Kellerlichtschacht
Auch: Lichtschacht, Kellerschacht
Ein Kellerlichtschacht ist ein Schacht vor einem Kellerfenster, das unter der Geländeoberkante liegt, und bringt Licht und Luft in den Keller. Als Öffnung in der Gebäudehülle unter Gelände ist er bei Starkregen eine typische Eintrittsstelle für Oberflächenwasser.[1] Schutz bieten Aufkantungen, Abdeckungen, ein Ablauf mit Rückstauschutz und hochwasserbeständige Schächte und Fenster.[1][2]
So kommt Starkregen durch den Kellerlichtschacht
Schematische Darstellung einer Kellerwand im Schnitt mit Fenster unter Gelände, Lichtschacht mit Gitterrost und Aufkantung, Regen und Wasser über das zum Haus geneigte Gelände, Wasser im Schacht, Ablauf mit Rückstauklappe am Kanal und Wasserspur innen unter dem Fenster. Die Nummern begleiten das Wasser von der Öffnung bis zur Spur im Keller.
- Öffnung unter dem Gelände: Der Lichtschacht bringt Licht und Luft an ein Kellerfenster, das unter der Geländeoberkante liegt. Als Öffnung in der Gebäudehülle unter Gelände ist er bei Starkregen eine typische Eintrittsstelle für Oberflächenwasser.
- Gelände fällt zum Haus: Fällt das Gelände zum Gebäude hin, läuft oberflächlich abfließendes Wasser über Kellerfenster und Türen ins Haus. Das Gelände soll vom Gebäude weg geneigt sein, Niederschlagswasser darf nicht in oder an Lichtschächte geführt werden.
- Aufkantung hält Wasser ab: Schon kleine Aufkantungen schützen Lichtschächte und Kellertreppen, dazu kommen Abdeckungen und bei drückendem Wasser Öffnungen mindestens 30 Zentimeter über dem Bemessungswasserstand. Hochwasserbeständige Schächte sind robuste Kästen, dicht am Gebäude montiert.
- Schacht läuft voll: Der Schacht sammelt Regen von oben und Wasser vom Gelände. Läuft er voll, steht das Wasser am Kellerfenster an, und ein gewöhnliches Fenster hält dem Druck nicht stand, druckdichte, selbstschließende Fenster sind die Alternative.
- Ablauf mit Rückstauklappe: Der Ablauf am Schachtboden hängt an Drainage oder Kanal. Am Kanal braucht er eine Rückstausicherung, sonst drückt bei Starkregen das Wasser aus dem Kanal von unten in den Schacht, und der Ablauf nützt nur, wenn Laub und Erde ihn nicht zusetzen.
- Spur vom Fenster nach unten: Ist Wasser durch den Schacht eingedrungen, zeigt sich innen eine Wasserspur vom Fenster nach unten und feuchtes Mauerwerk unter der Brüstung. Betreten wird der Raum erst, wenn die Sicherung aus ist, und ein Sicherungskasten im Wasser heißt: Keller gesperrt, Feuerwehr oder Netzbetreiber rufen.
Wie Wasser durch den Lichtschacht in den Keller kommt
Der Leitfaden Starkregen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zählt die Wege auf, auf denen Wasser bei Starkregen in ein Gebäude dringt.[1] Dazu gehören Grundwasser durch Kellerwände und Sohle, Rückstau aus der Kanalisation, Wasser durch undichte Fugen oder an Hausanschlüssen entlang und Oberflächenwasser durch Tür- und Fensteröffnungen, Lichtschächte und tief liegende Garagen.[1]
Ein Lichtschacht sammelt Regen von oben und Wasser, das über das Gelände zum Haus fließt. Läuft er voll, steht das Wasser am Kellerfenster an, und ein gewöhnliches Fenster ist dafür nicht gebaut. In der Selbsteinschätzung des Leitfadens werden deshalb alle Öffnungen zu Kellern und Tiefgeschossen erfasst, Rampen, Kellerabgänge, Lüftungsöffnungen und Fenster.[1]
Ist durch den Schacht schon Wasser in den Keller gelaufen, wird zuerst der Strom an der Sicherung abgeschaltet, der Lichtschalter allein genügt nicht. Wer den Sicherungskasten im Wasser sieht, bleibt draußen und verständigt Feuerwehr oder örtlichen Netzbetreiber. Steigt das Wasser noch, geht niemand in den Keller hinunter.
