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Parkett: Parkettboden im Schnitt mit verklebten Stäben, Fugen bei trockener Heizungsluft, Wölbung über nassem Estrich, Holzfeuchtemessgerät, Hygrometer und Lupe mit Mehrschichtparkett

Parkett

Parkett ist ein Fußbodenbelag aus Holz und nach WECOBIS der wichtigste Holzbodentyp, mit Bauarten vom Mosaikparkett über Stab- und Tafelparkett bis zum Mehrschichtparkett.[1] Massivparkett besteht durchgehend aus Vollholz, Mehrschichtparkett aus einer Nutzschicht aus Hartholz auf einer Trägerschicht aus Massivholz oder Holzwerkstoff.[1] Wie jedes Holz gleicht Parkett seine Feuchte dem Raumklima an und quillt oder schwindet dabei.[2]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So reagiert Parkett auf Luft und Wasser

Parkett, Funktionsweise: Parkettboden im Schnitt mit verklebten Stäben auf Estrich, Fenster und Heizkörper mit trockener Luft, geöffneten Fugen, Wölbung über nassem Estrich, Holzfeuchtemessgerät, Hygrometer und Lupe mit Nutzschicht auf Träger

Schematische Darstellung eines Parkettbodens im Schnitt auf Estrich mit verklebten Stäben, Fugen bei trockener Luft, Wölbung über nassem Estrich, Lupe mit Nutzschicht auf Träger, Hygrometer und Holzfeuchtemessgerät. Die Nummern folgen vom Aufbau des Stabs bis zur Messung.

  1. Nutzschicht auf Träger: Massivparkett besteht durchgehend aus Vollholz, Mehrschichtparkett aus einer Nutzschicht aus Hartholz von mindestens 2,5 Millimetern auf einer Trägerschicht aus Massivholz oder Holzwerkstoff. Ab 5 Millimetern Nutzschicht lässt sich der Boden mehrmals abschleifen.
  2. Vollflächig verklebt: Stabparkett wird auf Estrich oder Trockenunterboden geklebt oder auf einen Blindboden genagelt, Mehrschichtparkett auch schwimmend verlegt. Vor dem Verlegen prüft der Parkettleger den Untergrund und die Feuchte im Estrich.
  3. Holz arbeitet mit dem Klima: Holz gleicht seine Feuchte zeitversetzt dem Raumklima an, bei steigender Luftfeuchte quillt es, bei sinkender schwindet es. Empfohlen werden geringe Schwankungen um 23 Grad und 50 Prozent relative Luftfeuchte, im Werk wird auf etwa 10 Prozent Holzfeuchte getrocknet.
  4. Trockene Luft: Fugen: Liegt die Luftfeuchte längere Zeit unter 40 Prozent, bilden sich Fugen und Querkrümmungen, vor allem in der Heizperiode, im Sommer gehen sie meist zurück. Solche Fugen zeigen trockene Luft an, mit einem Wasserschaden haben sie nichts zu tun.
  5. Nass von unten: Wölbung: Wölbt sich ein Parkett auf oder steht es an den Kanten hoch, kommt Feuchte von unten, aus einem nassen Estrich oder einer Dämmschicht. Dort kann Schimmel wachsen, auch wenn das Holz selbst keine Gesundheitsrisiken mitbringt.
  6. Holzfeuchte messen: Wir messen die Holzfeuchte des Parketts und die Feuchte in Estrich und Dämmschicht und klären, ob der Boden geklebt, genagelt oder schwimmend verlegt ist. Ob er nach der Trocknung bleiben kann, hängt von Verformung, gelösten Stäben und einem vollständig trockenen Untergrund ab.

Massivparkett und Mehrschichtparkett

Stabparkett, die klassische Form des Massivparketts, besteht aus 14, 15, 16 oder 22 Millimeter dicken Stäben oder Riemen aus Massivholz, die auf Estrich oder Trockenunterboden geklebt oder auf einen Blindboden genagelt werden.[1] Mehrschichtparkett gibt es als Dreischicht-Elemente und als Zweischicht-Stäbe, die Nutzschicht ist immer aus Vollholz und mindestens 2,5 Millimeter dick, und weil es fertig beschichtet geliefert wird, heißt es auch Fertigparkett.[1]

Parkettarten und typische Maße
Parkettart Aufbau und Maße
Mosaikparkett Vollholzlamellen von 8 mm Dicke, bis 25 mm breit und bis 165 mm lang, als Verlegeeinheit geliefert
Hochkantlamellenparkett senkrecht gestellte Lamellen, Parkettdicke bis 25 mm
Stabparkett Massivholzstäbe 250 bis 600 mm lang und 60 bis 80 mm breit
Dreischicht-Elemente 10 bis 22 mm dick, meist 14 oder 15 mm, Nutzschicht in der Regel 3 bis 4 mm
Zweischicht-Stäbe in der Regel 10 bis 11 mm dick, Nutzschicht 4 bis 5 mm

Maße nach WECOBIS.[1]

Ist Wasser über einen Parkettboden gelaufen, gilt vor dem ersten Schritt in den Raum: Sicherung aus, denn ein ausgeschaltetes Licht macht die Leitungen nicht stromlos. Wer den Sicherungskasten im Wasser stehen sieht, bleibt draußen und ruft Feuerwehr oder örtlichen Netzbetreiber, und bei steigendem Wasser bleibt auch der Keller tabu.

