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Bodenplatte: Betonplatte im Schnitt mit Bewehrung, Kies, Abdichtung unter den Wänden, Estrich, Rohrdurchführung mit Dichtung, Radon und Auftriebspfeilen

Bodenplatte

Auch: Fundamentplatte, Sohlplatte, Gründungsplatte

Die Bodenplatte ist die unterste Platte eines Gebäudes aus Beton oder Stahlbeton, bei einem Keller bildet sie zusammen mit den Außenwänden die Wanne.[1] Bei einem nicht unterkellerten Haus werden die Ver- und Entsorgungsleitungen von außen durch sie hindurchgeführt.[2] Gegen Feuchte von unten wird sie abgedichtet oder aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt.[3] Steigt das Grundwasser über die Gründungssohle, wirken auf sie Wasserdruck und Auftrieb.[4]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So hält die Bodenplatte das Haus trocken

Bodenplatte, Funktionsweise: Haus ohne Keller im Schnitt mit bewehrter Betonplatte, Kiesschicht darunter, schwarzer Abdichtung bis unter die Wände, Estrich, Abwasserrohr mit Dichtung durch die Platte, Radonwellen und Auftriebspfeilen im Grundwasser

Schematische Darstellung eines Hauses ohne Keller im Schnitt mit bewehrter Betonplatte, Kiesschicht darunter, Abdichtung bis unter die Wände, Estrich, Abwasserrohr mit Dichtung durch die Platte, aufsteigendem Radon und Auftriebspfeilen im Grundwasser. Die Nummern folgen dem Weg von der Platte über die Schichten zu Wasser, Radon und Rohr.

  1. Platte trägt und schließt ab: Die Bodenplatte aus Beton oder Stahlbeton trägt das Gebäude und schließt es nach unten ab, bei einem Keller bildet sie mit den Außenwänden die Wanne. Beim Abbinden erwärmt sich der Beton und erzeugt Zwang, die Bewehrung begrenzt die Rissbreiten.
  2. Kies hält Wasser von unten fern: Bei Bodenfeuchte und nicht drückendem Wasser liegt unter der Platte eine kapillarbrechende Schicht oder eine Sauberkeitsschicht. Sie unterbricht den kapillaren Wassertransport aus dem Erdreich in den Beton.
  3. Abdichtung bis unter die Wand: Auf der Platte liegt eine Bodenabdichtung, etwa aus Bitumendickbeschichtung, darüber Trennlage und Estrich. Unter den Wänden läuft eine Querschnittsabdichtung, an die die Bodenabdichtung herangeführt wird oder auf der sie mit Überlappung endet.
  4. Auftrieb bei hohem Wasser: Steigt Grundwasser über die Gründungssohle, wirken Wasserdruck und Auftrieb auf die Platte. Die Auftriebskraft wächst mit dem Wasserstand, übersteigt sie die Gebäudelasten, schwimmt das Gebäude auf, besonders kritisch ist die Bauphase.
  5. Radon bleibt draußen: Wer ein Gebäude mit Aufenthaltsräumen errichtet, muss den Zutritt von Radon aus dem Baugrund verhindern oder erheblich erschweren. Die Pflicht gilt als erfüllt, wenn der Feuchteschutz nach den anerkannten Regeln der Technik eingehalten ist.
  6. Rohr mit Dichtung: Leitungen für Strom, Wasser, Gas, Kommunikation und Abwasser kommen von außen durch die Platte, die Durchdringungen werden vor dem Betonieren mit Dichtungen eingebaut. Nachträglich vergossene Öffnungen bleiben Eintrittsstellen für Feuchte und Radon.

Aufgaben der Bodenplatte

Eine Bodenplatte trägt und schließt das Gebäude nach unten ab, und zugleich ist sie die Fläche, über die Bodenfeuchte, Sickerwasser oder Grundwasser von unten angreifen. Bei einer Weißen Wanne bildet sie mit den Außenwänden einen dichten Trog aus WU-Beton, eine eigene Abdichtung entfällt dann.[1] Bei Druckwasser haben sich nach dem InformationsZentrum Beton Sohlplatten von 25 Zentimetern Dicke bewährt.[1]

Beim Abbinden erwärmt sich der Beton, und die Temperaturunterschiede erzeugen Zwangsspannungen in der Platte.[1] Eine Gleitschicht zwischen Platte und Erdreich verringert die Reibung und damit den Zwang.[1] Je dicker die Platte, desto größer wird nach dem Zentrum der Zwang, und desto mehr Bewehrung braucht sie, um die Rissbreiten zu begrenzen.[1]

Abdichtung der Bodenplatte bei Bodenfeuchte

Für Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser zeigt die Richtlinie der Deutschen Bauchemie den Aufbau: unter der Platte eine kapillarbrechende Schicht oder eine Sauberkeitsschicht, auf der Platte eine Bodenabdichtung, etwa aus polymermodifizierter Bitumendickbeschichtung, darüber eine Trennlage und Estrich.[3] Unter den Wänden liegt eine Querschnittsabdichtung, idealerweise aus rissüberbrückender mineralischer Dichtungsschlämme.[3]

