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Ausbildung Stuckateur: Was lernst du?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Die Ausbildung zum Stuckateur dauert nach der Ausbauberufeausbildungsverordnung drei Jahre.[1] Du lernst Putze innen und außen, Stuck, Wärmedämmung und Trockenbau, und nach dem Bundesinstitut für Berufsbildung gehört auch die Sanierung und Instandhaltung von Stuck, Putzen und Trockenbaukonstruktionen dazu.[2] Der modernisierte Beruf gilt nach der IHK Berlin für alle Ausbildungsverträge mit Beginn ab dem 01.08.2026.[3]

Innenräume und Fassaden gestalten

Stuckateure sind nach dem Bundesinstitut für Berufsbildung auf die Gestaltung von Innenräumen und Fassaden spezialisiert, sie wenden Gestaltungsprinzipien bei Stuck-, Putz- und Trockenbauarbeiten an und ziehen, schneiden, versetzen und putzen Stuckprofile ein.[2] Sie stellen Putze innen und außen her, bauen Wärmedämm-Verbundsysteme und Dämmstoffe für Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz ein und führen Trockenbauarbeiten aus.[2] Dazu kommen Brandschutzkonstruktionen und technische Systeme für Energiegewinnung und Belüftung, die in Bauteile integriert werden.[2]

Ihren Arbeitsplatz haben Stuckateure nach dem Institut in Betrieben des Stuckateurhandwerks oder in Betrieben des Ausbaus.[2] Zu den klassischen Techniken, die die IHK Berlin in ihrem Berufsbild nennt, gehören das Ziehen von Stuckprofilen am Tisch und vor Ort, Antragstuck sowie Arbeiten in Stuccolustro- und Stuckmarmortechnik.[3]

Was im Berufsbild steht

Zu den berufsprofilgebenden Inhalten gehören nach § 6 der Ausbauberufeausbildungsverordnung unter anderem das Herstellen von Putzen und Stuck, Energieeffizienzmaßnahmen sowie Schall- und Brandschutz, das Prüfen, Bewerten und Vorbereiten von Untergründen, Trockenbaukonstruktionen, Stuckarbeiten und das Beschichten von Oberflächen.[1] Ausdrücklich genannt ist auch das Sanieren und Instandhalten von Stuck, Putzen und Trockenbaukonstruktionen.[1] Im Alltag heißt das nach dem Bundesinstitut: Aufträge übernehmen, Arbeiten planen, Baustellen einrichten, Baustoffe auswählen und verarbeiten, Zeichnungen erstellen, messen, Untergründe prüfen, Maschinen einsetzen und die Qualität sichern.[2] Beim Beschichten von Oberflächen überschneidet sich der Beruf mit der Ausbildung zum Maler und Lackierer, und auf Sanierungsbaustellen arbeiten beide oft Hand in Hand.

Daneben stehen nach der Verordnung Inhalte aus anderen Bauberufen, etwa Beton, Mauerwerk, Estrich, Fliesen und Rückbau, die im Zusammenhang mit der eigenen Arbeit vermittelt werden.[1] Integrativ kommen Sicherheit und Gesundheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie die digitalisierte Arbeitswelt hinzu, etwa beim Messen mit digitalen Geräten und beim digitalen Skizzieren.[1]

Stufenausbildung: der Weg über den Ausbaufacharbeiter

Der Stuckateur ist nach der IHK Berlin die zweite Stufe der Stufenausbildung in der Bauwirtschaft, und die erste Stufe ist der Ausbaufacharbeiter.[3] Wer die zweijährige Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter erfolgreich abgeschlossen hat, ist nach § 48 der Verordnung von Teil 1 der Stuckateurprüfung befreit, und die Ausbildungszeit kann im Umfang von 24 Monaten angerechnet werden, sofern Betrieb und Auszubildender das vereinbaren.[1]

Die Verordnung sichert auch den Fall ab, dass es am Ende nicht klappt: Wer die Stuckateurprüfung nicht besteht, aber in Teil 1 mindestens ausreichende Leistungen gezeigt hat, erwirbt nach § 49 auf Antrag den Abschluss als Ausbaufacharbeiter, sofern auch die übrigen Anforderungen erfüllt sind.[1] So stehst du nach einer verpatzten Prüfung nicht ohne Abschluss da.

