Gebäudecheck gegen Wasserschäden: Welche Stellen prüfen Sie wann?
Die Antwort in Kürze
Ein Gebäudecheck gegen Wasserschäden führt einmal durch das ganze Haus, vom Hausanschluss bis zur Dachrinne. Das Institut für Schadenverhütung rät, Eckventile, Hauptabsperrhähne und die Ventile von Sicherheitsgruppen alle sechs Monate zu- und wieder aufzudrehen und Anschlussschläuche nach spätestens 20 Jahren zu wechseln.[1] Dazu kommen Fugen, Abläufe, die Rückstausicherung und vor dem Frost die Leitungen im Freien.
Vor dem Rundgang: Absperrung und Sicherungskasten
Ein Check beginnt dort, wohin man im Ernstfall zuerst muss: an der Hauptabsperrung hinter dem Wasserzähler und am Sicherungskasten. Beide sollten frei zugänglich sein, und jeder im Haushalt sollte wissen, wo sie sitzen. Stoßen Sie unterwegs auf Wasser an Steckdosen, Leuchten oder Geräten, schalten Sie den Stromkreis an der Sicherung ab, ein Schalter am Gerät genügt nicht. Das gilt nur, wenn der Kasten trocken ist und Sie ihn ohne einen Schritt durch Nässe erreichen; sonst verlassen Sie den Raum und holen Feuerwehr oder Netzbetreiber zu Hilfe. Wird das Wasser im Keller höher, bleibt jeder oben.
Nehmen Sie eine Taschenlampe und das Handy mit. Ein Foto je Station zeigt beim nächsten Rundgang, ob sich etwas verändert hat, etwa ein Rostfleck an einem Ventil oder ein neuer Rand an der Decke.
Ventile und Anschlussschläuche
Das Schadenverhütungsinstitut der öffentlichen Versicherer, kurz IFS, führt 30 Prozent aller von ihm untersuchten Leitungswasserschäden auf die Betriebsbedingungen zurück.[1] Eckventile unter Waschbecken und Spüle, die Hauptabsperrhähne und die Ventile von Sicherheitsgruppen sollen nach dem Institut halbjährlich betätigt werden, damit sie nicht verkleben.[1] Drehen Sie jedes Ventil einmal ganz zu und wieder auf. Sitzt es fest oder tropft es danach an der Spindel, rufen Sie einen Installateur, statt mit Werkzeug nachzuhelfen.
Flexible Anschlussschläuche verbinden Armaturen, Spülkästen und Geräte mit der Leitung. Ist ihr Drahtgeflecht beschädigt, wird der Schlauch getauscht, und auch ohne sichtbaren Schaden rät das Institut zum Wechsel nach spätestens 20 Jahren, weil der Innenschlauch dann porös wird.[1] In dem Fall, den es dazu schildert, hatten chlorhaltige Reinigungsmittel das Edelstahlgeflecht angegriffen.[1] Verschütteter Reiniger sollte deshalb nicht auf den Schläuchen stehen bleiben.
Bad und Küche: Fugen, Abläufe, Unterschränke
Silikonfugen an Dusche, Wanne und Waschtisch altern. Das Institut rät, sie regelmäßig zu prüfen und bei Bedarf zu erneuern, weil eindringendes Wasser Feuchteschäden und Schimmel verursachen kann.[1] Achten Sie auf Risse, abgelöste Ränder und dunkle Stellen in der Fuge.
Sehen Sie in jeden Unterschrank. Aufgequollene Bodenplatten, Kalkränder oder ein muffiger Geruch zeigen, dass dort schon Wasser stand. Zeigt der Schrankboden schon Wasserränder, klärt der Notdienst noch am selben Tag, ob die Nässe in Wand oder Boden steckt. Läuft ein Ablauf langsamer als früher, lohnt ein Blick in den Siphon, bevor das Wasser über den Rand steigt. Für den Warmwasserspeicher gilt ein eigener Wartungsplan beim Fachbetrieb.
Keller: Hausanschluss, Rückstau und Hebeanlage
Im Keller sitzen die Teile, die man am seltensten sieht. Die regelmäßige Wartung von Filteranlagen und Ausdehnungsgefäßen wird nach dem Institut häufig vernachlässigt, und es hat schon Schäden an Hebeanlagen untersucht, von denen die Eigentümer nicht einmal wussten.[1] Wer weiß, wo Filter, Druckminderer, Ausdehnungsgefäß und Hebeanlage sitzen, bemerkt Veränderungen früher: Wasser unter dem Filter, eine Störungsleuchte, Rost an einer Verschraubung.
