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Fugenband

Auch: Fugendichtband

Ein Fugenband ist ein Dichtungsprofil aus Elastomer, PVC oder beschichtetem Stahlblech, das in Arbeits-, Bewegungs- und Sollrissfugen wasserundurchlässiger Betonbauteile einbetoniert oder aufgeklebt wird und den Wasserweg durch die Fuge sperrt.[1] Es ist Teil eines geschlossenen Fugenabdichtungssystems, das der Planer für das ganze Bauwerk festlegt, und seine Verwendbarkeit richtet sich nach DIN 7865, DIN 18541 und DIN 18197.[2][1]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Fugen in der Weißen Wanne

Das Zement-Merkblatt H 11 unterscheidet in wasserundurchlässigen Bauwerken aus Beton drei Fugenarten: Arbeitsfugen zwischen zwei Betonierabschnitten, Bewegungsfugen, die Längenänderungen und Setzungen aufnehmen, und Sollrissfugen, an denen der Beton gezielt reißen soll.[1] Die Sohle einer Weißen Wanne ist nach BauNetz Wissen mindestens 25 cm dick, Wände aus Ortbeton oder Elementwänden mindestens 24 cm und Fertigteilwände mindestens 20 cm, und eine Sollrissfuge schwächt den Querschnitt um mindestens ein Drittel.[3][1]

Tritt an einer Fuge Wasser in den Keller und sammelt es sich auf der Sohle, kommt vor jedem Blick auf die Stelle die Kellersicherung heraus, mit dem Lichtschalter ist nichts gewonnen. Ein nass gewordener Sicherungskasten bleibt unberührt, das Abschalten übernehmen dann die Feuerwehr oder der örtliche Netzbetreiber, und während der Wasserstand noch steigt, bleibt die Kellertür zu.

Wie ein Fugenband den Wasserweg sperrt

Das Merkblatt beschreibt sechs Abdichtungsprinzipien: das Labyrinth, bei dem die Rippen eines einbetonierten Fugenbands den Weg des Wassers verlängern, die Einbettung von Fugenblechen, den Quelldruck von Quellbändern, die Injektion über Schläuche, die Adhäsion aufgeklebter Bänder und Klemmkonstruktionen.[1] Innen liegende Fugenbänder werden in der Mitte des Querschnitts einbetoniert, außen liegende Bänder sitzen auf der wasserzugewandten Seite, weil sie das Wasser nur dort gegen den Beton drücken kann.[1]

Fugenbänder aus PVC werden nach dem Merkblatt auf der Baustelle stumpf verschweißt, Kreuzungen und Ecken kommen als werksgefertigte Formteile, und unbeschichtete Fugenbleche sind nur in Arbeitsfugen mit geringer Verformung bei Beanspruchungsklasse 1 und Nutzungsklasse A zulässig.[1] Ein Injektionsschlauch gilt danach nur als zweite Dichtung, die eine Fuge nachträglich schließt, wenn das erste System versagt, und er wird alle 10 bis 15 cm am Beton befestigt, damit er beim Betonieren nicht aufschwimmt.[1]

Bewegungsfugen und Dehnfugenbänder

Für Bewegungsfugen nennt BauNetz Wissen Dehnfugenbänder mit einem Mittelschlauch, der die Bewegung der beiden Bauteile aufnimmt, ohne dass das Band reißt.[3] Der Hersteller Sika gibt für seine Dehnfugenbänder Nennfugenweiten von 20 bis 30 mm an, einen Abstand zur Bewehrung von mindestens 20 mm, damit der Beton das Band umschließt, und einen Biegeradius von mindestens dem Dreißigfachen der Profilhöhe.[4] Die Bauteildicke muss danach mindestens der Breite des Fugenbands entsprechen, ein Band der Breite 320 mm braucht also eine 30 cm dicke Wand.[4]

Die Fuge selbst wird nach dem Merkblatt V-förmig mit einer Neigung von 10 bis 15 Grad ausgebildet, damit sich der Beton beim Verdichten unter dem Band schließt, und außen liegende Bänder dürfen nur auf der Wasserseite liegen.[1] Sika verlangt zu Kehlen und Ecken einen Abstand von mindestens 0,5 m, damit Stöße und Formteile nicht in der Ecke liegen, und die Lieferlängen der Rollen betragen 20, 25 oder 35 m.[4]

Vor der Auswahl des Bands legt der Planer nach Sika den Bemessungswasserstand fest, denn ein Band für Bodenfeuchte trägt keinen Grundwasserdruck, und die Prüfungen der Bänder gelten jeweils für einen bestimmten Druck.[4] Bei einem Anbau an ein bestehendes Haus liegt die Bewegungsfuge genau zwischen Alt und Neu, und dort setzt sich der neue Teil noch, während der alte ruht, sodass das Band diese Bewegung über Jahre aufnehmen muss.

