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Isolationsmessung: Messgerät mit Zeiger und Messleitungen am Verteiler, nasse Steckdose, Prüfprotokoll und Trocknungsgerät nach dem Wasserschaden

Isolationsmessung

Auch: Isolationswiderstandsmessung, Iso-Messung

Die Isolationsmessung bestimmt den Isolationswiderstand einer elektrischen Anlage, gemessen zwischen den aktiven Leitern und zwischen den aktiven Leitern und dem Schutzleiter, der mit der Erdungsanlage verbunden ist.[1] Sie gehört zu den vorgeschriebenen Prüfungen nach DIN VDE 0100-600 vor der Inbetriebnahme.[1] Nach einer Überflutung müssen die Installationsleitungen über ihren Isolationswiderstand geprüft werden, bevor die Anlage wieder ans Netz geht.[2]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So läuft die Isolationsmessung nach dem Wasserschaden

Isolationsmessung, Funktionsweise: Verteiler mit Schutzschaltern und Wasserspur, Isolationsmessgerät mit Zeiger und zwei Messleitungen zu Außenleiter und Erdungsschiene, nasse Steckdose mit Tropfen, Klemmbrett mit Prüfprotokoll und Trocknungsgerät

Schematische Darstellung eines Verteilers mit Schutzschaltern und Wasserspur, Isolationsmessgerät mit Zeiger und zwei Messleitungen zu Außenleiter und Erdungsschiene, nasser Steckdose mit Tropfen, Klemmbrett mit Prüfprotokoll und Trocknungsgerät. Die Nummern folgen von der Messung über die Schwachstelle zur Freigabe.

  1. 500 Volt zwischen Leiter und Erde: Gemessen wird mit Gleichspannung zwischen den aktiven Leitern und dem Schutzleiter, der mit der Erdungsanlage verbunden ist, in Stromkreisen bis 500 Volt Wechselspannung mit 500 Volt Messgleichspannung. Die Leitungsschutzschalter sind dabei eingeschaltet, elektronische Geräte vorher abgeklemmt.
  2. Mindestens ein Megaohm: Der Isolationswiderstand muss mindestens 1 Megaohm betragen, in Schutzkleinspannungskreisen mit 250 Volt Messspannung 0,5 Megaohm. Ein niedriger Wert zeigt, dass Strom über die Isolierung abfließen kann, prüfen darf nur eine Elektrofachkraft.
  3. Nasse Dose drückt den Wert: Feuchte Wände, Dosen und Leitungen senken den Isolationswiderstand. Steckdosen, Schalter und Abzweigkästen, die nass waren, werden geöffnet und geprüft, Schutzschalter und Sicherungen jeder Art, die nass geworden sind, werden ersetzt.
  4. Erst trocknen, dann messen: Eine Messung hat erst Aussagekraft, wenn die betroffenen Bauteile getrocknet sind, zu früh gemessen fällt eine Anlage durch, die nach der Trocknung in Ordnung wäre. Wir messen vorher die Feuchte in den Wänden um Dosen und Verteiler und stimmen den Zeitpunkt mit der Elektrofachkraft ab.
  5. Nasse Schalter erneuern: Bis zur Messung bleibt der Strom in nassen Bereichen aus, bei einem überfluteten Sicherungskasten übernehmen Feuerwehr oder Netzbetreiber das Abschalten. Zeigen einzelne Stromkreise schlechte Werte, bleiben sie bis zur Instandsetzung abgeschaltet, die übrigen werden nach der Freigabe wieder genutzt.
  6. Prüfprotokoll für die Akte: Nach der Prüfung entsteht ein Prüfbericht mit Umfang der Anlage, Besichtigung, Messwerten und jedem Stromkreis mit seiner Schutzeinrichtung. Für die Versicherung belegt er die fachgerechte Prüfung und gehört mit dem Trocknungsprotokoll und den Fotos der geöffneten Dosen in die Schadenakte.

Was eine Isolationsmessung zeigt

Gemessen wird mit Gleichspannung: In Stromkreisen bis einschließlich 500 Volt Wechselspannung mit 500 Volt Messgleichspannung, und der Isolationswiderstand muss dann nach den Richtwerten der Norm mindestens 1 Megaohm betragen, in Schutzkleinspannungskreisen SELV und PELV mit 250 Volt mindestens 0,5 Megaohm.[3] Ein niedriger Wert zeigt, dass Strom über die Isolierung abfließen kann, etwa weil Leitungen, Dosen oder Klemmen feucht oder beschädigt sind.