Aufkantung und Abdeckung des Kellerlichtschachts
Kellertreppen und Lichtschächte lassen sich nach dem Leitfaden schon durch kleine Aufkantungen schützen und sollten zusätzlich Abläufe haben, die an die Drainage oder das Entwässerungssystem angeschlossen sind.[1] Hängt der Ablauf am Kanal, ist zusätzlich der Schutz gegen Rückstau zu prüfen, sonst drückt das Wasser aus dem Kanal von unten in den Schacht.[1]
Überdachungen halten das Niederschlagswasser vor tiefer liegenden Eingängen fern, und in der Maßnahmenliste des Leitfadens stehen Aufkantungen von Lichtschächten und gegebenenfalls ihre Abdeckung, daneben Schwellen vor Kellerabgängen, druckdichte Fenster und Türen und das Abdichten von Rohrdurchlässen.[1] Das Gelände um das Haus sollte vom Gebäude weg geneigt sein, das Niederschlagswasser ist nach der Richtlinie der Deutschen Bauchemie vom Gebäude abzuleiten und darf nicht in oder an Anbauteile wie Lichtschächte geführt werden.[3]
Der Lichtschacht als Anbauteil an der Abdichtung
Lichtschächte und Außentreppen sind nach der Richtlinie so zu planen und auszuführen, dass ihre Setzungen die Abdichtung der Kellerwand nicht schädigen.[3] Bei Bodenfeuchte und nicht drückendem Wasser ist konstruktiv sicherzustellen, dass der Einbau die Abdichtung nicht in ihrer Funktion einschränkt, bei drückendem Wasser sind die Unterkanten von Bauwerksöffnungen mindestens 30 Zentimeter über dem Bemessungswasserstand anzuordnen.[3]
Türschwellen und Fensterbänke dürfen nicht überstaut werden, etwa durch vorgelagerte Entwässerung oder nachweislich ausreichende Versickerung.[3] Anbauteile müssen sich nach der Richtlinie mit dem Gebäude setzen können, damit sie nicht abreißen und Undichtigkeiten entstehen.[3]
Lässt sich der Abstand der Öffnung zum Bemessungswasserstand baulich nicht einhalten, sind vorgesetzte druckwasserdichte Maßnahmen verpflichtend, und Lichtschächte aus Einbauteilen brauchen dann einen Nachweis nach den Prüfgrundsätzen PG-ÜBB.[3] Wassersammelnde Konstruktionen sind zusätzlich rückstausicher zu entwässern, wenn ein Wassereintritt durch Niederschlag nicht anders ausgeschlossen werden kann.[3]
Hochwasserbeständige Lichtschächte und Kellerfenster
Lichtschächte um Kellerfenster können nach der Hochwasserschutzfibel des Bundesbauministeriums hochwasserbeständig ausgeführt werden, als besonders robuste Kästen, die dicht am Gebäude montiert werden.[2] Damit kein Grundwasser durch den Grundablass eintritt, wird dort eine Rückstausicherung eingebaut.[2]
Als hochwasserbeständig gelten Fenster und Türen nach der Fibel, wenn sie dem Wasserdruck standhalten und nur geringe Mengen Wasser durchlassen.[2] Weil der Druck mit dem Wasserstand steigt, kommt es auf die zulässige Einstauhöhe eines Systems an, die der Hersteller meist als Höhe über der Fensterunterkante angibt, bei Kellerfenstern ist das besonders zu beachten.[2] Lässt sich stehendes Wasser vor einem Fenster baulich nicht vermeiden, nennt der Leitfaden wasser- und druckdichte Einbauten als Alternative, etwa ein druckdichtes, selbstschließendes Fenster.[1] Automatisch arbeitende Schutzsysteme sind nach dem Leitfaden Starkregen anderen Lösungen vorzuziehen.[1] Starkregen kommt nach dem Leitfaden sehr plötzlich und mit wenig Vorwarnzeit, mobile Systeme brauchen aber immer jemanden vor Ort, der sie aufbaut.[1]
Für Fenster- und Türöffnungen nennt die Fibel abgestufte Lösungen: Bei geringen Wasserständen von Zentimetern oder Dezimetern können Sandsäcke reichen, bei höheren Ständen Dammbalken direkt vor der Öffnung, außerdem passgenaue Einsatzelemente mit Profildichtungen, sogenannte Schotts.[2] Hochwasserschutzwände um das Haus sind nach ihrer Grundregel nur sinnvoll, wenn das Gebäude auch gegen eindringendes Grundwasser und Rückstau aus der Kanalisation gesichert ist.[2] Abdichtung und Schutz am Gebäude selbst sind nach der Fibel im Allgemeinen einfacher umzusetzen als Maßnahmen im Außenbereich, vorausgesetzt, die Außenwände sind ausreichend standsicher, wasserbeständig und dicht.[2]
Rückstau und Dachwasser am Lichtschacht
Hängt der Ablauf eines Lichtschachts am Kanal, kommt es auf die Rückstauebene an. Ihre Höhe legt nach dem Leitfaden Starkregen die Entwässerungssatzung der Gemeinde fest, im Normalfall liegt sie auf Höhe des nächsten Schachts oder der Bordsteinkante.[1] Bei Starkregen entstehen die meisten Überflutungsschäden im Gebäude nach dem Leitfaden durch fehlende, falsch montierte oder defekte Rückstausicherungen.[1]
Auch das Dach spielt mit: Sind Dachrinnen und Fallrohre verstopft, schießt das Wasser bei Starkregen über die Rinne hinweg, läuft an den Hauswänden herunter und gelangt so zu Gebäudeöffnungen, regelmäßige Wartung ist deshalb wichtig.[1] Ein Lichtschacht unter einer überlaufenden Rinne bekommt dann ein Vielfaches des Regens ab, der direkt in ihn fällt.
