Zum Inhalt springen
STMB24 GmbH Zur Startseite 24h Notruf 0162 4428440
Weiße Wanne: Betontrog im Schnitt mit Grundwasser und Druckpfeilen, Fugenband, Riss mit Ring, Rohrdurchführung mit Dichteinsatz, Regal im trockenen Keller

Weiße Wanne

Auch: WU-Betonwanne, WU-Konstruktion

Eine Weiße Wanne ist ein Keller, dessen Bodenplatte und Außenwände als geschlossene Wanne aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt sind, sodass der Beton zugleich trägt und abdichtet.[1] Eine zusätzliche Abdichtung mit Bahnen ist nicht nötig.[2] Ob sie dicht bleibt, entscheiden die Beherrschung von Rissen, die Abdichtung der Fugen und die Ausbildung von Durchdringungen, geplant nach der Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton.[1]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So hält die Weiße Wanne das Grundwasser draußen

Weiße Wanne, Funktionsweise: Keller im Schnitt als Betontrog mit dicken Wänden und Bodenplatte, Bewehrung, Grundwasser im Erdreich mit Druckpfeilen von den Seiten und von unten, Fugenband in den Arbeitsfugen, feiner Riss mit rotem Ring, Rohr mit Dichteinsatz, Regal im trockenen Keller

Schematische Darstellung eines Kellers im Schnitt als Betontrog im Grundwasser mit Druckpfeilen von den Seiten und von unten, Bewehrung, Fugenband in den Arbeitsfugen, feinem Riss, Rohrdurchführung mit Dichteinsatz und Regal im trockenen Keller. Die Nummern folgen dem Weg vom Baustoff über die Schwachstellen zum drückenden Wasser.

  1. Beton trägt und dichtet zugleich: Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton übernehmen die tragende und die abdichtende Funktion als monolithisches Bauwerk in einem. Der WU-Beton hat einen hohen Wassereindringwiderstand nach DIN EN 206-1 und DIN 1045-2, geplant wird nach der DAfStb-Richtlinie.
  2. Wände und Platte als eine Wanne: Bodenplatte und Außenwände entstehen als geschlossene Wanne aus WU-Beton, geschosshoch aus Ortbeton mit Systemschalung oder aus vorgefertigten Elementwänden. Zusätzliche Dichtungsbahnen sind nicht erforderlich, bei Druckwasser haben sich Sohlplatten von 25 Zentimetern Dicke bewährt.
  3. Fugenband in der Arbeitsfuge: Ob die Wanne dicht bleibt, entscheidet die Abdichtung der Fugen. Arbeitsfugen zwischen Platte und Wand werden mit Fugenbändern oder Fugenblechen abgedichtet, Bewegungsfugen sollen bei wasserundurchlässigen Bauwerken möglichst vermieden werden.
  4. Bewehrung hält Risse schmal: Beim Abbinden erwärmt sich der Beton, Temperaturunterschiede erzeugen Zwang. Die Bewehrung begrenzt die Rissbreiten so, dass Risse sich selbst heilen oder planmäßig verpresst werden, in Nutzungsklasse A sind Feuchtstellen innen ausgeschlossen, in Nutzungsklasse B an Rissen und Fugen zulässig.
  5. Rohr mit Dichteinsatz: Durchdringungen für Wasser, Abwasser, Strom und Gas sind planmäßig auszubilden und wasserdicht in den Beton einzubinden. Industriell gefertigte Dichteinsätze gelten dafür als Stand der Technik.
  6. Grundwasser drückt rundum: Steht Grundwasser über der Gründungssohle, wirken Wasserdruck und Auftrieb auf Wände und Platte, das ist Beanspruchungsklasse 1 mit ständig oder zeitweise drückendem Wasser. Sachkenntnis und Sorgfalt bei Planung und Ausführung entscheiden, ob das Bauwerk tatsächlich dicht ist.

