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Bodengleiche Dusche: Bad im Schnitt mit Glasabtrennung, Gefälle zum Ablauf, Abdichtung unter den Fliesen, Flansch mit Manschette, Wasser im Estrich und Feuchtefleck im Vorraum

Bodengleiche Dusche

Auch: ebenerdige Dusche, bodenebene Dusche, schwellenlose Dusche

Eine bodengleiche Dusche ist ein Duschplatz ohne Duschwanne und ohne störende Schwelle, dessen Boden durchgefliest ist und über eine Rinne oder einen Bodenablauf entwässert.[1] Weil dort ständig Wasser auf den Boden trifft, ordnet DIN 18534 die Bodenfläche im Duschbereich der hohen Wassereinwirkungsklasse W2-I zu.[1] Die Abdichtung liegt deshalb unter Fliese und Kleber und muss dicht an den Ablauf angeschlossen sein.[2]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So bleibt eine bodengleiche Dusche dicht

Bodengleiche Dusche, Funktionsweise: Bad im Schnitt mit Glasabtrennung, Brause, Boden mit Gefälle zum Ablauf, Abdichtung unter Fliese und Kleber, Flansch mit Manschette, Lücke mit Wasser im Estrich, Waschtisch und Vorraum mit Feuchtefleck

Schematische Darstellung eines Bads im Schnitt mit Glasabtrennung, Gefälle zum Bodenablauf, Verbundabdichtung unter den Fliesen und an der Wand, Flansch mit Manschette, undichter Stelle mit Wasser im Estrich und Feuchtefleck im Nebenraum. Die Nummern folgen vom Duschbereich zur Abdichtung und von dort zum Schaden.

  1. Feste Abtrennung: Ohne feste Abtrennung gilt die hohe Wassereinwirkungsklasse W2-I für den ganzen Raum, mit fest eingebauter Abtrennung nur für den Duschbereich, ein Duschvorhang reicht dafür nicht. Die Dusche kann jede Grundrissform haben und denselben Belag tragen wie das übrige Bad.
  2. Gefälle zum Ablauf: Der Boden im Duschbereich braucht mindestens 2 Prozent Gefälle zum Ablauf, der am tiefsten Punkt liegen muss, auch die übrige Fläche soll von der Tür weg fallen. Fehlt das Gefälle oder liegt der Ablauf zu hoch, bleiben Pfützen stehen.
  3. Flansch mit Manschette: Für den Anschluss der Abdichtung hat der Ablauf einen Flansch von mindestens 50 Millimetern, je nach Hersteller auch 30, die Dichtmanschette wird bauseits geklebt oder geklemmt oder ist werkseitig verbunden. Der Ablauf muss lagesicher eingebaut sein.
  4. Abdichtung unter der Fliese: DIN 18534 verlangt rissüberbrückende Dichtungsschlämmen, Reaktionsharze oder Polymerdispersionen mit Mindesttrockenschichtdicken von 2,0, 1,0 oder 0,5 Millimetern, an keiner Stelle unterschritten, hochgeführt an den Wänden. Fliesen kommen erst auf die erhärtete Abdichtung.
  5. Undicht: Wasser im Estrich: In einem Fall lag im Bodenablauf eine falsche Gummidichtung, bei jeder Benutzung lief ein Teil des Duschwassers neben dem Ablauf in den Fußbodenaufbau, bemerkt wurde es erst nach sieben Jahren. Wir prüfen Zulauf, Ablauf und Abdichtung getrennt.
  6. Feuchte im Nebenraum: Typische Hinweise sind feuchte Wände oder Sockel im Nebenraum, dunkle, nicht trocknende Fugen, lose Fliesen am Ablauf und muffiger Geruch. Vor dem Anfassen nasser Stellen ist die Sicherung des Bads aus, dann trocknen wir Estrich und Dämmschicht technisch, bevor Abdichtung und Fliesen erneuert werden.

Was eine bodengleiche Dusche ausmacht

Ist der Übergang zur übrigen Bodenfläche schwellenlos oder bleibt eine unvermeidbare Aufkantung unter 20 Millimetern, gelten nach einem Fachbeitrag im Magazin Quartier sogar die Anforderungen an die Barrierefreiheit nach DIN 18040 als erfüllt.[1] Die Dusche kann jede Grundrissform haben und denselben Belag tragen wie der Rest des Bads, dafür ist der Aufwand für Planung und Ausführung der Abdichtung größer.[1] Die Dichtungsebene unter Belag und Kleber entsteht schon bei der Installation, als Stand der Technik hat sich dafür die Abdichtung im Verbund durchgesetzt.[2] Seit der neuen Norm wird ihre sichere Anbindung auch beim Einbau herkömmlicher Duschtassen verlangt.[2]

Läuft Wasser aus einer undichten Dusche in Boden und Wände, merkt man das manchmal erst an Flecken im Flur oder Nebenraum. Ist Wasser bis an Steckdosen gekommen oder in Wände mit Leitungen gezogen, legst du zuerst die Sicherung für das Bad um, bevor du etwas anfasst, denn ein ausgeschalteter Lichtschalter trennt die Steckdosen nicht. Hat das Wasser den Sicherungskasten erreicht, betritt niemand den Raum, bis Feuerwehr oder örtlicher Netzbetreiber den Strom abgeschaltet haben, und solange unten im Keller der Pegel steigt, geht auch dort keiner hinunter.

