Zisterne
Eine Zisterne ist ein Speicher für Regenwasser, in den das Wasser von Dachflächen über einen Filter läuft und aus dem eine Pumpe es zu den Entnahmestellen fördert, etwa für Toilettenspülung, Waschmaschine oder Garten.[1][2] Weil das gespeicherte Dachablaufwasser kein Trinkwasser ist, gelten für Anzeige, Leitungstrennung und Kennzeichnung die Vorgaben der Trinkwasserverordnung.[3][4]
Wie eine Zisterne Regenwasser speichert
Für die Regenwassernutzung nennt BauNetz Wissen drei Systeme: Regentonnen unter dem Fallrohr, größere Tonnen, die nach dem Schwerkraftprinzip arbeiten, wenn der Speicher höher als die Entnahmestelle steht, und eine Zisterne mit Pumpe.[1] Die Speicher lassen sich danach im Haus, etwa im Keller, oder im Freien unter dem Garten einbauen und sogar mit Löschwasservorräten kombinieren, und für die Größe sind der mögliche Ertrag aus dem Niederschlag und der Wasserbedarf abzuschätzen.[1]
Anforderungen an Filter im Zulauf, an werksgefertigte Speicher aus einem Stück oder in Mehrteilbauweise und an vor Ort erstellte Speicher legt DIN 1989-100 vom Juli 2022 fest, die für Regenwassernutzungsanlagen in Gebäuden und auf Grundstücken in Verbindung mit DIN EN 16941-1 gilt.[2] Laubfänge in Dachrinnen, Filter in Entnahme- und Druckleitungen sowie Schlammfänge regelt die Norm nicht.[2]
Steht der Regenwasserspeicher im Keller und läuft er über oder wird eine Druckleitung undicht, sammelt sich das Wasser rasch um Pumpe, Steuerung und Steckdosen am Boden. Bevor dort jemand Wasser schöpft oder den Filter öffnet, schaltet er den Stromkreis von Pumpe und Keller an der Sicherung aus, denn wer nur den Pumpenschalter umlegt, lässt die Zuleitung unter Spannung. Ist der Sicherungskasten im Keller selbst schon nass oder steigt das Wasser weiter, betritt niemand den Keller, und Feuerwehr oder örtlicher Netzbetreiber werden gerufen.
Welches Dachwasser sich eignet
Regenwasser nimmt auf Dächern und in Rohrleitungen nach dem Gesundheitsreferat der Landeshauptstadt München Schmutz, Staub und Mikroorganismen auf, etwa aus Vogelkot oder verrottenden Blättern, und wird dadurch mikrobiologisch und chemisch verändert, weshalb das Merkblatt von Dachablaufwasser spricht und es als Nichttrinkwasser einordnet.[3]
Nur Dachablaufwasser von gering verschmutzten Dächern sollte nach BauNetz Wissen genutzt werden, Dächer in der Nähe stark befahrener Straßen eignen sich nicht, und Wasser von unbeschichteten Kupfer-, Zink- und Bleidächern ist wegen möglicher Metallabschwemmungen nicht für die Bewässerung von Nutzgärten geeignet.[1] Gras- und Bitumendächer können das Wasser verfärben, sodass es sich nicht mehr zum Wäschewaschen eignet, während sich mit Regenwasser beim Waschen nach dem Beitrag rund 20 Prozent Waschmittel sparen lassen.[1] Für die Gartenbewässerung ist das weiche Regenwasser nach dem Beitrag pflanzenfreundlich und hygienisch unbedenklich, und viele Kommunen und Länder fördern Regenwassernutzungsanlagen, weil sie die öffentlichen Abwasseranlagen entlasten.[1]
Zulauf, Entnahme und Nachspeisung
Vor der Speicherung ist das Wasser nach BauNetz Wissen fein zu filtern, der Speicher sollte kühl und dunkel stehen, und ein beruhigter Zulauf sowie eine Entnahme knapp unter der Oberfläche oder mindestens 10 cm über dem Boden sorgen für eine kontrollierte Wasserführung und lassen Schwimmstoffe leicht austragen.[1] Überschüssiges Wasser sollte danach vor Ort versickern.[1] Verliert ein Erdspeicher ohne erkennbaren Grund Wasser, findet eine Leckageortung die undichte Stelle an Behälter oder Leitungen.
Damit die Anlage auch in niederschlagsarmen Zeiten funktioniert, wird nach dem Münchner Merkblatt Trinkwasser nachgespeist, und zwar nur über einen ungehinderten freien Auslauf vom Typ AA nach EN 13076 oder vom Typ AB nach EN 13077.[3] Eine Überflutung der Nachspeisung muss ausgeschlossen sein, etwa durch ihren Einbau oberhalb der Rückstaulinie, und verteilen Pumpen das Wasser, brauchen sie danach alle ein Rückschlagventil gegen Rückfluss.[3] Ist der Überlauf eines Speichers im Keller ohne Sicherung an den Kanal angeschlossen, kann ein Rückstau Abwasser im Haus bis in den Speicher drücken.