Richtwerte für den Isolationswiderstand
Nennspannung des Stromkreises Messgleichspannung Mindestwert
Schutzkleinspannung SELV oder PELV 250 V 0,5 MΩ
bis einschließlich 500 V Wechselspannung 500 V 1 MΩ

Richtwerte nach DIN VDE 0100-600, wiedergegeben in der IHK-Orientierungshilfe zum Messen.[3]

Bis die Anlage gemessen ist, bleibt der Strom in nassen Bereichen konsequent aus. Steht noch Wasser in Räumen mit Steckdosen oder Leitungen, wird vor dem Betreten die Sicherung ausgeschaltet, nicht nur das Licht, ein überfluteter Sicherungskasten bleibt zu und ist Sache von Feuerwehr oder örtlichem Netzbetreiber, und ein Keller mit steigendem Pegel wird nicht betreten.

Die Isolationsmessung in der Erstprüfung

Die DIN VDE 0100-600 fordert beim Erproben und Messen mehrere Prüfungen, vorzugsweise in dieser Reihenfolge: Durchgängigkeit der Leiter, Isolationswiderstand der Anlage, Isolationswiderstand von SELV, PELV oder Schutztrennung, isolierende Fußböden und Wände, Spannungspolarität, Schutz durch automatische Abschaltung, RCD-Prüfung, Phasenfolge, Funktionsprüfungen und Spannungsfall.[1] Wird dabei ein Fehler festgestellt, müssen nach seiner Behebung diese und jede vorhergehende Prüfung, die er beeinflusst haben kann, wiederholt werden.[1]

Mess- und Überwachungsgeräte müssen der DIN EN 61557, also VDE 0413, entsprechen, und die beschriebenen Verfahren gelten als Referenzverfahren.[1] Verantwortlich prüfen darf nur eine befähigte Person, in diesem Fall eine Elektrofachkraft, meist der Errichter der Anlage oder dessen Beauftragter.[1] Eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten darf solche Messungen nur im Rahmen der Aufgaben vornehmen, für die sie ausgebildet ist.

Wie die Isolationsmessung durchgeführt wird

Für die Prüfung müssen die Stromkreise geschlossen sein, die Leitungsschutzschalter also eingeschaltet, und der Isolationswiderstand wird zwischen den aktiven Leitern und dem Schutzleiter gemessen, der mit der Erdungsanlage verbunden ist.[3] Während der Messung liegt die Messspannung an der Anlage an, nach der IHK-Anleitung auch am Gehäuse von Geräten, deshalb ist Vorsicht geboten.[3] Am Messgerät werden Messart, Prüfspannung und Grenzwert eingestellt, und jedes Ergebnis wird zusammen mit dem Grenzwert dokumentiert.[3]

Enthält ein Stromkreis Betriebsmittel, die das Ergebnis beeinflussen oder durch die Messspannung beschädigt werden könnten, dürfen die aktiven Leiter miteinander verbunden werden, und es kann nötig sein, schon während der Errichtung vor dem Anschluss der Verbraucher zu messen.[1] In einem bewohnten Haus heißt das: Elektronische Geräte werden vorher abgeklemmt oder ausgesteckt, damit sie keinen Schaden nehmen und das Ergebnis nicht verfälschen, und danach wieder angeschlossen. Die nassen Elektrogeräte selbst werden getrennt beurteilt, weil sie nach dem Trocknen innen noch Kriechströme führen können.

Nach einer Überflutung: prüfen, bevor der Strom wieder fließt

Bei Überflutungen durch Hochwasser, Rohrbrüche oder Starkregen kommt es nach ELEKTRO+ häufig auch zu massiven Schäden an der Elektroinstallation, und erst nach Prüfung und gegebenenfalls Instandsetzung sollte die Anlage wieder in Betrieb gehen.[2] Die Überprüfung von Hausanschlusskasten und Stromzähler ist beim Energieversorger zu beantragen, Steckdosen, Schalter und Abzweigkästen werden geöffnet, gereinigt und getrocknet, und bei Verteilern der Schutzklasse II reicht eine Reinigung nicht, zu prüfen ist auch, ob die Schutzklasse noch eingehalten wird.[2]

Schutzschalter jeder Art, die nass geworden sind, werden ersetzt, weil ihr geprüftes Schutzverhalten nach Wasser- und Schmutzeinwirkung nicht mehr gegeben ist, und durchnässte Sicherungen ebenso.[2] Die vollständige Prüfung vor der Wiederinbetriebnahme richtet sich nach DIN VDE 0100-600 oder DIN VDE 0105-100 und umfasst Besichtigung, Messungen und Erprobung, ein Prüfprotokoll hält den Zustand fest, und eingeschaltet wird schrittweise, zuerst einzelne Räume oder Geschosse.[2]

Haushaltsgeräte und Photovoltaik nach dem Wasser

Für nass gewordene Haushaltsgeräte nennt ELEKTRO+ Reinigung, Entfeuchtung sowie Messung und Erprobung nach DIN VDE 0701-0702, bevor sie wieder benutzt werden.[2] Wer nass gewordenes Installationsmaterial einfach weiter betreibt, nutzt es nach ELEKTRO+ nicht mehr bestimmungsgemäß, und die Gewährleistung des Herstellers entfällt.[2]