Wassereinwirkungsklassen im Bad

DIN 18534 teilt die Beanspruchung durch Spritz- und Brauchwasser in Wassereinwirkungsklassen ein und berücksichtigt außerdem Fugen und Risse im Untergrund mit eigenen Klassen.[1] Bei einer Badsanierung wird die Klasse darum zuerst festgelegt, weil sie bestimmt, welche Abdichtung unter die Fliesen kommt.

Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18534-1
Klasse Wassereinwirkung Beispiel
W0-I gering, Spritzwasser nicht häufig Wand über dem Waschbecken
W1-I mäßig, Spritzwasser häufig Wand über Badewanne und in der Dusche, Boden im Bad ohne hohe Wassereinwirkung aus der Dusche
W2-I hoch, Spritz- und Brauchwasser häufig Boden in bodengleichen Duschen
W3-I sehr hoch, auch Reinigungswasser sehr häufig Beckenumgang im Schwimmbad, Duschen in Sportstätten

Nach dem Fachbeitrag im Magazin Quartier.[1]

Ob der übrige Badboden ebenfalls zur Klasse W2-I zählt, hängt von der Duschabtrennung ab: Ohne feste Abtrennung gilt die hohe Klasse für den ganzen Raum, mit fest eingebauter Abtrennung nur für den Duschbereich, und ein Duschvorhang reicht dafür nicht.[1] Böden mit hoher und mäßiger Wassereinwirkung sind grundsätzlich abzudichten, Böden in häuslichen Bädern also in jedem Fall.[1] Für Risse im Untergrund unterscheidet die Norm die Klasse R1-I bis 0,2 Millimeter, etwa bei Beton, Putz, Estrich oder Gipsplatten mit geschlossenen Fugen, R2-I bis 0,5 Millimeter bei großformatigem Mauerwerk und R3-I bis 1,0 Millimeter an Materialübergängen.[1] Verbundabdichtungen aus flüssigen Stoffen überbrücken Risse der Klasse R1-I, bei breiteren Rissen sind andere Bauarten wie Abdichtungsbahnen nötig.[1]

Die Abdichtung unter den Fliesen

Seit Juli 2017 regelt DIN 18534 die Abdichtung von Innenräumen, die früher in DIN 18195 stand, und die bis dahin maßgeblichen Merkblätter des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes sind damit faktisch Teil der Norm geworden.[2] Für den Boden einer bodengleichen Dusche verlangt die Norm rissüberbrückende mineralische Dichtungsschlämmen oder Reaktionsharze, alternativ eine bahnenförmige Abdichtung, und Polymerdispersionen sollten nur auf mäßig beanspruchten Wandflächen eingesetzt werden.[2] Für ein Bad auf der Holzbalkendecke gelten darum besondere Anforderungen, weil Holz als Untergrund einer solchen Abdichtung nicht taugt.

Die Mindesttrockenschichtdicke beträgt bei mineralischen Dichtungsschlämmen 2,0 Millimeter, bei Reaktionsharzen 1,0 und bei Polymerdispersionen 0,5 Millimeter, und sie darf an keiner Stelle unterschritten werden.[1] Untergründe aus Holz oder Holzwerkstoffen eignen sich für diese Verbundabdichtung nicht, Fliesen werden erst auf die ausreichend erhärtete Abdichtung verlegt, und als Kleber kommt nur der im Nachweis des Systems genannte Stoff in Frage.[1] An den Übergängen von Boden zu Wand werden Dichtbänder hinterlaufsicher eingearbeitet, Ecken mit Formstücken verstärkt.[1] Bei den Fliesenarbeiten wird darum auch geprüft, ob Kleber und Abdichtung zum selben System gehören.