Wasserundurchlässiger Beton: tragen und dichten in einem

Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton werden nach dem InformationsZentrum Beton auch Weiße Wannen genannt, sie übernehmen die tragende und die abdichtende Funktion als monolithisches Bauwerk in einem.[1] Bodenplatte und Außenwände entstehen als geschlossene Wanne aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand nach DIN EN 206-1 und DIN 1045-2, dem WU-Beton.[1] Für die Planung wird auf die Richtlinie Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton des DAfStb verwiesen.[1]

Errichtet wird die Weiße Wanne nach dem Zentrum geschosshoch, entweder aus Ortbeton mit Systemschalung oder aus vorgefertigten Elementwänden, den Dreifachwänden.[1] Die Hochwasserschutzfibel des Bundesbauministeriums beschreibt sie als Ausbildung der Außenwände und der Bodenplatte als geschlossene Wanne aus WU-Beton nach den geltenden Regelwerken, zusätzliche Dichtungsbahnen sind nicht erforderlich.[2] Gegen Abwasser im Haus nach Rückstau schützt eine solche Wanne allerdings nicht, weil das Wasser dann durch die eigenen Leitungen kommt.

Gegenüber der Schwarzen Wanne mit eigener Abdichtung spart die Weiße Wanne beim Bau Arbeitsgänge.[1] Sachkenntnis und Sorgfalt bei Planung und Ausführung bleiben nach dem Zentrum trotzdem entscheidend dafür, dass das Bauwerk tatsächlich dicht ist.[1]

Nutzungsklassen und Beanspruchungsklassen der Weißen Wanne

Grundlage jeder Planung ist die Festlegung von Nutzung und Beanspruchung. Der Planer legt mit dem Bauherrn eine Nutzungsklasse fest.[1] Zur Nutzung gehört auch die Frage, wie ein Heizöltank bei Hochwasser gegen Aufschwimmen gesichert wird, falls doch Wasser in den Keller gelangt.

Klassen für wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton
Klasse Bedeutung
Nutzungsklasse A Feuchtstellen innen als Folge eines Wasserdurchtritts sind auszuschließen
Nutzungsklasse B Feuchtstellen im Bereich von Trennrissen, Sollrissquerschnitten und Fugen sind zulässig
Beanspruchungsklasse 1 ständig oder zeitweise drückendes Wasser, WU-Dächer
Beanspruchungsklasse 2 Bodenfeuchte, an der Wand ablaufendes Wasser

Nach dem InformationsZentrum Beton auf Grundlage der DAfStb-Richtlinie.[1]

Soll ein Keller als Wohnraum dienen, passt dazu nach dieser Einteilung nur Nutzungsklasse A, denn Feuchtstellen an der Innenseite wären dort nicht hinnehmbar. Der Bemessungswasserstand ist der höchste innerhalb der Nutzungsdauer zu erwartende Grundwasser-, Schichtenwasser- oder Hochwasserstand, eine Beurteilung beim Aushub ist nur eine Momentaufnahme und reicht nicht.[1] Zusätzlich wird geprüft, ob Grundwasser oder Boden den Beton chemisch angreifen, berücksichtigt in den Expositionsklassen XA1 bis XA3.[1]

Trennrisse: drei Entwurfsgrundsätze

Ob eine Weiße Wanne dicht ist, hängt an den Rissen, die durch die ganze Bauteildicke gehen. Das InformationsZentrum Beton nennt drei Entwurfsgrundsätze:[1]

  • Grundsatz a: Trennrisse vermeiden, durch eine zwangarme Konstruktion mit konstruktiven, betontechnischen und ausführungstechnischen Maßnahmen
  • Grundsatz b: Trennrissbreiten festlegen, über fein verteilte Bewehrung, Wasser strömt dann durch die Risse, die sich durch Selbstheilung schließen
  • Grundsatz c: wenige, breitere Risse zulassen und planmäßig abdichten, etwa mit Sollrissfugen mit Fugenband oder Injektionssystem oder durch Injektion entstandener Risse