Die Prüfung in zwei Teilen

Nach § 37 liegt der erste Teil der zweiteiligen Gesellen- oder Abschlussprüfung im vierten Ausbildungshalbjahr und der zweite zum Ende der Ausbildung.[1] Geprüft werden im ersten Teil die Inhalte der ersten 24 Monate, und im zweiten kommen diese nur noch vor, soweit es für die Feststellung der beruflichen Handlungsfähigkeit nötig ist.[1]

Teil 2 findet nach § 41 in vier Prüfungsbereichen statt: Herstellen von Stuck-, Putzflächen und Wärmedämmung, Durchführen von Stuck- und Putzarbeiten, Durchführen von Trockenbauarbeiten sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.[1] Für den praktischen Bereich mit Stuck, Putz und Dämmung hast du nach § 42 insgesamt 14 Stunden für Arbeitsaufgabe und Dokumentation.[1]

Was in der praktischen Prüfung verlangt wird

Im Prüfungsbereich Herstellen von Stuck-, Putzflächen und Wärmedämmung zeigst du nach § 42, dass du Zeichnungen auswerten, Höhen, Längen und Winkel messen, Stuck- und Putzflächen und Wärmedämmung herstellen, Stuckprofile ziehen und versetzen, Oberflächen gestalten, Aufmaße erstellen und Ergebnisse beurteilen kannst.[1]

Grundlage ist eine von drei Tätigkeiten: eine Wand- und Deckenputzfläche mit Trockenbaukonstruktion, ein Fassadendetail im Wärmedämmverbundsystem oder Innendämmungen mit Anschlüssen und Durchdringungen in luftdichter Ebene.[1] Welche Tätigkeit zugrunde gelegt wird, entscheidet nach § 42 der Prüfungsausschuss.[1]

Schriftlich bearbeitest du nach § 43 in 120 Minuten praxisbezogene Aufgaben zu Stuck- und Putzarbeiten, etwa zu Mess- und Prüfverfahren, Stucktechniken, Innendämmung, Wärmedämm-Verbundsystemen und Sonderputzen.[1] Im Bereich Trockenbau sind es nach § 44 weitere 60 Minuten zu Trockenbaukonstruktionen, Brand- und Schallschutz und Fertigteilestrichen.[1]

Stuckateure in der Schadensanierung

Nach einem Wasserschaden sind Putz und Stuck die Bauteile, an denen man den Schaden zuerst sieht: Flecken, Ablösungen, aufgeweichte Flächen. Hier braucht es jemanden, der beurteilen kann, ob ein Putz bleiben kann, wie ein Untergrund vorbereitet wird und wie ein neuer Putz zum alten passt. Diese Arbeiten stehen im Berufsbild als Prüfen und Vorbereiten von Untergründen und als Sanieren und Instandhalten. In der schriftlichen Prüfung sollst du nach § 43 Schäden an Putz- und Trockenbauoberflächen oder an Wärmedämm-Verbundsystemen analysieren, den Ist-Zustand dokumentieren und Maßnahmen zur Schadensbegrenzung erläutern können.[1]

Als Fortbildung nennt das Bundesinstitut den Stuckateurmeister.[2] Wenn du gerne mit den Händen arbeitest, ein Auge für Flächen und Formen hast und Abwechslung zwischen Altbau, Neubau und Sanierung suchst, passt der Beruf. Bei uns arbeitest du dabei Hand in Hand mit Trocknung, Malern und Trockenbauern. Schick uns deine Bewerbung.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Stuckateur?

Drei Jahre nach § 2 der Ausbauberufeausbildungsverordnung.[1] Wer vorher Ausbaufacharbeiter war, kann sich 24 Monate anrechnen lassen, wenn die Vertragsparteien das vereinbaren.[1]

Gehört Trockenbau zur Stuckateur-Ausbildung?

Ja. Nach dem Bundesinstitut für Berufsbildung führen Stuckateure auch Trockenbauarbeiten und Brandschutzkonstruktionen aus.[2]

Klingt nach deinem Beruf?

Die Kurzbewerbung dauert drei Minuten: Name, Kontakt, fertig. Kein Anschreiben nötig.

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Belege

Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet: Verordnung über die Berufsausbildung in Ausbauberufen (Ausbauberufeausbildungsverordnung, AusbauBAusbV). §§ 2, 6, 37, 38, 41, 42, 48 und 49. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19
  2. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Stuckateur/Stuckateurin (Ausbildung). Beruf im Überblick, Tätigkeitsfelder, Daten und Fakten. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
  3. IHK Berlin: Stukkateur/-in: Information zum Ausbildungsberuf. Abschnitte Beruf in der Neuordnung und Berufliche Tätigkeitsfelder. Abgerufen am 06.10.2026. ↑1↑2↑3
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