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Korkboden: Fußboden im Schnitt mit verklebten Korkfliesen, Wasser im Kleber, Fertigfußboden mit gequollenem Holzträger, Hygrometer und Lupe mit Korkgranulat

Korkboden

Auch: Korkbelag, Korkparkett

Korkboden ist ein Bodenbelag aus der Rinde der Korkeiche, die zerkleinert und mit Bindemitteln zu Platten gepresst wird.[1] Es gibt ihn als Korkfliesen, die mit dem Untergrund verklebt werden, als schwimmend verlegten Kork-Fertigfußboden mit Trägerplatte und als Korkmosaik aus runden Korkstücken.[2] Kork gilt als fußwarm und pflegeleicht, dämmt Wärme und Schall und lädt sich nicht elektrostatisch auf.[1]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So verhält sich Korkboden bei Luft und Wasser

Korkboden, Funktionsweise: Fußboden im Schnitt mit verklebten Korkfliesen und Wasser im Kleber, schwimmend verlegtem Kork-Fertigfußboden mit gequollenem Holzträger, Hygrometer mit Marke bei 40 Prozent, Sessel und Lupe mit Korkgranulat

Schematische Darstellung eines Fußbodens im Schnitt mit verklebten Korkfliesen, Wasser an einer Fuge im Kleber, schwimmend verlegtem Kork-Fertigfußboden mit gequollenem Holzträger, Lupe mit Korkgranulat und Zellen und Hygrometer mit der Marke bei 40 Prozent. Die Nummern folgen vom Granulat bis zum gequollenen Träger.

  1. Granulat gepresst: Die Rinde der Korkeiche wird zu Granulat zerkleinert und bei 120 Grad unter Druck zu Platten gepresst, als Bindemittel dienen Naturharz- oder synthetische Kleber. Die luftgefüllten Zellen machen Kork fußwarm und dämmen Wärme und Schall.
  2. Fliese geklebt und versiegelt: Korkfliesen werden direkt mit dem Unterboden verklebt, als Presskork oder mit Korkfurnier, und geölt, gewachst oder versiegelt. Vollflächig verklebte und versiegelte Korkböden eignen sich auch für Bad und Küche.
  3. Fertigboden auf Holzträger: Kork-Fertigfußböden sind schwimmend verlegte Elemente mit Nut und Feder auf einer Trägerplatte aus Holzwerkstoff und einer Korkauflage. Sichtbar ist Kork, unter der Oberfläche liegt bei diesen Böden ein feuchteempfindlicher Holzwerkstoff.
  4. Unter 40 %: Fugen: Kork nimmt wie Parkett Feuchte aus der Raumluft auf und gibt sie ab. Bleibt die Luftfeuchte lange unter 40 Prozent, bilden sich Fugen und Querwölbungen, meist in der Heizperiode, im Sommer geht das wieder zurück.
  5. Wasser zieht in den Kleber: Verklebte Fliesen halten Wasser auf der Oberfläche eine Weile stand, an offenen Fugen, an der Wand und unter beschädigter Versiegelung zieht es in den Kork und den Kleber. Bleibt es dort eingeschlossen, droht Schimmel zwischen Kleber und Estrich.
  6. Träger quillt an der Feder: Beim Fertigfußboden quillt der Holzfaserträger, sobald Wasser in die Nut-und-Feder-Verbindung oder unter die Elemente gelangt. Wir messen Belag und Estrich und entscheiden, ob einzelne Platten ersetzt werden oder der Boden aufgenommen wird, damit der Untergrund trocknet.

Wie Korkboden hergestellt wird

Kork wird überwiegend in Portugal und Spanien gewonnen, und eine Korkeiche kann über viele Jahrzehnte alle 8 bis 10 Jahre geschält werden, ohne gefällt zu werden.[1] Die Rinde wird zu Granulat zerkleinert und bei 120 °C unter Druck zu Platten und Blöcken gepresst, als Bindemittel dienen Gemische aus Naturharz- oder synthetischen Klebern.[1] Die Nutzung der Korkeichenwälder sichert nach der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe vielen Kleinbauern eine Existenz und erhält ökologisch wertvolle Landschaften.[1]

Ist Wasser über einen Korkboden gelaufen oder in Wände und Decken gezogen, schaltest du vor dem ersten Schritt in den Raum die Sicherung aus, ein ausgeknipstes Licht reicht nicht. Stehen Sicherungskasten oder Zähler im Wasser, bleibst du draußen und holst Feuerwehr oder örtlichen Netzbetreiber, und solange der Pegel im Keller steigt, geht dort niemand hinein.