Zwang entsteht in Ortbeton durch Temperaturunterschiede bei der Hydratation. Gleitschichten zwischen Sohlplatte und Erdreich oder seitlich eingebaute Dämmplatten verringern ihn, ebenso Fugen als Sollrissstellen, die nach Wandabmessungen, Bewehrung, Wärmeentwicklung und Schwinden angeordnet werden.[1] Nischen, Vertiefungen und Wandversprünge sind zu vermeiden, weil in einspringenden Ecken Kerbspannungen Risse begünstigen.[1]

Bauteildicke, Beton und Fugen

Die Bauteildicke richtet sich nach der Statik, mit zunehmender Dicke wächst aber auch der Zwang, und es wird mehr Bewehrung zur Begrenzung der Rissbreiten nötig.[1] Bei Druckwasser haben sich nach dem Zentrum für Sohlplatten Dicken von 25 Zentimetern und für Stahlbetonwände von 30 Zentimetern bewährt.[1] Für Dreifachwände nennt die Seite eine Mindestdruckfestigkeit C25/30 und einen Wasserzementwert von höchstens 0,60, außerdem wird am Wandfuß ein Fallpolster aus Beton mit 8 Millimetern Größtkorn empfohlen.[1]

Verlauf und Abdichtung der Fugen dürfen nicht der Baustelle überlassen werden, sie gehören bis ins Detail in die Planung.[1] Abgedichtet werden sie mit Fugenblechen, Fugenbändern oder Injektionsschläuchen, Bewegungsfugen gleichen Temperaturänderungen oder ungleiche Setzungen aus, sollten aber möglichst vermieden werden, Scheinfugen werden als Kerbe dort angelegt, wo im jungen Beton Risse zu erwarten sind.[1] Tritt an einer Fuge später Wasser aus, zeigt eine Leckageortung, wo die Wanne von innen verpresst werden muss.

Werden bei einer Weißen Wanne nur die Fugen außen mit Bitumendickbeschichtung abgedichtet, ist das eine streifenförmige Abdichtung, die nach der Richtlinie der Deutschen Bauchemie einen bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweis braucht.[3]

Betonieren und Überwachen einer Weißen Wanne

Wasserundurchlässiger Beton ist nach der Hochwasserschutzfibel kein Baustoff, er beschreibt eine Bauweise.[2] Erst das Zusammenspiel von Beton mit niedrigem Porenvolumen, einer Bewehrung, die Rissbreiten begrenzt, besonderen Maßnahmen an Fugen und Durchdringungen und bauteilspezifischen Mindestdicken ergibt ein Bauteil mit hohem Wassereindringwiderstand.[2]

Weil die Bauteile einer Weißen Wanne hoch bewehrt sind und trotzdem gründlich verdichtet werden müssen, sind nach dem InformationsZentrum Beton Rüttellücken vorzusehen und Gesteinskörnung und Größtkorn auf die enge Bewehrung abzustimmen.[1] Am Wandfuß entstehen leicht Fehlstellen, deshalb wird die freie Fallhöhe beim Einfüllen begrenzt, damit sich der Beton nicht entmischt, und Abstandhalter bestehen aus wasserdichtem Material wie Beton oder Faserzement.[1]

Ist ein Bauteil für einen einzigen Betoniervorgang zu groß, entstehen Arbeitsfugen.[1] Beim Verdichten werden die Schichten dort miteinander vernadelt, die Rüttelflasche taucht also noch einmal in die schon verdichtete untere Lage ein.[1] Die Fibel nennt als eine Lösung für eine dichte Arbeitsfuge ein Fugenband aus Kunststoff, das je zur Hälfte im erhärteten und im frischen Beton steckt.[2]

Junger Beton wird abgedeckt, damit Temperaturunterschiede und Austrocknen keine Risse auslösen.[1] Baustellen mit Weißer Wanne und drückendem Wasser fallen nach dem Zentrum in die Überwachungsklasse 2 nach DIN EN 13670 und DIN 1045-3, neben der Eigenüberwachung des Bauunternehmens ist dann eine Fremdüberwachung vorgesehen.[1]