Ablauf, Rinne und Dichtmanschette

Der Bodenablauf oder die Rinne muss lagesicher eingebaut sein und am tiefsten Punkt liegen, eine Forderung, die trivial klingt, in der Praxis aber häufig verfehlt wird.[1] Für den Anschluss der Abdichtung hat der Ablauf einen Flansch, der nach DIN 18534-3 mindestens 50 Millimeter breit sein muss, bei den Klassen W0-I bis W2-I sind je nach Herstellerangaben auch 30 Millimeter zulässig, und der Flansch liegt in einer Vertiefung, damit sich kein Wasser staut.[1]

Die Norm lässt drei Arten zu, die Dichtmanschette mit dem Flansch zu verbinden: bauseits geklebt, bauseits geklemmt oder werkseitig verbunden.[2] Für eine bauseitige Klebeverbindung an Flanschen zwischen 30 und 50 Millimetern ist nachzuweisen, dass systemkonforme Dichtkleber nach Herstellerangaben verwendet wurden, und in stark beanspruchten Bereichen wie öffentlichen Reihenduschen muss der Flansch breiter als 50 Millimeter sein und die Manschette die angrenzende Fläche um mehr als 50 Millimeter überlappen.[2]

Gefälle und Rutschhemmung in der Dusche

Der Boden im Duschbereich braucht ein ausreichendes Gefälle zum Ablauf, nach dem Fachbeitrag mindestens 2 Prozent, und bei höchstens 2 Prozent werden die Anforderungen an die Barrierefreiheit gerade noch eingehalten.[1] Es empfiehlt sich, auch die übrige Bodenfläche mit einem Gefälle von der Tür weg auszubilden, damit Wasser nicht in angrenzende Räume läuft.[1]

Als Komplettlösung gibt es Duschboards, bei denen das nötige Gefälle werkseitig vorgeformt ist.[2] Im gefliesten Duschbereich sorgen Fliesen mit der Rutschhemmgruppe B für nassbelastete Barfußbereiche nach DIN 51097 für sicheren Stand, eine zusätzliche Beschichtung ist dann nicht nötig.[2] Fehlt das Gefälle oder liegt der Ablauf zu hoch, bleiben Pfützen stehen, und das Wasser sucht sich seinen Weg über Fugen und Ränder.

Wenn die bodengleiche Dusche undicht ist

Wie lange so ein Fehler verborgen bleibt, beschreibt das IFS in einem Fall: Im Bodenablauf einer barrierefreien Dusche in einem neuen Haus war nach dem Abnehmen des Geruchsverschlusses eine Gummidichtung zu sehen, und erst sieben Jahre später fiel Feuchte hinter einem Schrank im Vorraum auf.[3] Bei jeder Benutzung war ein Teil des Duschwassers neben dem Ablauf im Fußbodenaufbau gelandet, weil der Monteur die Teile falsch zusammengesteckt hatte und die Dichtung verrutscht war, und bei der Bauabnahme hatte niemand den sichtbaren Mangel beanstandet.[3]

Typische Hinweise auf eine undichte bodengleiche Dusche sind feuchte Wände oder Sockel im Nebenraum, dunkle, nicht trocknende Fugen, lose Fliesen am Ablauf und muffiger Geruch. Was du bei einer undichten Dusche als Erstes tust und wann die Abdichtung erneuert werden muss, beschreibt das Schadenwissen.

Wie wir eine undichte Dusche untersuchen

Wir messen die Feuchte im Boden und in den Wänden rund um die Dusche und grenzen ein, ob das Wasser aus einer Leitung, aus dem Ablauf oder durch die Abdichtung kommt. Dazu prüfen wir Zulauf, Ablauf und Abdichtung getrennt, zum Beispiel mit einer Druckprüfung der Leitungen und gezieltem Beaufschlagen einzelner Bereiche mit Wasser, damit nur dort geöffnet wird, wo der Fehler liegt.

Ist die Ursache gefunden, trocknen wir Estrich und Dämmschicht technisch und dokumentieren den Verlauf, bevor Fliesen und Abdichtung erneuert werden. Ein neuer Aufbau braucht dann wieder eine geschlossene Abdichtung mit sauber angeschlossenem Ablauf und das richtige Gefälle, sonst beginnt der Schaden von vorn. Bevor wir ein neues Bad übergeben, prüfen wir deshalb Ablauf und Abdichtung noch einmal.

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Belege

Quellen

  1. Quartier, Forum Verlag Herkert GmbH: Abdichtung nach DIN 18534: Bodengleiche Duschen. Fachbeitrag von Prof. Dr.-Ing. Peter Schmidt, Abschnitte Regelwerke, Einwirkungsklassen, Regeln für häusliche Bäder, Planung/Ausführung der Verbundabdichtung, Details und Tabelle Wassereinwirkungsklassen. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17
  2. BundesBauBlatt, Bauverlag BV GmbH: Jens Göke: Bodengleiche Duschen. Abschnitte Flanschbreiten und Verbindungsarten festgelegt, Wassereinwirkungsklassen sind bestimmend und Montagevorteile für Duschboards. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
  3. Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. (IFS): Sieben Jahre Schadenausweitung. Schadenbericht vom 17.01.2014. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2
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