Holzarten, Nutzschicht und Oberfläche

Massives Parkett wird häufig aus Eiche, Buche, Ahorn oder Esche hergestellt, Mittellagen und Gegenzüge von Mehrschichtparkett bestehen hauptsächlich aus Fichte, Kiefer oder Lärche, teils auch aus Sperrholz oder Faserplatten, verleimt mit Polyurethan-, Polyvinylacetat- oder Formaldehydharz-Klebstoffen.[1] Träger aus Holzwerkstoffen wie Sperrholz, MDF oder Spanplatte können Formaldehyd an die Raumluft abgeben, und bei Tropenhölzern rät WECOBIS zu einem FSC-Zertifikat.[1]

Gebräuchliche Oberflächen sind Öle, Wachse und Lacke: Ein lackierter Boden ist nach WECOBIS in der Regel pflegeleichter, eine Ölung lässt sich dafür jederzeit auffrischen.[1] Massivparkett und Mehrschichtparkett mit mindestens 5 Millimetern Nutzschicht lassen sich mehrmals abschleifen und neu behandeln, bei Fertigparkett mit dünner Nutzschicht ist die Renovierbarkeit eingeschränkt.[1] Für Bodenbeläge aus Holz gibt WECOBIS eine Nutzungsdauer von mehr als 50 Jahren an.[1] Ist nach einem Leck nur ein Teil des Bodens nass, stellt sich bei Parkett oft die Frage, ob der ganze Belag ersetzt werden muss, damit die Fläche einheitlich bleibt.

Im Werk wird das Holz nach WECOBIS auf etwa 10 Prozent Holzfeuchte getrocknet, als Normalfeuchte in beheizten Innenräumen gelten 12 Prozent, bei denen die Rohdichte je nach Holzart zwischen 500 und 1000 Kilogramm je Kubikmeter liegt.[1] Laubhölzer sind härter und dichter als Nadelhölzer, deshalb stammen Nutzschichten für stark beanspruchte Böden aus harten Laubhölzern.[1]

Parkett und Raumklima

Holz gleicht seine Feuchte zeitversetzt dem Raumklima an: Steigt die Luftfeuchte, nimmt das Holz Wasser auf und quillt, sinkt sie, gibt es Wasser ab und schwindet, was der Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik als Arbeiten des Holzes bezeichnet.[2] Um diese Bewegung klein zu halten, empfiehlt der Verband möglichst geringe Schwankungen um ein mittleres Wohnraumklima von 23 °C und 50 Prozent relativer Luftfeuchte.[2] Ist über Nacht ein Aquarium ausgelaufen, reicht diese Menge, damit Parkett an den Kanten deutlich quillt.

Herrscht längere Zeit eine Luftfeuchte unter 40 Prozent, bilden sich bei Parkett Fugen und Querkrümmungen, die vor allem in der Heizperiode auftreten und sich in feuchteren Sommermonaten im Allgemeinen zurückbilden.[2] Solche Fugen zeigen also trockene Luft an, mit einem Wasserschaden haben sie nichts zu tun. Wölbt sich ein Parkett dagegen mitten im Winter auf oder steht es an den Kanten hoch, kommt Feuchte von unten oder von der Seite. Eine Messung im Holz und im Untergrund zeigt dann, ob das Wasser von einem Leck oder aus dem Boden kommt, und eine Küchenmontage auf Parkett wartet dieses Ergebnis ab.

Parkett auf Fußbodenheizung

Auf beheizten Estrichen hat sich Parkett nach dem Verband der Deutschen Parkettindustrie seit Jahren bewährt, wenn der Estrich nach dem Probeheizen durch Belegreifheizen vollständig belegreif ist.[3] Einschichtiges Massivparkett und vollflächig verklebtes Zweischichtparkett haben einen Wärmedurchlasswiderstand von 0,038 bis 0,09 m²K/W, schwimmend verlegtes Dreischichtparkett von etwa 0,14 m²K/W.[3]

Um Fugen in trockenen Wintermonaten zu begrenzen, empfiehlt der Verband auf Fußbodenheizung Mosaikparkett oder dünneres Stabparkett von 10 bis 16 Millimetern und Holzarten, die ihre Feuchte langsam oder mittelschnell angleichen.[3] Dreischicht-Elemente sollen dort höchstens 14 bis 15 Millimeter dick sein, und schmale Elemente verteilen eine mögliche Fugenbildung auf die Fläche, sodass sie weniger auffällt.[3] Wie der beheizte Estrich darunter aufgebaut ist, erklärt der Begriff Heizestrich.