Durchdringungen in wasserundurchlässigem Beton

Schalungsanker und Rohrdurchführungen dürfen eine Weiße Wanne nur rechtwinklig durchdringen. Für Rohre eignen sich nach dem Zentrum Mantelrohre, Kernbohrungen mit Dichteinsatz oder Flanschrohre mit Dichtflansch.[1] Der Fachverband Hauseinführungen für Rohre und Kabel empfiehlt bei WU-Bauwerken den Einbau von Futterrohren, alternativ eine Kernbohrung, wobei freigelegter Bewehrungsstahl gegen Korrosion geschützt werden muss, etwa durch Beschichtung, Expansionsharz oder Vergussmörtel über die ganze Wanddicke.[4]

Die Lage aller Leitungen sollte vor Baubeginn feststehen, denn nachträgliche Öffnungen in einer fertigen Weißen Wanne sind aufwendig.[4] Die Hochwasserschutzfibel nennt druckwassersichere Wanddurchführungen als Teil hochwassersicherer Installationen.[2]

Feuchte in der Weißen Wanne

Nicht jede Feuchte in einem Keller aus WU-Beton bedeutet, dass die Wanne undicht ist. Wir prüfen bei einem Feuchteschaden zuerst, ob Wasser durch einen Riss, eine Fuge oder eine Durchführung eindringt, ob eine Leitung leckt oder ob sich Tauwasser an der kühlen Betonwand niederschlägt. Feuchtstellen, die genau einem Riss oder einer Fuge folgen, weisen auf einen Wasserdurchtritt hin, flächige Feuchte bei warmem, feuchtem Wetter eher auf Kondensation.

Fehlstellen lassen sich bei einer Weißen Wanne nach dem InformationsZentrum Beton vergleichsweise leicht finden und reparieren, weil die Fehlstelle in der Regel dort liegt, wo auch ausgebessert wird, abgedichtet wird von der Innenseite durch Verpressen.[1] Kleinere, anfangs durchfeuchtete Risse können sich unter bestimmten Voraussetzungen auch selbst schließen, vor allem durch die Bildung von Kalkstein und die weitere Hydratation des Zementsteins.[1]

Ob ein Riss von selbst zugeht oder verpresst werden muss, entscheidet ein Fachbetrieb. Wir trocknen den Raum, dokumentieren Lage und Verlauf der Feuchtstellen mit Fotos und Messwerten und sorgen dafür, dass Bodenaufbau und Wandbekleidung erst wieder geschlossen werden, wenn die Ursache behoben und der Beton trocken ist.

24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen

Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.

Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.

0162 4428440 24h Notruf

Belege

Quellen

  1. InformationsZentrum Beton GmbH: Weiße Wannen: Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton. Abschnitte Schwarze Wanne, Weiße Wanne, Grundsätze der Planung und Ausführung, Nutzungsklassen, Fugen und Bauausführung. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20↑21↑22↑23↑24↑25↑26↑27↑28↑29
  2. Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB): Hochwasserschutzfibel: Objektschutz und bauliche Vorsorge. 9. überarbeitete Auflage, Stand Februar 2022, Abschnitte 7.2.2, 8.5.1 bis 8.5.3 und 10.3, S. 36, 45, 49 bis 51, 54, 55, 59, 61 und 69. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  3. Deutsche Bauchemie e.V.: Richtlinie für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit polymermodifizierten Bitumendickbeschichtungen (PMBC). 4. Ausgabe Dezember 2018, elektronische Ausgabe aktualisiert März 2020, Vorwort, Teil A Abschnitte 4 bis 10, Teil B Abschnitte 2, 3, 5 bis 9 mit Tabelle 7, Teil C Abschnitt 1. Abgerufen am 05.10.2026. ↑
  4. Fachverband Hauseinführungen für Rohre und Kabel e.V. (FHRK): Planung Gebäudeeinführungen (Planungshilfe). Ausgabe mit Anforderungen im Bestand, S. 2 bis 12 und 20 bis 24. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2
Nach oben 24h Notruf 0162 4428440