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Leckageschutz: Trinkwasserleitung mit Turbine, Motorventil, Steuereinheit und Drucksensor, Waschmaschine mit Pfütze und Wassermelder, Telefon an der Wand im Hausanschlussraum

Leckageschutz

Leckageschutz bezeichnet Systeme, die einen Leitungswasserschaden erkennen, die Wasserzufuhr selbsttätig absperren und eine verantwortliche Person alarmieren.[1] Sie verhindern nicht, dass eine Leitung undicht wird. Sie begrenzen die Wassermenge, die austritt, und die Zeit, in der das Wasser auf Gebäude und Einrichtung einwirkt, und genau diese beiden Größen bestimmen die Höhe eines Leitungswasserschadens.[1]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So erkennt, sperrt und meldet der Leckageschutz

Leckageschutz, Funktionsweise: Leitung mit Wasserzähler, aufgeschnittener Durchflussturbine, Motorventil mit Steuereinheit und Drucksensor im Hausanschlussraum, Waschmaschine mit ausgelaufenem Wasser und Wassermelder am Boden, Telefon mit Alarmglocke an der Wand

Schematische Darstellung eines Leckageschutzsystems hinter dem Wasserzähler mit Turbine, Motorventil, Steuereinheit, Drucksensor und Wassermelder. Die Nummern folgen der Erkennung über das Absperren bis zum Alarm.

  1. Turbine zählt Zapfmengen: Eine kleine Turbine misst den Durchfluss und liefert Signale an die Steuereinheit, die Volumen, Entnahmezeit und Durchfluss mit Grenzwerten vergleicht. Für ein Einfamilienhaus nennt das IFS als Beispiel 150 Liter, 30 Minuten und 2000 Liter je Stunde.
  2. Drucksensor merkt Mikroleckagen: Fällt der Druck, ohne dass gezapft wird, wertet der Sensor das als Leckage. Nur so lassen sich Mikroleckagen erkennen, bei denen Durchflusssensoren und Wasserzähler gar nicht anlaufen, dafür drohen Fehlalarme durch tropfende Hähne.
  3. Wassermelder schlägt an: Wassermelder am Boden messen Feuchtigkeit und schlagen schon bei kleinen Mengen an. Weil vorher niemand weiß, wo ein Schaden auftritt, braucht es je nach Objekt mehrere Melder, Funkmelder brauchen regelmäßig neue Batterien.
  4. Ventil schließt von selbst: Zum Absperren dienen motorbetriebene Kugelhähne oder Magnetventile, die über ein elektrisches Signal schließen. Den Impuls geben eingebaute Sensoren, ausgelegte Wassermelder oder eine Gefahrenmeldeanlage.
  5. Alarm, Nachricht aufs Handy: Die Steuereinheit am Ventil alarmiert akustisch und optisch. Ist niemand im Haus, erreicht das niemanden, darum senden Geräte mit Internetanbindung im Schadenfall eine Nachricht an festgelegte Personen.
  6. Schützt die ganze Anlage dahinter: Die Mengenmessung bietet allgemeinen Schutz für die ganze Installation, Feuchtigkeitsmelder sichern sensible Bereiche, und die Druckmessung erkennt Mikroleckagen. Kombiniert ist die Schutzwirkung besonders hoch.

Warum sich Leitungswasserschäden nur begrenzen lassen

Mit jedem Meter installierter Leitung und jeder eingebauten Armatur steigt nach der Marktübersicht des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung die Wahrscheinlichkeit eines Schadens.[1] Die Ursache kann ein handwerklicher Fehler sein, mangelhaftes Material, eine falsche Planung oder unzulässige Betriebsbedingungen, und weil Leitungswasserinstallationen nur eine begrenzte Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren haben, treten Schäden danach zwangsläufig ein.[1]

Leitungswasserschäden lassen sich nach dem Institut deshalb kaum völlig verhindern, wohl aber lässt sich verhindern, dass aus einem kleinen Schaden ein Großschaden wird.[1] Ein Schaden fängt fast immer klein an, und seine Größe hängt von der ausgetretenen Wassermenge ab und von der oft unterschätzten Einwirkungszeit, besonders in Gebäuden mit Innenausbau in Trockenbauweise.[1]

Großschäden sind nach dem IFS in aller Regel dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Schadeneintritt und Entdeckung mehrere Tage, manchmal sogar Wochen vergangen sind.[1] Reparatur und Trocknung übernimmt, wo sie besteht, die Leitungswasserversicherung, die Belastungen darüber hinaus sind oft erheblich: Räume können wegen der Trocknung wochenlang nicht genutzt werden, und für vernichtete Akten oder Fotoalben gibt es keinen Ersatz.[1]