Liegen Abläufe im Keller tiefer als die Straße, schützt eine Rückstausicherung davor, dass Abwasser aus dem Kanal ins Haus drückt. Die Wuppertaler Stadtwerke sehen neben der Wartung durch eine Fachfirma, mindestens einmal im Jahr, regelmäßige Sichtkontrollen durch den Eigentümer vor.[2] Fehlt eine geeignete Sicherung, kann die Gebäudeversicherung nach ihren Angaben die Leistung verweigern.[2] Beim Rundgang sehen Sie nach, ob die Klappe frei von Schmutz ist und sich ein Handverschluss bewegen lässt.
Vor dem Frost und vor einer Reise
Im Herbst sind die Leitungen draußen an der Reihe. Besonders anfällig für Frost sind nach Hamburg Wasser freistehende Leitungen im Garten, auf Terrasse und Veranda sowie in unbeheizten Garagen.[3] Zum Entleeren wird zuerst das Absperrventil geschlossen, dann der Hahn geöffnet, bis kein Wasser mehr nachkommt, und erst danach wieder zugedreht; Leitungen, die sich nicht entleeren lassen, werden ausreichend gedämmt.[3]
Vor einer längeren Reise gehört eine kurze Runde zur Abreise:
- die Zuläufe von Waschmaschine und Spülmaschine schließen, besser noch die Hauptabsperrung, wenn keine Anlage im Haus Wasser nachspeisen muss
- den Warmwasserspeicher in Betrieb lassen und am Regler die Urlaubsfunktion einschalten, wie es Buderus für seine Speicher empfiehlt[4]
- Wassermelder auslösen und ihre Batterien prüfen
Was der Fachbetrieb übernimmt
Sichtprüfung und Pflege können Sie selbst übernehmen. Die Wartung in festen Abständen gehört nach dem Institut für Schadenverhütung in die Hände von Fachleuten, und beides zählt zu den Pflichten des Betreibers.[1] Der Anschlussnehmer ist nach der Verordnung über die Versorgung mit Wasser dafür verantwortlich, dass die Anlage hinter dem Hausanschluss ordnungsgemäß errichtet, geändert und unterhalten wird, ausgenommen die Messeinrichtungen des Versorgers.[5] Errichten oder wesentlich ändern dürfen sie nur der Wasserversorger oder ein eingetragenes Installationsunternehmen.[5]
Ein erster kleiner Schaden ist nach dem Institut ein Anlass, die Ursache zu klären, statt ihn hinzunehmen.[1] Entdecken Sie beim Check Feuchte, deren Herkunft unklar ist, messen wir sie und suchen die Quelle, bevor aus dem Fleck ein Sanierungsfall wird.
Häufige Fragen
Wie oft lohnt sich der Gebäudecheck?
Zweimal im Jahr, passend zu den Ventilen, die nach dem Institut für Schadenverhütung alle sechs Monate bewegt werden sollen.[1] Einen Termin legen Sie vor den ersten Frost, den anderen ins Frühjahr.
Was darf ich selbst machen?
Ansehen, Ventile bewegen, Fugen prüfen und das Sieb am Wasserhahn reinigen geht ohne Fachbetrieb. Wer Leitungen neu verlegt oder die Anlage wesentlich ändert, braucht dafür den Wasserversorger oder ein eingetragenes Installationsunternehmen.[5]
Muss ich als Mieter den Check machen?
Für die Installation ist der Eigentümer zuständig. Was Ihnen in der Wohnung auffällt, etwa eine rissige Fuge, ein tropfendes Eckventil oder ein verfärbter Schlauch, melden Sie dem Vermieter, damit er es beheben lässt.
24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen
Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.
Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.
Belege
Quellen
- Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): Leitungswasserschäden verhindern. Beitrag vom 22.07.2024. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10
- WSW Wuppertaler Stadtwerke: Rückstausicherung: Schutz vor überfluteten Kellern in Wuppertal. Abschnitte zu Wartung und Versicherungsschutz. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2
- HAMBURG WASSER: Frostige Temperaturen verursachen Schäden: So können Wasserleitungen und -zähler geschützt werden. Pressemitteilung vom 30.11.2022. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2
- BBT Thermotechnik GmbH (Buderus Deutschland): Montage- und Wartungsanleitung Speicher-Wassererwärmer Logalux LT135/1 bis LT300/1. Ausgabe 01/2017, Abschnitt 7.3. Abgerufen am 12.10.2026. ↑
- Bundesministerium der Justiz: Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV). § 12 Abs. 1 und 2. Abgerufen am 12.10.2026. ↑1↑2↑3
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