Waschmaschine ausgelaufen: Was ist jetzt zu tun?
Die Antwort in Kürze
Schalten Sie zuerst die Sicherung ab, wenn Wasser an Steckdose oder Stecker steht, und schließen Sie dann den Wasserhahn am Geräteanschluss. Nehmen Sie das Wasser auf, fotografieren Sie den Schaden und prüfen Sie, ob es unter Fliesen oder Boden gezogen ist. Wasser aus Leitungen und den dazugehörigen Anlagen ist ein Fall für die Wohngebäudeversicherung, Ihre eigenen Sachen ersetzt die Hausratversicherung.[1]
Erst der Strom, dann das Wasser
Eine Waschmaschine steht in Bad, Küche, Hauswirtschaftsraum oder Keller, also dort, wo Steckdosen tief sitzen. Steht Wasser bis an Stecker oder Steckdose, schalten Sie die Sicherung des Raums ab, bevor Sie hineingreifen. Ist der Sicherungskasten selbst nass oder nur durch das Wasser zu erreichen, gehen Sie nicht hinein und lassen die Feuerwehr oder den Netzbetreiber Ihres Ortes kommen. Ist alles trocken, genügt es, das Gerät auszuschalten und den Stecker zu ziehen.
Danach schließen Sie den Wasserhahn, an dem der Zulaufschlauch hängt. Klemmt er oder tropft es am Hahn selbst weiter, drehen Sie den Hauptabsperrhahn zu. Der Zulaufschlauch steht unter Leitungsdruck und läuft weiter, solange der Hahn offen ist, während aus dem Ablauf nur Wasser kommt, wenn die Maschine abpumpt.
Zulauf, Ablauf oder Dichtung
Die Stelle, an der das Wasser steht, gibt einen ersten Hinweis auf die Ursache. Ein nasser Bereich hinter der Maschine spricht für Zulauf oder Ablauf, eine Pfütze vorn vor der Tür für die Türdichtung oder ein nicht richtig verschlossenes Flusensieb. Bei einer ausgelaufenen Spülmaschine ist das Bild ähnlich, nur sammelt sich das Wasser unter der Küchenzeile, wo es lange unbemerkt bleibt. Läuft Wasser nur beim Abpumpen aus, liegt der Verdacht beim Ablaufschlauch oder bei seinem Anschluss am Siphon.
- Zulaufschlauch: Risse, Knicke, eine lockere Verschraubung am Hahn oder am Gerät
- Ablaufschlauch: nicht fest im Siphon, abgerutscht oder verstopft
- Türdichtung: verschmutzt, eingerissen, Fremdkörper wie Münzen oder Bügel
- Flusensieb: nach der Reinigung nicht ganz zugedreht
Ob das Gerät selbst defekt ist, etwa an Pumpe oder Laugenbehälter, klärt ein Kundendienst. Bis dahin bleibt der Wasserhahn zu.
Wenn das Wasser in die Wohnung darunter läuft
In einem Mehrfamilienhaus bleibt Wasser nicht unbedingt dort, wo es ausgetreten ist. Es läuft durch Fugen, an Rohrdurchführungen entlang und über die Randdämmung in die Decke, und die Nachbarn unten können zuerst einen Fleck sehen. Klingeln Sie deshalb gleich bei der Wohnung unter Ihnen, auch wenn dort noch nichts zu sehen ist, damit Ihre Nachbarn Elektrogeräte und Möbel aus dem Bereich nehmen können.
Halten Sie fest, wann der Schaden passiert ist, wann Sie ihn bemerkt haben und was Sie unternommen haben. Diese Angaben fragen Versicherer und Vermieter ab, und sie helfen, wenn später zu klären ist, ob der Schaden in Ihrer Wohnung oder im Gemeinschaftseigentum entstanden ist.
Was ein Aquastop leistet
Ein Aquastop ist ein Zulaufschlauch mit Sicherheitsventil, das bei einem Leck die Wasserzufuhr sperrt. Für das AquaStop seiner Geräte übernimmt Bosch eine Haftungsgarantie, die so lange gilt wie das Gerät selbst, sofern der Wasserschaden auf einen Fehler dieses Systems zurückgeht.[2]
Die Bedingungen sind klar: Das Gerät muss nach der Anleitung des Herstellers fachgerecht aufgestellt und angeschlossen sein und am Stromnetz hängen, und bei längerer Abwesenheit, etwa einem mehrwöchigen Urlaub, muss der Wasserhahn geschlossen sein.[2] Defekte Zuleitungen oder Armaturen bis zum Anschluss am Wasserhahn deckt die Garantie nicht.[2] Ein Aquastop ersetzt also nicht den Blick auf Hahn und Schlauch.