Pflege des Kellerlichtschachts
Ein Ablauf im Lichtschacht nützt nur, wenn er frei ist. Laub, Erde und Abfälle setzen den Ablauf zu, und Gitterroste halten nicht alles zurück. Die Selbsteinschätzung des Leitfadens nennt die Wartung sämtlicher Abläufe und Entwässerungsrinnen ausdrücklich als Maßnahme.[1]
Für die Kontrolle gehören zu jedem Lichtschacht drei Fragen: Ist der Ablauf frei und läuft Wasser ab, schließt der Schacht dicht an die Wand an, und ist das Kellerfenster dicht und verschlossen? Wer länger verreist, sollte die Kellerfenster schließen und Abdeckungen auflegen, wo es sie gibt.
Die Checkliste des Leitfadens hilft bei der Einschätzung: Fällt das Gelände zum Gebäude hin, kann oberflächlich abfließendes Wasser über Kellerfenster und Türen ins Haus gelangen, und liegen Räume unterhalb der Rückstauebene, sollten alle Entwässerungseinrichtungen darin gegen Rückstau geschützt und die Rückstausicherungen funktionsfähig sein.[1] Für gefährdete Keller nennt die Selbsteinschätzung außerdem, dort keine Wertgegenstände und keine wassergefährdenden Stoffe zu lagern, Lagerflächen aufzuständern und Elektro-, Kommunikations- und Heizungsinstallationen hoch zu legen.[1]
Wasser im Keller durch den Lichtschacht
Ist nach einem Starkregen Wasser durch einen Lichtschacht in den Keller gelaufen, zeigt sich das an einer Wasserspur vom Fenster nach unten und an feuchtem Mauerwerk unter der Brüstung. Betreten wird der Raum erst, wenn der Strom an der Sicherung abgeschaltet ist.
Wir pumpen ab, trocknen Wände und Boden technisch und messen, wie weit die Feuchte in Mauerwerk und Estrich gezogen ist. Den Lichtschacht prüfen wir auf einen verstopften Ablauf, einen undichten Anschluss an die Wand und fehlenden Rückstauschutz, damit sich der Schaden beim nächsten Regen nicht wiederholt. Fotos und Messwerte halten wir für die Versicherung fest.
24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen
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Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.
Belege
Quellen
- Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR): Leitfaden Starkregen: Objektschutz und bauliche Vorsorge. Sonderveröffentlichung November 2018, Kapitel 4 (S. 15 und 16), Checkliste (S. 25), Abschnitte 6.1 und 6.1.2 (S. 30 bis 32) und Anhang Selbsteinschätzung. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17
- Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB): Hochwasserschutzfibel: Objektschutz und bauliche Vorsorge. 9. überarbeitete Auflage, Stand Februar 2022, Abschnitte 7.2.2, 8.5.1 bis 8.5.3 und 10.3, S. 36, 45, 49 bis 51, 54, 55, 59, 61 und 69. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
- Deutsche Bauchemie e.V.: Richtlinie für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit polymermodifizierten Bitumendickbeschichtungen (PMBC). 4. Ausgabe Dezember 2018, elektronische Ausgabe aktualisiert März 2020, Vorwort, Teil A Abschnitte 4 bis 10, Teil B Abschnitte 2, 3, 5 bis 9 mit Tabelle 7, Teil C Abschnitt 1. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
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