Beanspruchungs- und Nutzungsklassen der WU-Richtlinie

Die WU-Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton teilt die Einwirkung nach einem Vortrag von Claus Flohrer zur Neufassung in die Beanspruchungsklasse 1 für ständig und zeitweise drückendes Wasser und die Klasse 2 für Bodenfeuchte und an der Wand ablaufendes Wasser ein.[2] In der Nutzungsklasse A ist danach ein Feuchtetransport in flüssiger Form nicht zulässig, trockene Bauteiloberflächen brauchen zusätzliche Maßnahmen, und die Klasse B lässt einen begrenzten Wasserdurchtritt als Feuchtigkeit oder tropfenweises Wasser zu.[2]

Für die Risse im Beton nennt der Vortrag drei Entwurfsgrundsätze: Risse vermeiden, Risse mit begrenzter Breite zulassen, die sich selbst heilen, oder Risse zulassen und planmäßig abdichten.[2] Die rechnerische Rissbreite liegt danach bei 0,20 mm, wenn das Verhältnis von Wasserdruckhöhe zu Bauteildicke höchstens 10 beträgt und die Druckhöhe 3,0 m nicht überschreitet.[2] Jede Fuge gehört in ein geschlossenes Fugenabdichtungssystem, das der Planer in den Ausführungsplänen festlegt, mit Bandtyp, Lage und Stößen.[2]

DIN 18197 und die Fugenbandnormen

DIN 18197 regelt das Abdichten von Fugen in Beton mit Fugenbändern und gilt nach dem Einführungsbeitrag für Bänder aus Elastomer nach DIN 7865 und aus thermoplastischem Kunststoff nach DIN 18541.[5] Die Ausgabe vom August 2026 ersetzt die Fassung vom Januar 2018 und ändert unter anderem den Anwendungsbereich, die Begriffe, die Planungsgrundsätze und die Diagramme zur Auswahl der Bänder.[5]

Das Merkblatt H 11 nennt für die Verwendbarkeit der Fugenbänder dieselben Normen und gibt den Rechenweg für die Gesamtverformung einer Fuge aus den einzelnen Verformungsanteilen an, aus dem folgt, welches Band die Bewegung aufnehmen kann.[1]

Warum Fugenbänder undicht werden

Die Regeln des Merkblatts zielen auf die Schwachstellen des Fugenbands: die Stöße, die auf der Baustelle verschweißt werden, die Kreuzungen, die ein Formteil brauchen, und den Beton unter dem Band, der ohne Verdichtung Kiesnester bildet.[1] Ein Band, das beim Betonieren umgeknickt oder gegen die Bewehrung gedrückt wurde, liegt nicht mehr mittig und lässt Wasser an seiner Seite vorbei.

Im Keller zeigt sich das als Nässe entlang der Arbeitsfuge zwischen Sohle und Wand, als feuchter Streifen an einer senkrechten Wandfuge oder als Tropfen an einer Deckenfuge über einer Tiefgarage, nach Regen oder bei hohem Grundwasser. Nachträglich lässt sich eine undichte Fuge nach dem Merkblatt durch Injektion, durch ein aufgeklebtes Band, das über Adhäsion dichtet, oder durch eine Klemmkonstruktion schließen, die das Band mechanisch an den Beton presst.[1]

Undichte Fugen im Keller orten

Eine nasse Fuge sehen wir uns zuerst mit der Feuchtemessung entlang ihres Verlaufs an und suchen den Punkt mit dem höchsten Wert, denn dort tritt das Wasser ein und läuft dann in der Fuge weiter. Mit der Wärmebildkamera erkennen wir nachlaufendes Wasser als kälteren Streifen, und im Messprotokoll halten wir fest, ob die Fuge trocken bleibt, wenn draußen kein Wasser ansteht. Bei Tiefgaragen fahren wir die Fugen der Decke zusätzlich bei Regen ab, weil dort das Wasser nur kurz ansteht und die Spur schnell trocknet.

Der Betrieb, der die Fuge verpresst oder ein nachträgliches Band aufklebt, bekommt von uns die Lage der Eintrittsstelle mit Maßen und Fotos. Nach dem Schließen der Fuge trocknen wir Sohle und Wand und messen nach, bis die Werte dem übrigen Keller entsprechen.

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Belege

Quellen

  1. InformationsZentrum Beton GmbH: Zement-Merkblatt Hochbau H 11: Fugen und ihre Abdichtung in WU-Bauwerken aus Beton. Ausgabe 5.2016, Abschnitte zu Fugenarten, Abdichtungsprinzipien, Fugenbändern, Fugenblechen und Injektionsschläuchen. Abgerufen am 20.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12
  2. Deutscher Ausschuss für Stahlbeton e. V. (DAfStb): Zur Neufassung der WU-Richtlinie (Claus Flohrer), Vortrag auf der 5. DAfStb-Jahrestagung. Vortrag September 2017, Folien zu Beanspruchungsklassen, Nutzungsklassen, Entwurfsgrundsätzen, Rissbreiten und Fugenabdichtungssystem. Abgerufen am 20.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  3. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): Bauteildicke und Fugenausbildung. Fachwissen Beton, Weiße Wannen, Beitrag Bauteildicke und Fugenausbildung. Abgerufen am 20.10.2026. ↑1↑2
  4. Sika Deutschland GmbH: Abdichten mit Fugenbändern: Ratgeber für die Praxis, für Planer und Ausführende. Ratgeber für die Praxis, Abschnitte zu Fugenweiten, Bauteildicken, Bewehrungsabstand, Biegeradius und Einbau. Abgerufen am 20.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
  5. DIN Media GmbH: DIN 18197:2026-08, Abdichten von Fugen in Beton mit Fugenbändern. Ausgabe 2026-08, Einführungsbeitrag, Ersatzvermerk und Änderungsvermerk. Abgerufen am 20.10.2026. ↑1↑2
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