Anzeige beim Gesundheitsamt
Wer in einem Gebäude die Trinkwasser-Installation betreibt und daneben eine Nichttrinkwasseranlage errichtet, muss das nach § 12 der Trinkwasserverordnung dem Gesundheitsamt spätestens vier Wochen vor Beginn der Errichtung anzeigen und eine Stilllegung innerhalb von drei Tagen danach.[4] Die zuständige oberste Landesbehörde kann für diese Anzeigen einheitliche Vordrucke oder elektronische Verfahren vorschreiben.[4]
Das Münchner Gesundheitsreferat stellt dafür ein eigenes Anzeigeformular bereit und weist darauf hin, dass sein Merkblatt nur hygienische Belange behandelt und nicht von Genehmigungen oder Anzeigen bei anderen städtischen Dienststellen entbindet.[3]
Getrennte und gekennzeichnete Leitungen
Jede Regenwassernutzungsanlage braucht nach dem Münchner Merkblatt ein eigenes Leitungssystem, und am Speicher wie an den Spülkästen der Toiletten sind Trinkwasser- und Regenwasserleitungen strikt zu trennen.[3] Aufputzleitungen werden danach in Abständen von höchstens zwei Metern mit Klebefahnen versehen, neben Unterputzleitungen läuft ein Trassenband, beide mit dem Aufdruck Kein Trinkwasser, und in der Nähe des Hauptabsperrventils oder am Wasserzähler gehört ein Schild mit dem Hinweis auf die Regenwassernutzungsanlage und das Verbot von Querverbindungen hin.[3]
Alle Entnahmestellen für Regenwasser sind schriftlich und mit einem Symbol zu kennzeichnen und mit Zapfhähnen mit abnehmbarem Griff gegen unbefugte und versehentliche Nutzung zu sichern, und Leitungen, in denen einmal Nichttrinkwasser geflossen ist, dürfen nach dem Merkblatt nicht mehr für Trinkwasser genutzt werden.[3]
Normen für die Regenwassernutzung
DIN 1989-100 ersetzt die früheren Teile 1 bis 4 von DIN 1989 aus den Jahren 2002 bis 2005, die Inhalte des alten Teils 1 zu Planung, Ausführung, Betrieb und Wartung sind bereits in DIN EN 16941-1 vom Juni 2018 aufgegangen.[2] Die früheren Abschnitte zu Kennzeichnung, Wartung und Konformitätsbewertung der Speicher sind mit der Neufassung weggefallen.[2]
Für Planung, Ausführung und Betrieb nennt das Münchner Merkblatt neben der Trinkwasserverordnung unter anderem DIN EN 16941-1, die Betriebsanleitung T74/1 des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima, die DVGW-Kompaktinfo Regenwassernutzungsanlagen vom Juli 2025, DIN EN 1717 zum Schutz des Trinkwassers und DIN 2403 zur Kennzeichnung von Rohrleitungen.[3]
Wartung und Betriebstagebuch der Zisterne
Regenwassernutzungsanlagen sind nach dem Münchner Merkblatt regelmäßig zu inspizieren, zu reinigen und zu warten, und alle Arbeiten gehören in ein Betriebstagebuch.[3] Als Beispiele nennt die Tabelle des Merkblatts eine Inspektion der Siebe an der Dachrinne alle zwei Monate mit Reinigung im Frühjahr und Herbst, einen Feinfilter, der alle zwei Monate geprüft und gereinigt wird, eine jährliche Reinigung des Sammelbehälters und eine Prüfung des freien Auslaufs zweimal im Jahr.[3]
Druckerhöhungsanlage, Füllhöhe des Speichers, Kennzeichnung, Rohrleitungen und Trinkwasserzulauf werden danach einmal im Jahr inspiziert, der genaue Wartungsumfang ist aber für jede Anlage im Einzelfall festzulegen.[3]
Wasser aus Speicher und Leitungen im Keller
Steht im Keller Wasser neben einer Regenwasseranlage, kann es aus dem Speicher, aus einem verstopften Filter, aus der Druckleitung zu den Toiletten oder durch einen Rückstau über den Überlauf kommen. Wir prüfen Speicher, Filter, Pumpe und Leitungen, messen die Feuchte in Boden und Wänden und orten undichte Stellen auch an Leitungen, die unter Putz zu den Spülkästen führen.
Nach der Reparatur durch den Installateur trocknen wir Estrich und Mauerwerk und dokumentieren den Schaden für die Versicherung. Fällt beim Ortstermin eine Verbindung zwischen Regen- und Trinkwasserleitung auf, sagen wir das dem Eigentümer, damit ein Installateur die Leitungen trennt. Einen Erdspeicher von innen zu reinigen, ist Sache eines Fachbetriebs, denn in geschlossenen Behältern kann der Sauerstoff zum Atmen fehlen, und allein steigt dort niemand hinein.
24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen
Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.
Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.
Belege
Quellen
- BauNetz Wissen (Heinze GmbH): Regenwasser als Ressource: Anwendungen und Anforderungen (Alexandra Busch). Fachwissen Wasserkreislauf, Regenwasserbewirtschaftung, Regenwasser als Ressource. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
- DIN Media GmbH: DIN 1989-100:2022-07, Regenwassernutzungsanlagen, Teil 100: Bestimmungen in Verbindung mit DIN EN 16941-1. Ausgabe 2022-07, Einführungsbeitrag, Ersatzvermerk und Änderungsvermerk. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
- Landeshauptstadt München, Gesundheitsreferat: Mindestanforderungen an die Planung und den Betrieb von Nichttrinkwasseranlagen zur Nutzung von Dachablaufwasser (bzw. Regenwasser) in Gebäuden (Merkblatt). Version 8, aktualisiert am 18.08.2025, Abschnitte 1 bis 7 mit Wartungstabelle. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12
- Bundesministerium der Justiz: Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung, TrinkwV). § 12 Anzeigepflichten in Bezug auf Nichttrinkwasseranlagen. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3
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