Gebäude, Hausrat, Haftpflicht: wer zahlt
Nach dem Versichererverband GDV ersetzt die Wohngebäudeversicherung Schäden durch wasserführende Leitungen und die dazugehörigen Anlagen am Gebäude und trägt auch die Trocknung. Ihre eigenen Möbel, Teppiche, Kleidung und elektrischen Geräte schützt die Hausratversicherung gegen Leitungswasser.[1] Für die Abwicklung mit der Versicherung zählt, dass Ursache, Umfang und Verlauf der Trocknung belegt sind. Trifft einen Mieter ein Verschulden, übernimmt seine Haftpflichtversicherung die Schäden am Eigentum des Vermieters und an fremdem Inventar.[1]
Wohnen Sie zur Miete, zeigen Sie den Schaden dem Vermieter unverzüglich an. Unterlassen Sie die Anzeige, müssen Sie den daraus entstehenden Schaden ersetzen.[3] Bei einem Wasserschaden im Mehrfamilienhaus gehört die Meldung an die Hausverwaltung dazu, damit sie den Gebäudeversicherer einschaltet. Läuft das Wasser in die Wohnung darunter, sagen Sie auch dort Bescheid, damit die Nachbarn ihre Sachen sichern können.
Trocknen, bevor es unter den Boden zieht
Auf einem gefliesten Boden kann ein Wasserschaden harmlos aussehen, weil sich die Pfütze schnell aufwischen lässt. Wasser, das an den Wänden über die Randfuge oder durch undichte Fugen nach unten läuft, erreicht aber den Estrich und die Dämmung darunter. Dort trocknet es ohne Technik kaum.
Das Umweltbundesamt empfiehlt nach Überflutungen einen zügigen und sachkundigen Trocknungsbeginn, weil sich sonst Schimmel ausbreiten kann.[4] Wir übertragen das auf jede größere Wassermenge aus einer Leitung und messen deshalb an mehreren Stellen, auch an den Wänden knapp über dem Boden, und entscheiden danach, ob eine Trocknung des Bodenaufbaus nötig ist.
Damit es nicht wieder passiert
- den Wasserhahn bei längerer Abwesenheit schließen, wie es auch die Garantiebedingungen verlangen[2]
- Zulaufschlauch regelmäßig auf Risse, Knicke und Feuchte an den Verschraubungen ansehen
- den Ablaufschlauch im Siphon sichern, damit er beim Abpumpen nicht herausrutscht
- die Maschine nicht laufen lassen, während niemand zu Hause ist
- in Räumen ohne Bodenablauf einen Wassermelder oder Leckageschutz vorsehen
Häufige Fragen
Darf ich die Maschine danach wieder benutzen?
Erst wenn die Ursache gefunden und behoben ist. Sind Stecker, Steckdose oder Elektronik nass geworden, gehört das Gerät vor dem nächsten Einschalten zum Kundendienst.
Muss ich als Mieter den Vermieter informieren, wenn nur der Boden nass ist?
Ja. Ein Mangel, der sich während der Mietzeit zeigt, ist dem Vermieter unverzüglich anzuzeigen, und wer das unterlässt, haftet für den Schaden, der daraus entsteht.[3]
Zahlt die Versicherung auch die Trocknung?
Bei einem versicherten Leitungswasserschaden trägt die Wohngebäudeversicherung nach dem Versichererverband auch die Trocknungskosten.[1] Dazu gehört eine nachvollziehbare Messung zu Beginn und am Ende, die der Trocknungsbetrieb protokolliert.
Hilft es, die Waschmaschine auf einen Sockel zu stellen?
Gegen ein Leck nicht. Ein Sockel ändert nichts daran, wohin das Wasser läuft. Wirksamer sind ein geschlossener Hahn bei Abwesenheit, ein Aquastop und ein Wassermelder am Boden.
24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen
Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.
Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.
Belege
Quellen
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Wasserschäden: Welche Versicherung zahlt? Abschnitte zu Wohngebäude-, Hausrat- und Haftpflichtversicherung, Stand 21.01.2022. Abgerufen am 04.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
- Robert Bosch Hausgeräte GmbH: AquaStop Garantie bei Wasserschäden. Abschnitte Geltungsdauer, Voraussetzungen und Ausschlüsse. Abgerufen am 04.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
- Bundesministerium der Justiz: Bürgerliches Gesetzbuch, § 536c Während der Mietzeit auftretende Mängel; Mängelanzeige durch den Mieter. § 536c Abs. 1 und 2. Abgerufen am 04.10.2026. ↑1↑2
- Umweltbundesamt: Wasser weg, was nun? Meldung vom 10.06.2013, Abschnitt zum Trocknen. Abgerufen am 04.10.2026. ↑
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