Korkfliesen, Kork-Fertigfußboden und Korkmosaik

BauNetz Wissen unterscheidet drei Arten von Korkbodenbelägen.[2] Korkfliesen, auch Korkparkett genannt, bestehen aus Granulat oder Stücken aus Naturkork, die ein Bindemittel zusammenhält, und werden direkt mit dem Unterboden verklebt, als einschichtiger Presskork oder mit aufgeklebtem Korkfurnier.[2] Kork-Fertigfußböden sind schwimmend verlegte Elemente mit meist umlaufender Nut und Feder aus Korkauflage, Trägerplatte und einem Gegenzug, der meist ebenfalls aus Kork ist.[2]

Korkbodenbeläge im Vergleich
Art Aufbau Dicke und Dichte
Korkfliesen (Korkparkett) Presskork homogen oder mit Korkfurnier, vollflächig verklebt meist 4 mm, auch 6 oder 8 mm, Dichte 420 bis 480 kg/m³, strapazierfähige bis 550 kg/m³
Kork-Fertigfußboden (Kork-Fertigparkett) Korkauflage auf Trägerplatte mit Gegenzug, schwimmend mit Nut und Feder in der Regel etwa 12 mm
Korkmosaik runde Korkstücke ohne Bindemittel auf Gitter oder Folie, verklebt und mit Kunstharz verfugt je nach Produkt

Nach BauNetz Wissen.[2] Rollkork ist kein Oberbelag, er dient als trittschalldämmende Unterlage für andere Beläge.[2]

Mehrschichtige Klickböden mit Holzträger und einer Korkauflage unter 2,5 Millimetern zählt der Verband der mehrschichtig modularen Fußbodenbeläge zu seiner Klasse 1, also zu den Böden auf Holzbasis.[3] Für den Umgang mit Wasser ist das der entscheidende Punkt: Sichtbar ist Kork, unter der Oberfläche liegt bei diesen Böden ein Holzwerkstoff. Ob dieser Kern Wasser aufgenommen hat, zeigt sich an den Stößen, und für Fliesenarbeiten als Ersatz muss der Untergrund vorher ganz trocken sein.

Oberflächen von Korkboden

Im Handel gibt es Korkböden unbehandelt, geölt, gewachst, transparent versiegelt oder eingefärbt versiegelt.[1] Über die Inhaltsstoffe der Einfärbemittel liegen nach der FNR keine Volldeklarationen vor, viele Dekorbeschichtungen lassen sich bei Schäden nicht wieder abschleifen, und die Agentur rät zu natürlichen, möglichst voll deklarierten Oberflächen wie Bienenwachs oder Naturharzöl-Klarlack.[1] Massive Korkfliesen sind dagegen mehrfach abschleifbar und eignen sich deshalb auch für starke Beanspruchung.[1]

Designkork entsteht nach dem Deutschen Kork-Verband durch einen Digitaldruck, bei dem das Dekor auf den Boden aufgetragen und anschließend verschleißfest geschützt wird.[4] Naturkork hellt bei längerer, intensiver Lichteinstrahlung auf, und leichte Unterschiede in Helligkeit und Farbe sind selbst innerhalb einer Charge produkttypisch.[4] Wer einzelne Platten nach einem Schaden ersetzen will, sollte deshalb mit sichtbaren Abweichungen zur gealterten Fläche rechnen. Zieht Wasser vom Boden in die Wand, zeigt sich oft ein feuchter Fleck an der Wand knapp über der Sockelleiste.

Kork als Material: Zellen, Dämmung und Nässe

Die Dämmwirkung von Kork entsteht nach WECOBIS durch luftgefüllte Zellen, und für Korkdämmplatten wird gemahlener Kork ohne Zusätze in überhitztem Wasserdampf gebacken und dabei expandiert, zusammengehalten vom korkeigenen Harz.[5] Als Dämmplatte erreicht Kork einen Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von 0,045 bis 0,060 W/(m·K) und eine Dampfdiffusionswiderstandszahl von 5 bis 10.[5]

Kork ist nach WECOBIS beständig gegen Säuren, Laugen, Verrottung und Ungeziefer, bei längerer Nässe ist aber Pilzbefall möglich.[5] Mit Heißbitumen gebundener, imprägnierter Kork findet in Deutschland keine Anwendung mehr.[5] Stoßen wir in einem Altbau unter einem Boden auf schwarze, bitumengebundene Korkplatten, lassen wir sie vor dem Ausbau auf Schadstoffe untersuchen, und eine nasse Korkdämmung trocknen wir zügig, bevor sich Pilze ansiedeln. Dafür setzen wir bei der Wasserschadensanierung Geräte ein, die auch die Schichten unter dem Belag erreichen.

Korkboden in Bad und Küche

Ob ein Korkboden Nässe verträgt, hängt von der Verlegeart ab. Massive Korkfliesen, die fest mit dem Untergrund verklebt sind, eignen sich nach der FNR selbst für Badezimmer, das schwimmend verlegte Kork-Fertigparkett auf Holzfaserträger ist dagegen feuchteempfindlich.[1] Auch der Kork-Verband empfiehlt für Bad und Küche vollflächig verklebte Korkböden, die mit lösungsmittelfreiem Leim verlegt und danach versiegelt werden, schwimmend verlegte Klickelemente sieht er für Wohn- und Schlafräume vor.[4] Ist im Bad die Dusche undicht, schadet das einem verklebten und versiegelten Korkboden weniger als schwimmend verlegten Klickelementen.

