiestes Umkehrdach verlangt der Bescheid des DIBt einen umlaufenden Dachrandabschluss, dessen Höhe den gesamten Dachaufbau einschließlich Kies oder Betonplatten um mindestens 5 cm überschreitet.[1] Die dort festgelegten Mindestauflasten gegen Windsog gelten nur, wenn die Dachabdichtung mit der Dachkonstruktion und mit der Attika windsogsicher verbunden ist.[1]

Für die Rand- und Eckbereiche des Daches nennt der Bescheid je nach Windzone und Höhe der Dachkante Auflasten von 1,2 bis 4,2 kN/m², auf Nordseeinseln bei Gebäuden unter 10 m zum Beispiel 3,4 kN/m², die sich mit zunehmender Breite des Eckbereichs abmindern lassen.[1]

Die Attika im Holzbau

Im Detail des holzbau handbuchs für ein Holzflachdach mit Aufdachdämmung bildet ein Gurtholz aus Konstruktionsvollholz mit 60 mm mal 60 mm den Zug- und Druckgurt der Dachscheibe, eine Stellbohle ist 5 mm tief in die Deckenbalken eingenutet und ausgedämmt, und die Luftdichtung wird am Dachrand mit Folienstreifen ergänzt.[2] Die druckfeste Aufdachdämmung liegt dort als Gefälledämmung mit 2 % auf der Behelfsabdichtung, die bis zur Oberkante der Attika reicht, und ein Notablauf gehört zum Detail.[2]

Entwässerung und Pflege entlang der Attika

Abläufe sollen nach dem holzbau handbuch mindestens 30 cm Abstand zu Aufkantungen, aufgehenden Wänden, Fugen und Durchdringungen haben, und entlang von Wänden und Attiken sind Keile mit Gegengefälle anzuordnen, damit sich keine Pfützen bilden.[2] In belüfteten Flachdächern unterbrechen Attikaausbildungen den Belüftungsweg und sollen deshalb vermieden werden.[2]

Für Foliendächer ohne Auflast empfiehlt die Wartungstabelle des Handbuchs, die Dachfläche ein- bis zweimal jährlich und nach Unwettern zu reinigen, bei einer Attika besonders in den Randbereichen, und Anschlüsse und Durchdringungen jährlich zu prüfen.[2] Dacheinläufe sind halbjährlich und nach Unwettern auf ihre Funktion zu kontrollieren, Dachrinnen und Abflussrohre auf Verstopfungen.[2]

Feuchte Wandkronen unter dem Dachrand

Feuchte Stellen an der obersten Decke oder oben an einer Außenwand unter einer Attika können aus offenen Stößen der Abdeckung, einer abgerutschten Anschlussbahn oder einer Hinterläufigkeit stammen. Wir messen die Feuchte im Mauerwerk und in der Decke entlang des Dachrands, prüfen Abdeckung und Anschlüsse von außen und orten die Stelle, an der das Wasser eintritt. Bei Holzflachdächern messen wir zusätzlich die Holzfeuchte in den Hölzern des Dachrands und in der Schalung, und wir prüfen, ob die Abdeckung Gefälle zum Dach hat und ihre Stöße und Befestigungen dicht sind.

Nach der Instandsetzung durch den Dachdecker oder Klempner trocknen wir Wand und Decke technisch und kontrollieren den Verlauf, bis Putz und Mauerwerk wieder für Anstrich oder Tapete bereit sind.

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Belege

Quellen

  1. Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt): Allgemeine Bauartgenehmigung Z-23.4-222, Wärmedämmsystem Umkehrdach unter Verwendung von extrudierten Polystyrol-Hartschaumplatten. Anlage 1, Abschnitt 1, Voraussetzungen für die Ermittlung der erforderlichen Auflasten. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  2. Informationsdienst Holz (Informationsverein Holz, Holzbau Deutschland Institut, Studiengemeinschaft Holzleimbau): Flachdächer in Holzbauweise, holzbau handbuch Reihe 3, Teil 2, Folge 1. Ausgabe Januar 2019, Kapitel 3.3, 3.4.4, 3.10.2, 6.3, 7.3 mit Tabelle 7.1 und 8.1. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16
  3. WEKA MEDIA GmbH & Co. KG: DIN 18531: Abdichtung von Dächern sowie Balkonen, Loggien und Laubengängen. Abschnitte Anschlusshöhen an aufgehenden Bauteilen und Abschlusshöhen an Dachrändern, Tabellen 4 und 5. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
  4. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): Anschlüsse an aufgehende Bauteile. Fachwissen Flachdach, Detailzeichnungen, Anschlüsse an aufgehende Bauteile. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
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