Ferienhaus aus der Ferne überwachen: Temperatur, Feuchte, Wasser
Die Antwort in Kürze
Sinnvoll sind Sensoren für Raumtemperatur, Luftfeuchte und austretendes Wasser, die bei Grenzwerten eine Nachricht auf das Smartphone schicken, denn im leeren Haus nimmt niemand Leuchtdioden oder Summer am Gerät wahr.[1] Ab 60 Prozent relativer Luftfeuchte steigt nach einem Gerätehersteller die Korrosionsgeschwindigkeit stark an.[2] Weil die Geräte am Internet hängen, gehören eigene Passwörter, Updates und ein eigenes Netz ohne Gäste dazu.[3]
Was sich aus der Ferne messen lässt
- Raumtemperatur, damit ein Heizungsausfall auffällt, bevor Leitungen frieren
- relative Luftfeuchte, damit Feuchte und Schimmelgefahr früh sichtbar werden
- Wasser am Boden, über Melder an Waschmaschine, Spüle, Bad und Heizung
- Wasserverbrauch und Druck, über ein Leckageschutzsystem am Hausanschluss
- Stromausfall, über Geräte, die das Fehlen der Netzspannung melden
Keines dieser Signale ersetzt den Blick vor Ort, aber zusammen zeigen sie, ob im Haus etwas aus dem Ruder läuft. Ein Temperaturverlauf über Wochen verrät auch, ob die Heizung zuverlässig arbeitet, und Feuchtewerte zeigen, ob das Haus über den Winter zu kalt und zu feucht wird. Steigen die Werte stark, kann der Notdienst noch am selben Tag klären, ob die Feuchte nur in der Luft liegt oder schon im Bauteil steckt.
Warum die Nachricht auf das Telefon kommen muss
Die Höhe eines Leitungswasserschadens hängt nach dem IFS, dem Institut der öffentlichen Versicherer für Schadenverhütung, von der ausgetretenen Menge und von der Einwirkungszeit ab, eine schnelle Alarmierung ist darum von essenzieller Bedeutung.[1] Sind keine Menschen im Haus, werden Leuchtdioden und Summer an einem Gerät nicht wahrgenommen, und auch ein abgesperrtes Ventil fällt niemandem auf.[1]
Geräte, die mit dem Internet verbunden sind und im Schadenfall eine Nachricht an einen festgelegten Personenkreis senden, erreichen nach dem Institut eine höhere Sicherheitsstufe.[1] Für Ferienhäuser misst das Institut der Alarmierung noch höhere Bedeutung bei als für bewohnte Einfamilienhäuser.[1] Einige Systeme lassen sich auch an Gefahrenmeldeanlagen anschließen, dafür sind aber individuelle Anpassungen nötig.[1] Mit einem Wasserstopp im Ferienhaus lässt sich die Alarmierung koppeln, dann schließt die Zuleitung, während die Nachricht unterwegs ist.
Legen Sie fest, wer die Nachricht bekommt, wer vor Ort fahren kann und was bei einem Alarm in der Nacht geschieht. Eine Meldung, die nur auf einem Telefon im Urlaub ankommt, hilft wenig, wenn niemand in der Nähe den Schlüssel hat. Diese Rolle kann eine Ferienhausverwaltung am Ort übernehmen, wenn sie einen Schlüssel hat und auch nachts erreichbar ist.
Welche Feuchtewerte kritisch sind
Für die Feuchte nennt der Gerätehersteller REMKO eine Orientierung: Unter 50 Prozent relativer Luftfeuchte ist die Korrosionsgeschwindigkeit unbedeutend, unter 40 Prozent zu vernachlässigen, ab 60 Prozent steigt sie stark an.[2] Diese Grenze gilt nach dem Hersteller auch für viele andere Materialien, etwa pulverförmige Stoffe, Verpackungen, Holz oder elektronische Geräte.[2]
Steigt die Feuchte über Wochen, ohne dass jemand im Haus ist, hat sie eine Quelle: eine undichte Leitung, ein feuchter Keller, ein Dach, durch das Regen dringt, oder Räume, die zu kalt sind. Ein Sensor im Keller und einer an der kältesten Außenwand zeigen mehr als einer mitten im Wohnzimmer. Lässt sich die Quelle nicht sehen, spürt eine Leckageortung das undichte Rohr hinter Putz oder unter dem Boden auf.