Untergrund und Klima beim Verlegen von Parkett

Vor dem Verlegen prüft der Parkettleger den Untergrund nach den Regeln der ATV DIN 18356 für Parkett- und Holzpflasterarbeiten und den Merkblättern der Fachverbände, vor allem durch Inaugenscheinnahme und mit branchenüblichen Messgeräten, auch für die Feuchte im Estrich.[2] Während der Verlegung soll die Raumluftfeuchte zwischen 40 und 65 Prozent liegen, die Raumtemperatur zwischen 18 und 25 °C, Parkett und Klebstoff sollen mindestens 18 °C warm sein, und Zugluft ist zu vermeiden.[2]

Der Estrich muss vor allem trocken genug sein, denn Feuchte aus dem Untergrund lässt Parkett quellen und Klebstoffe nachgeben. Welche Restfeuchte für Zement- und Calciumsulfatestrich gilt und wie sie gemessen wird, erklärt der Begriff Belegreife.

Wenn Wasser unter das Parkett läuft

Bodenbeläge aus Holz sind nach WECOBIS empfindlich gegen Feuchtigkeit und sollten im Nassbereich nicht verwendet werden.[1] Die Wassereinwirkung selbst bringt nach WECOBIS am Holz keine Umwelt- oder Gesundheitsrisiken mit sich.[1] Das gilt nicht, wenn unter dem Parkett Estrich, Dämmschicht oder Schüttung nass bleiben, denn dort kann Schimmel wachsen.

Wie lange ein solcher Schaden unbemerkt wachsen kann, beschreibt das IFS, das Institut der öffentlichen Versicherer für Schadenverhütung, in einem Fallbericht: Aus einer undichten Kondensatleitung der Klimaanlage eines Gewerbebaus lief Wasser über einen Leitungskanal in den Fußboden, und als das Institut etwa zwei Jahre nach der ersten Feststellung untersuchte, hatte das Stäbchenparkett Quellschäden und die Wände waren stellenweise bis etwa einen Meter hoch feucht.[4] Die Perlite-Schüttung unter dem Gussasphaltestrich war durchnässt und stark mit Schimmel und Bakterien belastet, sodass der Estrich zurückgebaut werden musste.[4] Bei weniger starkem Befall ist nach dem Leitfaden des Umweltbundesamts auch eine Trocknung mit Abschottung möglich, nach einem lang andauernden Schaden bleibt oft nur der Austausch.[4]

Wie wir nasses Parkett beurteilen

Wir messen die Holzfeuchte des Parketts und die Feuchte in Estrich und Dämmschicht darunter und klären, ob das Parkett vollflächig geklebt, genagelt oder schwimmend verlegt ist. Schwimmend verlegte oder genagelte Böden lassen sich nach WECOBIS mit geringem Aufwand ausbauen, der Ausbau vollflächig verklebter Holzböden lohnt sich wirtschaftlich nur bei hochwertigem Holz oder historischem Parkett.[1]

Ob ein Parkett nach der Trocknung bleiben kann, hängt davon ab, wie stark es sich verformt hat, ob sich Stäbe vom Kleber gelöst haben und ob der Untergrund vollständig trocken wird. Wird ein Teil ersetzt, braucht es passendes Material aus derselben Holzart und Sortierung. Was nach einem Wasserschaden am Parkett zu tun ist, beschreibt das Schadenwissen Schritt für Schritt.

Muss Parkett entsorgt werden, gelten unbehandelte oder schadstofffrei behandelte Holzböden nach WECOBIS als Altholz der Klassen A I oder A II, die in der Holzwerkstoffindustrie verwertet werden dürfen.[1] Bei älteren Böden prüfen wir vorher, ob schwarze, teerhaltige Kleber unter den Stäben liegen, denn sie können PAK enthalten, wie der Begriff PAK erklärt.

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Belege

Quellen

  1. WECOBIS, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und Bayerische Architektenkammer: WECOBIS Produktgruppeninformation Bodenbeläge aus Holz. Reiter Übersicht (Begriffsdefinition, Wesentliche Bestandteile, Charakteristik, Lieferzustand, Anwendungsbereiche), Reiter Nutzung (Beständigkeit, Instandhaltung, Wassereinwirkung) und Reiter Nachnutzung (Rückbau, stoffliche Verwertung). Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16
  2. Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik (BVPF): Hinweisblatt: Hinweise und Voraussetzungen für die Durchführung von Parkett- und Bodenbelagsarbeiten sowie Hinweise zum Raumklima. Stand Januar 2023, Punkte 2, 4 und 11, S. 1 bis 3. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6
  3. Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. (vdp): Parkett und Bauphysik. Abschnitte Parkett auf flächenbeheiztem Estrich, Wärmedurchlasswiderstand, Einhaltung des Raumklimas und Einsatz geeigneter Parkett- und Holzarten. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
  4. Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. (IFS): Trocknung reicht häufig nicht aus. Schadenbericht vom 31.05.2013. Abgerufen am 05.10.2026. ↑1↑2↑3

Leistungen

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