Für schwimmend verlegte Mehrschichtböden gilt nach dem MMFA ohnehin, dass sie in Nassräumen mit Bodenablauf wie Duschen nicht geeignet sind.[3] Eine Versiegelung schützt die Fläche, aber nicht die Randfugen und Anschlüsse, an denen Wasser unter den Belag läuft, wenn es länger steht.

Kork und Raumklima

Kork gehört wie Parkett zu den hygroskopischen Bodenbelägen, die Feuchte aus der Raumluft aufnehmen und wieder abgeben.[6] Bleibt die Luftfeuchte lange unter 40 Prozent, bilden solche Beläge nach dem Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik Fugen und wölben sich quer, meist in der Heizperiode, und im feuchteren Sommer geht das im Allgemeinen wieder zurück.[6]

Für die Verlegung nennt der Kork-Verband einen glatten, sauberen und trockenen Untergrund als Voraussetzung.[4] Bei Kork auf Estrich heißt trocken: Der Estrich hat die Belegreife erreicht, denn Feuchte aus dem Untergrund kann den Kleber schwächen und den Belag verformen. Wie die Restfeuchte gemessen wird, erklärt der Begriff Belegreife.

Für Korkdämmplatten werden heute in der Regel keine Kunstharze mehr eingesetzt, mit Formaldehyd aus ihnen ist deshalb nach WECOBIS nicht zu rechnen.[5] Bei Korkbelägen hängt das vom Bindemittel ab, das die FNR mit Gemischen aus Naturharz- oder synthetischen Klebern angibt, und von der Oberfläche.[1]

Das Kork-Logo als Prüfzeichen

Seit 1997 steht das Kork-Logo nach dem Deutschen Kork-Verband als erstes Prüfzeichen speziell für Korkbodenbeläge, es gilt jeweils drei Jahre, seine Prüfbestimmungen werden fortlaufend aktualisiert, und geprüft wird extern.[4] Die FNR beschreibt das Logo als Absichtserklärung und Qualitätszeichen der Hersteller, das die labortechnische Überwachung einiger Gefahrstoffe, eine umweltverträglichere Erzeugung und die funktionelle Qualität der Böden sichern soll.[1]

Für die Raumluft sagt das Logo damit etwas über die geprüften Stoffe aus, nicht über alle Bestandteile eines Belags. Bei eingefärbten oder dekorbeschichteten Böden lohnt deshalb ein Blick in das Datenblatt des Herstellers.

Wie wir nach einem Wasserschaden mit Korkboden umgehen

Zuerst klären wir, welche Art Korkboden liegt. Verklebte und versiegelte Korkfliesen halten Wasser auf der Oberfläche eine Weile stand, an offenen Fugen, an der Wand und unter beschädigter Versiegelung zieht es aber in den Kork und in den Kleber. Bei einem Kork-Fertigfußboden quillt der Holzfaserträger, sobald Wasser in die Nut-und-Feder-Verbindung oder unter die Elemente gelangt.

Wir messen die Feuchte im Belag und im Estrich, prüfen, ob sich Fliesen vom Kleber gelöst haben, und entscheiden danach, ob einzelne Platten ersetzt oder der Boden aufgenommen wird, damit der Untergrund trocknen kann. Bleibt Wasser unter einem verklebten Belag eingeschlossen, droht Schimmel zwischen Kleber und Estrich, deshalb lassen wir einen nassen Bereich erst schließen, wenn die Messwerte stimmen. Für die Versicherung halten wir Art, Hersteller und Serie des Belags fest, denn davon hängt ab, ob sich einzelne Platten passend ersetzen lassen.

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Belege

Quellen

  1. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR): Themenportal Bauen: Kork. Rubrik Ausbauen, Böden, Abschnitt Kork. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11
  2. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): Arten von Korkbodenbelägen. Fachwissen Boden, Kork: Abschnitte Kork-Fliesen, Kork-Fertigfußboden und Korkmosaik. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  3. Verband der mehrschichtig modularen Fußbodenbeläge e.V. (MMFA): Technisches Merkblatt TM 2: Verlegen von mehrschichtig modularen Fußbodenbelägen. Deutsche Ausgabe 01/2018, Abschnitte 1, 2.1, 2.1.2, 2.1.3, 5.3, 5.4.1, 5.5 und 6.1 bis 6.3, S. 3 bis 10. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2
  4. Deutscher Kork-Verband e.V. (DKV): Korkfußböden: Überall zu Hause. Abschnitte Qualitätssiegel als Markenzeichen, Raum für Gestaltung, Korkfußboden verlegen sowie Lichtechtheit und Farbunterschiede. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
  5. WECOBIS, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und Bayerische Architektenkammer: WECOBIS Produktgruppeninformation Kork-Dämmstoffe. Reiter Übersicht (Begriffsdefinition, Lieferzustand), Reiter Nutzung (Emissionen) und Reiter Technisches (Technische Daten, Beständigkeit). Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
  6. Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik (BVPF): Hinweisblatt: Hinweise und Voraussetzungen für die Durchführung von Parkett- und Bodenbelagsarbeiten sowie Hinweise zum Raumklima. Stand Januar 2023, Punkte 2, 4 und 11, S. 1 bis 3. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2

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