Die Geräte sicher einrichten
Vernetzte Sensoren und Steuerungen sind Geräte im Internet der Dinge, und für sie gelten nach dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik dieselben Risiken wie für Computer oder Smartphones.[3] Schon vor dem Kauf sollte feststehen, dass der Hersteller Softwareupdates über die typische Nutzungsdauer liefert, und ein Gerät ohne Sicherheitsupdates sollte ausgetauscht werden.[3]
- beim ersten Anschließen ein eigenes, individuelles Passwort setzen, keine Standardpasswörter[3]
- Passwörter mit mindestens acht Zeichen, für das WLAN mindestens 20 Zeichen, nicht aus dem Wörterbuch und ohne gängige Zahlenfolgen oder Tastaturmuster[3]
- das voreingestellte Passwort des Routers ändern, Updates einspielen und die Firewall aktivieren[3]
- eine Zwei-Faktor-Authentisierung nutzen, wo sie angeboten wird[3]
- auf verschlüsselte Übertragung achten[3]
- Universal Plug and Play am Router abschalten, damit die Geräte nicht unkontrolliert ins Internet kommunizieren[3]
Ins Internet gehört ein Smarthome nach dem Bundesamt nur, wenn ein Fernzugriff unbedingt notwendig ist.[3] Beim Ferienhaus ist er das, weil die Meldungen sonst niemanden erreichen. Für den Zugriff von unterwegs nennt das Bundesamt ein Virtuelles Privates Netzwerk, einen gesicherten Tunnel vom Smartphone zum Router, den moderne Router einfach einrichten können.[3]
Ein Netz für die Sensoren, eines für die Gäste
Das Bundesamt rät, vernetzte Geräte in einem separaten Netz zu betreiben, das keine Verbindung zu Computern oder sensiblen Daten hat, und viele Router können dafür ein eigenes WLAN einrichten.[3] Bietet ein Router keine solche Trennung, aber ein Gäste-WLAN, kann auch dieses die Geräte aufnehmen, dann aber ausschließlich sie, und seine Zugangsdaten gehen an niemanden weiter.[3] In einer Ferienwohnung, deren Gäste-WLAN die Gäste nutzen, scheidet dieser Weg also aus.
Router und Steuerung gehören an einen Ort, zu dem Gäste keinen Zugang haben. USB- und Netzwerkanschlüsse sollten nach dem Bundesamt nicht frei zugänglich sein, weil sie Dritten als Einfallstor in das Netzwerk dienen können.[3] Für Temperatur, Feuchte und Wasser braucht es weder Kamera noch Mikrofon, und das Bundesamt rät, vor dem Einsatz zu klären, welche Sensoren ein Gerät hat, welche Daten es aufzeichnet und wohin es sie sendet.[3]
Strom, Akku und Mobilfunk
Eine Überwachung nützt nur, solange sie selbst funktioniert. Bei einem Stromausfall funktionieren nach dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Licht und Heizung nicht mehr, und Internet und Mobilfunk sind gestört.[4] In der Regel ist ein Stromausfall in wenigen Stunden behoben, bei großflächigen Schäden kann es aber auch Tage dauern.[4] Im Winter steht dann im Ferienhaus die Heizung, und womöglich kommt nicht einmal die Meldung darüber an.
Geräte mit Akku und eigenem Mobilfunkmodul überbrücken kurze Ausfälle besser als Technik, die allein am Router hängt. Funkwassermelder brauchen nach dem Institut regelmäßig neue Batterien, das erhöht den Wartungsaufwand.[1] Prüfen Sie die Technik vor jedem Winter: Batterien wechseln, Testalarm auslösen, Empfänger der Nachrichten aktualisieren. Ein Sensor, dessen Batterie im Dezember leer ist, meldet den Rohrbruch im Januar nicht.
Häufige Fragen
Ersetzt die Fernüberwachung die Kontrollbesuche?
Das klären Sie vorher schriftlich mit Ihrem Versicherer. Die Sensoren melden einen Ausfall früher, schauen aber nicht nach Sturmschäden, Einbruch oder Flecken an der Decke.
Darf ich die Sensoren ins Gäste-WLAN hängen?
Nur, wenn dieses WLAN ausschließlich den Geräten dient und seine Zugangsdaten an niemanden weitergegeben werden.[3] Nutzen Gäste es, braucht die Technik ein eigenes Netz.
24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen
Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.
Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.
Belege
Quellen
- Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): Leckageschutz für Leitungswasserinstallationen, Marktübersicht. Abschnitte Alarmierung und Ferienhaus, Stand Februar 2019. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
- REMKO GmbH & Co. KG (Hersteller): Bedienungs- und Installationsanleitung Luftentfeuchter ETF 360 Eco und ETF 460 Eco. Abschnitt Luftentfeuchtung, Version DE Y12. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Smarthome: den Wohnraum sicher vernetzen. Abschnitte Updates, Passwörter, lokale Nutzung, VPN, separates Heimnetz und physikalische Sicherheit. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Vorsorge und Handeln bei Stromausfall. Einleitung und Abschnitt Ursachen. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2
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