Drei Anforderungen an ein Leckageschutzsystem

Geräte für den Leckageschutz müssen nach dem IFS drei Kriterien zuverlässig erfüllen: Ein Leitungswasserschaden soll möglichst schnell erkannt werden, unmittelbar danach muss die Installation automatisch abgesperrt werden, und eine Alarmmeldung muss eine verantwortliche Person zuverlässig erreichen.[1] Für jedes Kriterium gibt es unterschiedliche technische Lösungen, und entsprechend unterscheiden sich die Angebote am Markt.[1]

Leckageschutzsysteme sind einsatzfähige Komplettsysteme, die stets eine Sensorik zur Erkennung und eine automatische Absperrvorrichtung haben, und sie können eine DVGW-Zertifizierung nach der Prüfvorschrift VP 638:2004-11 erhalten, die ordnungsgemäße Beschaffenheit und Funktion bestätigt.[1] Der DVGW listet zertifizierte Systeme auf seiner Internetseite für Zertifizierungen.[1]

Wie ein Schaden erkannt wird

Wassermelder messen Feuchtigkeit und schlagen schon bei kleinen Mengen an, da man vorher aber nicht weiß, wo ein Schaden auftritt, braucht es je nach Objekt oft mehrere Melder, und Funkmelder sparen zwar Kabel, verlangen aber regelmäßig neue Batterien.[1] Eine kleine Turbine misst dagegen den Durchfluss und liefert über den Hall-Effekt Signale an eine Steuereinheit, die Volumen einer Zapfung, Entnahmezeit und Durchfluss mit Grenzwerten vergleicht.[1]

Für ein Einfamilienhaus nennt das IFS als Beispiel ein Volumen von 150 Litern, eine Entnahmezeit von 30 Minuten und einen Durchfluss von 2000 Litern je Stunde, und wird einer dieser Werte überschritten, sperrt das System ab.[1] Aufwendige Installationen sind dafür nicht nötig, im Schadenfall tritt aber bis zur Abschaltung die eingestellte Höchstmenge aus, und ungewöhnliche, aber gewollte Entnahmen können Fehlalarme auslösen.[1]

Ein Drucksensor wertet es als Leckage, wenn der Druck ohne Zapfung abfällt, und ist damit sehr empfindlich, aber auch anfällig für Fehlalarme, etwa wenn ein Hahn nicht fest geschlossen ist oder das Schwimmerventil der Toilettenspülung nicht richtig schließt.[1] Mikroleckagen erkennen nach dem Institut nur Drucksensoren, weil die austretenden Mengen so gering sind, dass die Durchflusssensoren von Leckagedetektoren und auch Wasserzähler gar nicht anlaufen, und über Monate und Jahre können solche Leckagen ganze Gebäude durchfeuchten.[1]

Erkennungsarten im Vergleich
Verfahren Stärke Schwäche
Wassermelder am Boden schlägt schon bei kleinen Mengen an mehrere Melder nötig, Funkmelder brauchen Batterien
Durchflussmessung mit Turbine wenig Installationsaufwand, schützt die ganze Anlage bis zur Abschaltung tritt die eingestellte Menge aus
Druckmessung erkennt auch Mikroleckagen Fehlalarm bei tropfendem Hahn oder undichtem Spülkasten

Nach der Marktübersicht Leckageschutz des IFS. Die Verfahren lassen sich in einem System kombinieren.[1]

Die Verfahren lassen sich kombinieren, und die Schutzwirkung ist dann besonders hoch: Die Mengenmessung bietet allgemeinen Schutz, Feuchtigkeitsmelder sichern sensible Bereiche, und die Druckmessung erkennt Mikroleckagen.[1] Ein anderes Schutzkonzept hält die Leitung grundsätzlich geschlossen und öffnet sie nur bei Bedarf, etwa über Bewegungsmelder an den Zapfstellen.[1] Eine ausgelaufene Waschmaschine erkennt ein Wassermelder am Boden darunter meist früher als jede Mengenmessung.

Absperren und alarmieren

Zum Absperren setzen die Geräte am Markt nach dem IFS motorbetriebene Kugelhähne oder Magnetventile ein, die über ein elektrisches Signal öffnen und schließen, und den Impuls können eingebaute Sensoren, ausgelegte Wassermelder oder eine Gefahrenmeldeanlage geben.[1] Das Ventil kann dauerhaft offen sein und im Schadenfall schließen, im Schadenfall nur eine Person informieren, bei Abwesenheit dauerhaft geschlossen sein oder grundsätzlich geschlossen bleiben und nur bei Bedarf öffnen, und bei der Auswahl ist auch zu klären, wie sich das Ventil bei Stromausfall verhält.[1] Wer ein Ferienhaus aus der Ferne überwachen will, braucht dafür eine Alarmmeldung, die auch ohne Anwesenheit sicher ankommt.