Die Abdichtung der Bodenplatte wird an die Querschnittsabdichtung unter den Wänden herangeführt oder endet mit Überlappung auf ihr, damit keine Feuchtebrücke bleibt und Feuchte aus der Platte nicht in den Wandputz gelangt.[3]

Gegen mäßig drückendes Wasser liegt die Abdichtung dagegen unter der Platte, wannenförmig auf einem bewehrten Unterbeton.[3] Unterbeton oder Sauberkeitsschicht müssen dafür nach der Richtlinie aus Beton mindestens der Güte C 20/25 bestehen und ausreichend bemessen sein, und bei drückendem Wasser berücksichtigt der Planer den Wasserdruck im Standsicherheitsnachweis.[3] Sie erhält vor dem Betonieren eine Schutzschicht auf zwei Lagen PE-Folie, ein Schutzestrich muss mindestens 5 Zentimeter dick sein.[3]

Leitungen durch die Bodenplatte

Jedes nicht unterkellerte Haus braucht Leitungen, die von außen durch die Bodenplatte kommen, für Strom, Wasser, Gas, Telekommunikation und Abwasser.[2] Eine gas- und wasserdichte Bodenplatte ist nach dem Fachverband für Hauseinführungen (FHRK) die wichtigste Grundlage für die Werthaltigkeit der Immobilie, und neben den Hausanschlüssen hat die fachgerecht abgedichtete Durchdringung der Abwasserleitungen großen Einfluss.[2] Für Strom, Gas, Wasser und Kommunikation nennt der Verband DVGW-zugelassene Ein- und Mehrsparten-Hauseinführungen.[2] Eine undichte Abwasserleitung unter der Platte fällt oft erst spät auf, etwa durch Geruch oder feuchte Stellen am Wandfuß.

Nachträglich vergossene quadratische Bodenöffnungen entsprechen ohne Zusatzmaßnahmen nicht dem Stand der Technik.[2] Sie sind nach dem Fachverband eine mögliche Eintrittsstelle für Feuchte, Schleich- und Radongas, weil sich eine sichere nachträgliche Abdichtung zum Rohr und zur glatten Betonfläche praktisch nicht herstellen lässt, außerdem sind sie auf der Baustelle eine Gefahrenstelle nach § 12a der DGUV-Vorschrift 38.[2] Die Industrie bietet Abdichtungen für Abwasserrohre, die vor dem Betonieren eingebaut werden.[2] Liegt der Verdacht auf ein Leck unter der Platte, grenzt eine Leckageortung die Stelle ein, bevor der Boden aufgestemmt wird.

Die Checkliste des Faltblatts empfiehlt, die Einführungspunkte mit den Versorgungsunternehmen festzulegen und in den Architektenplan eintragen zu lassen, neben dem Abwasser auch für Regenwassernutzung, Wärmepumpe, Lüftung, Außenbeleuchtung, Ladeinfrastruktur und Garage.[2] Was beim Betonieren nicht in der Platte liegt, lässt sich später nur mit Aufwand nachrüsten. Fehlt an einem Ablauf im Boden eine Sicherung, kann bei vollem Kanal Abwasser im Haus austreten.

Auch der Schutz vor Radon hängt an der Bodenplatte. Wer ein Gebäude mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen errichtet, muss nach § 123 des Strahlenschutzgesetzes, den der Fachverband zitiert, geeignete Maßnahmen treffen, um den Zutritt von Radon aus dem Baugrund zu verhindern oder erheblich zu erschweren.[2] Nach dem dort wiedergegebenen Auszug gilt die Pflicht unter anderem als erfüllt, wenn die Maßnahmen zum Feuchteschutz eingehalten sind, die die allgemein anerkannten Regeln der Technik verlangen.[2]

Auftrieb: wenn Wasser die Bodenplatte anhebt

Steigt Grundwasser über das Niveau der Gründungssohle, wirken nach der Hochwasserschutzfibel des Bundesbauministeriums Druck- und Auftriebskräfte auf das Gebäude.[4] Die Auftriebskraft hängt vom verdrängten Wasservolumen ab und wächst mit dem Wasserstand, übersteigt sie die Summe aller Gebäudelasten, schwimmt das Gebäude auf.[4] Wasserdichte Gebäude mit wenigen Geschossen haben nach der Fibel normalerweise nicht das gegen Auftrieb nötige Eigengewicht, besonders kritisch ist die Bauphase.[4]

Auftrieb betrifft nicht nur das ganze Haus. Übersteigt die Auftriebskraft überfluteter Fußbodenkonstruktionen die Auflast der darüber liegenden Schichten und des Inventars, schwimmt die Konstruktion auf, was in den überwiegenden Fällen zu ihrer Zerstörung führt.[4] Fachplanende können nach der Fibel die Auftriebssicherheit nachweisen, indem sie die Lasten des Gebäudes dem Gewicht der verdrängten Wassermenge gegenüberstellen.[4]