Bei einer Photovoltaikanlage ist besondere Vorsicht nötig: Solange die Module auf dem Dach Strom erzeugen und Wechselrichter oder Netzanschluss in überfluteten Räumen sitzen, besteht Stromschlaggefahr, auch wenn die übrige Anlage abgeschaltet ist, und diese Räume dürfen nicht betreten werden.[2] Außer Betrieb nehmen, prüfen und wieder einschalten soll eine solche Anlage eine Elektrofachkraft.[2]

Hochwasserschutz bei der Elektroinstallation

Für die Planung von Hausanschlusseinrichtungen sind nach DIN 18012 gegebenenfalls besondere Anforderungen an den Hochwasserschutz zu berücksichtigen, und in hochwassergefährdeten Gebieten sollen Hausanschlusskasten, Zählerplätze und Stromkreisverteiler nach der zu erwartenden hundertjährigen oder der örtlich festgelegten Überschwemmungshöhe angebracht werden.[2] ELEKTRO+ empfiehlt, Hausanschlusskasten und Hauptverteiler mindestens einen halben Meter über dieser Höhe zu montieren, abgestimmt mit dem Netzbetreiber.[2]

Damit nicht betroffene Bereiche weiter versorgt werden können, sollten die Geschosse eigene Unterverteilungen erhalten, und hochwassergefährdete Anlagenteile sind über separate Fehlerstrom-Schutzschalter mit höchstens 30 Milliampere zu schützen, die bei Bedarf nachgerüstet werden.[2] Nach einem Wasserschaden im Keller ist die Instandsetzung ein guter Anlass, eine Verteilung aus dem gefährdeten Bereich zu holen.

Isolationsmessung und Trocknung

Feuchte Wände, Dosen und Leitungen drücken den Isolationswiderstand, deshalb hat eine Messung erst Aussagekraft, wenn die betroffenen Bauteile getrocknet sind. Wird zu früh gemessen, kann eine Anlage durchfallen, die nach der Trocknung in Ordnung wäre, und umgekehrt kann Feuchte, die erst später aus dem Mauerwerk in eine Dose zieht, nach einer frühen guten Messung noch Probleme machen.

Wir stimmen deshalb mit der Elektrofachkraft ab, wann gemessen wird, und messen vorher selbst die Feuchte in den Wänden rund um Dosen und Verteiler. Zeigen einzelne Stromkreise bei der Messung schlechte Werte, bleiben sie bis zur Instandsetzung durch die Elektrofachkraft abgeschaltet, während die übrigen nach der Freigabe wieder genutzt werden können. Für die Trocknungsgeräte brauchen wir während der ganzen Trocknung sichere Stromkreise aus einem nicht betroffenen Bereich oder einen Baustromverteiler mit eigenem FI-Schutz.

Prüfbericht und Dokumentation

Nach der Prüfung ist ein Prüfbericht zu erstellen, der den Umfang der Anlage, die Aufzeichnungen über das Besichtigen und die Ergebnisse von Erproben und Messen enthält, und Fehler oder fehlende Teile müssen korrigiert sein, bevor der Prüfer bestätigt, dass die Anlage den Normen entspricht.[1] Die Aufzeichnungen müssen jeden Stromkreis mit seiner Schutzeinrichtung aufführen, und der Prüfbericht wird dem Auftraggeber übergeben, nach der Empfehlung der Norm mit einem Vorschlag für den Zeitraum bis zur ersten wiederkehrenden Prüfung.[1]

Für die Versicherung ist dieses Protokoll ein wichtiger Beleg dafür, dass die Elektrik nach dem Wasserschaden fachgerecht geprüft wurde, und es gehört zusammen mit dem Trocknungsprotokoll und den Fotos der geöffneten Dosen in die Schadenakte. Wie ein FI-Schutzschalter arbeitet und warum er nach einem Wasserschaden getauscht wird, erklärt der Begriff FI-Schutzschalter.

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Belege

Quellen

  1. WEKA MEDIA GmbH & Co. KG: Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 korrekt durchführen. Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026, Abschnitte Prüfungen, Prüfung 2: Isolationswiderstand, Prüfbericht und Wer darf die Prüfung durchführen. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
  2. Initiative ELEKTRO+, ArGe Medien im ZVEH: Elektrosicherheit bei Überflutungen. Abschnitte Inbetriebnahme der Elektroinstallation nach einer Überflutung, Planung der Elektroinstallation in Bezug auf den Hochwasserschutz und Umgang mit einer Photovoltaikanlage bei Überflutungen. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12
  3. Industrie- und Handelskammer (IHK): Thomas Haselmeier: Orientierungshilfe zum Messen nach VDE 0100-600. Stand 17.01.2024, Abschnitt Isolationsmessung mit Richtwerten, S. 5 bis 7. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
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