Üblich sind akustische und optische Alarme an der Steuereinheit, die meist am Absperrventil sitzt, und wer im Haus ist, merkt den Schaden auch daran, dass kein Wasser mehr fließt.[1] Ist niemand anwesend, erreicht diese Art der Alarmierung niemanden, und Geräte mit Internetanbindung senden im Schadenfall deshalb eine Nachricht an festgelegte Personen, womit nach dem Institut eine höhere Sicherheitsstufe erreicht wird.[1]

Wo das System in der Installation sitzt

Hinter dem Wasserzähler ergibt sich nach einer Marktübersicht der IKZ-HAUSTECHNIK folgende Reihenfolge, wenn alle Schutz- und Sicherungsmaßnahmen eingesetzt werden: Absperrarmatur, Rückflussverhinderer, Feinfilter, Druckminderer, Leckageschutzsystem, Enthärtungsanlage, Dosieranlage und Verteilerarmaturen.[2] Manche Hersteller bieten den Leckageschutz zusammen mit Filter-Druckminderer-Kombinationen an, einige Geräte haben eine Urlaubsfunktion, und je nach System wird die ganze Installation überwacht oder einzelne Bereiche als eigene Meldezonen.[2]

Grenzen hat der Einsatz dort, wo die Versorgung nie unterbrochen werden darf, etwa bei Leitungen, die Wasser für Feuerlöschzwecke bereitstellen, oder bei Zuleitungen zu Sicherheitseinrichtungen wie thermischen Ablaufsicherungen.[2] Solche Einrichtungen müssen nach dem Beitrag gegebenenfalls über eine eigene Leitung versorgt werden, die in Fließrichtung vor der Sicherheitsabsperrung abzweigt.[2]

Was Leckageschutz bewirken kann

Zwei beim IFS tätige Autoren schätzen, dass allein bei den Schäden durch Flexschläuche in Deutschland jedes Jahr rund 100 Millionen Euro eingespart werden könnten, wäre Leckageschutz bereits ein etablierter Standard.[3] Weil nach 30 bis 50 Jahren die meisten Bauteile einer Installation ihre Grenznutzungsdauer erreichen und die Schäden dann rapide steigen, halten sie den Einbau solcher Einrichtungen für dringend empfehlenswert.[3]

Schon 2010 schlug das IFS nach der IKZ vor, Leitungswasserinstallationen grundsätzlich mit einem automatisch schließenden Leckageschutzventil auszurüsten, und wünschte sich eine Verbreitung, die mit der von Rauchmeldern vergleichbar ist.[2] Durchgesetzt hatten sich die automatischen Absperrvorrichtungen zum Zeitpunkt des Beitrags auf breiter Ebene noch nicht.[2]

Ein Leckageschutz ersetzt nicht die Erneuerung einer verschlissenen Installation. Er sorgt dafür, dass ein Schaden, der trotzdem eintritt, klein bleibt.

Leckageschutz nach einem Wasserschaden

Bei der Sanierung nach einem Wasserschaden liegt die Installation oft offen, und das ist ein guter Zeitpunkt, über einen Leckageschutz nachzudenken. Besonders dort, wo Leitungen im Estrich oder hinter Fliesen liegen oder ein Haus wochenlang leer steht, begrenzt die automatische Absperrung, was ein nächster Schaden anrichten kann.

Welches System passt, hängt vom Gebäude ab: ob die Druckmessung Mikroleckagen erkennen soll, ob Wassermelder unter Geräten und in Technikräumen nötig sind und wer den Alarm bekommt. Den Einbau übernimmt ein Fachbetrieb für Sanitärinstallation, wir sagen nach der Trocknung, wo im Haus die empfindlichen Stellen liegen.

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Belege

Quellen

  1. Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): Leckageschutz für Leitungswasserinstallationen (Marktübersicht). S. 1 bis 5. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20↑21↑22↑23↑24↑25
  2. IKZ-HAUSTECHNIK, Strobel Verlag: Wasser-Wächter: Marktübersicht Leckageschutzsysteme für Trinkwasserinstallationen. Beitrag vom 22.06.2011. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  3. haustec.de, Alfons W. Gentner Verlag: Warum Flexschläuche so viele Schäden verursachen. Dr. Rolf Voigtländer und Dr. Frank Nahrwold, Abschnitt Wie wäre es mit Leckageschutz. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2
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