Bodenplatte, Dämmung und Fußbodenaufbau

Unter einer lastabtragenden Bodenplatte wird außerhalb der Abdichtung gedämmt, nach DIN 4108-10 mit Dämmstoffen des Anwendungstyps PB, etwa aus extrudiertem Polystyrolschaum.[5] Diese Platten tragen das Gewicht des Hauses und liegen im feuchten Erdreich, geschlossenzelliges XPS nimmt dabei praktisch kein Wasser auf.[5]

Wird nach einem Wasserschaden der Fußbodenaufbau auf einer Bodenplatte erneuert, kann das Gebäudemodernisierungsgesetz greifen. Nach Anlage 7 gilt für Decken, die beheizte Räume nach unten zum Erdreich abgrenzen, beim Aufbau oder bei der Erneuerung von Fußbodenaufbauten auf der beheizten Seite ein Höchstwert des U-Werts von 0,50 W/(m²·K).[6]

Keine Pflicht entsteht nach § 36, wenn die Änderung höchstens ein Zehntel der Fläche dieser Bauteilgruppe betrifft, und nach Fußnote 5 auch nicht bei Bauteilflächen, die nach dem 31.12.1983 gebaut oder erneuert wurden und damals die Energiesparvorschriften erfüllten.[6] Ist für die Dämmung aus technischen Gründen nur begrenzt Platz, genügt nach Fußnote 1 die nach anerkannten Regeln der Technik größtmögliche Dämmdicke, wenn der Dämmstoff höchstens 0,035 W/(m·K) Wärmeleitfähigkeit als Bemessungswert hat, eingeblasen oder aus nachwachsenden Rohstoffen höchstens 0,045 W/(m·K).[6]

Nasse Bodenplatte: woher das Wasser kommt

Feuchte auf einer Bodenplatte kann von unten kommen, aus einer undichten Leitung im Estrich oder in der Platte, von einer Fußbodenheizung oder von oben aus einem Wasserschaden. Wir messen die Feuchte im Raster über die Fläche und in der Tiefe, sehen uns an, wo die Leitungen liegen, und prüfen Durchdringungen, Fugen und Ränder.

Steigt Feuchte aus der Platte selbst auf, fehlt eine wirksame Abdichtung oder die Querschnittsabdichtung unter den Wänden, dann ist eine Trocknung allein keine Lösung. Kommt das Wasser aus einem Leck, trocknen wir Dämmschicht und Estrich und dokumentieren den Verlauf, bevor neue Beläge verlegt werden. Bevor jemand einen überfluteten Keller betritt, ist der Strom an der Sicherung abgeschaltet, steht der Sicherungskasten selbst unter Wasser, kommen Feuerwehr oder örtlicher Netzbetreiber, und bei steigendem Wasser bleibt der Keller ganz gesperrt.

Mit dem Auspumpen eines überfluteten Gebäudes kann nach der Hochwasserschutzfibel begonnen werden, sobald der Wasserstand außen niedriger ist als innen, wenn das Wasser nicht von selbst abfließt.[4] Um Auftriebsschäden zu vermeiden, beginnt das Auspumpen des Kellers erst nach Ablauf der Hochwasserwelle, und auch der Druck des Grundwassers ist zu beachten.[4]

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Belege

Quellen

  1. InformationsZentrum Beton GmbH: Weiße Wannen: Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton. Abschnitte Schwarze Wanne, Weiße Wanne, Grundsätze der Planung und Ausführung, Nutzungsklassen, Fugen und Bauausführung. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  2. Fachverband Hauseinführungen für Rohre und Kabel e.V. (FHRK): Projekt Dichte Bodenplatte. Faltblatt mit Checkliste, S. 2 bis 4. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10
  3. Deutsche Bauchemie e.V.: Richtlinie für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit polymermodifizierten Bitumendickbeschichtungen (PMBC). 4. Ausgabe Dezember 2018, elektronische Ausgabe aktualisiert März 2020, Vorwort, Teil A Abschnitte 4 bis 10, Teil B Abschnitte 2, 3, 5 bis 9 mit Tabelle 7, Teil C Abschnitt 1. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
  4. Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB): Hochwasserschutzfibel: Objektschutz und bauliche Vorsorge. 9. überarbeitete Auflage, Stand Februar 2022, Abschnitte 7.2.2, 8.5.1 bis 8.5.3 und 10.3, S. 36, 45, 49 bis 51, 54, 55, 59, 61 und 69. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
  5. WECOBIS, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und Bayerische Architektenkammer: Extrudierter Polystyrolschaum (XPS) (Produktgruppeninformation). Reiter Übersicht (Herstellung, Erscheinungsbild, Rückbaubarkeit) und Technisches (Tabelle Technische Daten, Anwendungsgebiete nach DIN 4108-10). Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2
  6. Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). § 36 und Anlage 7, Zeilen 6b und 6c mit Fußnoten 1 und 5. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3

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