Wasser im Keller: Woher kommt es und was ist sofort zu tun?
Die Antwort in Kürze
Schalten Sie die Sicherungen ab, bevor jemand einen gefluteten Keller betritt. Steht der Sicherungskasten selbst im Wasser, geht niemand hinunter, und Sie alarmieren die Feuerwehr oder den Netzbetreiber Ihres Ortes. Steigt das Wasser noch, betritt ihn ebenfalls niemand. Klären Sie dann die Herkunft: Leitungswasser, Regen von außen, Rückstau aus dem Kanal oder Grundwasser. Nach Hochwasser sollte erst abgepumpt werden, wenn der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist.[1] Welche Versicherung zahlt, hängt von der Herkunft ab.
Zuerst die Sicherheit
In einem Keller mit stehendem Wasser können Steckdosen, Waschmaschine, Trockner oder die Heizung im Wasser stehen. Schalten Sie die Sicherungen für den Keller ab, bevor jemand hineingeht. Sitzt der Sicherungskasten selbst im gefluteten Keller, gehen Sie nicht ins Wasser und lassen Feuerwehr oder Netzbetreiber den Strom abschalten. Solange das Wasser steigt, bleibt jeder draußen. Nach einem Hochwasser sollen Elektrik und Heizöltanks von Fachleuten geprüft werden, in besonderen Fällen auch die Baustatik.[1]
Riecht es nach Heizöl oder treiben Farben, Lacke oder Öl im Wasser, verständigen Sie die Feuerwehr.[1] Solches Wasser gehört nicht in den Kanal und nicht in den Garten.
Woher das Wasser kommen kann
Die Herkunft bestimmt, was Sie tun und wer zahlt. Vier Wege kommen in Frage:
- Leitungswasser: ein geplatztes Rohr, ein undichter Speicher, eine ausgelaufene Waschmaschine; das Wasser kommt klar aus der Leitung, und der Wasserzähler läuft
- Regen von außen: Wasser läuft über Kellertreppe, Lichtschacht oder Kellerfenster nach innen
- Rückstau: Abwasser drückt aus Bodenablauf, Toilette oder Waschbecken im Keller nach oben
- Grundwasser: es dringt durch Wand oder Sohle ein, auch noch Tage oder Wochen nach einem Hochwasser
Bei Regen hilft ein Blick auf die Wetterlage. Eine markante Warnung gibt der Deutsche Wetterdienst heraus, wenn 15 bis 25 l/m² Regen in einer Stunde oder 20 bis 35 l/m² in sechs Stunden erwartet werden, bei größeren Mengen warnt er vor Unwetter.[2] Bei solchen Mengen sammelt sich Wasser in Senken, Lichtschächten und vor Kellertüren. Steht Wasser im Lichtschacht bis über die Fensterkante, drückt es durch Fugen und Rahmen in den Keller.
Grundwasser, die unterschätzte Ursache
Hochwasser kann die Fließrichtung des Grundwassers verändern und es unterirdisch Richtung Land drücken, so entsteht Grundhochwasser.[3] Keller können deshalb noch Wochen nach dem eigentlichen Hochwasser volllaufen. Das Wasser drückt von außen gegen das Gebäude und kann durch brüchige oder offene Abwasserleitungen und undichte Kellerwände eintreten.[3]
Steigt das Grundwasser über das Niveau des Kellerbodens, wirken Auftriebskräfte von außen auf das Gebäude.[3] Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät daher, mit dem Abpumpen erst zu beginnen, wenn sicher ist, dass der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist.[1] Wer zu früh abpumpt, riskiert nach dem Bundesamt Schäden an der Bodenwanne des Hauses.[1]
Abpumpen und Trocknen
Kommt das Wasser aus einer Leitung, gilt das Gegenteil: Hauptabsperrhahn zu, Wasser so schnell wie möglich heraus. Kleine Mengen lassen sich mit Nasssauger und Eimer aufnehmen, größere mit einer Tauchpumpe. Pumpe und Nasssauger kommen nur an eine trockene Steckdose außerhalb des Wassers, die über einen Fehlerstrom-Schutzschalter abgesichert ist, und Stecker und Kabelverbindungen bleiben über dem Wasser. Leiten Sie gepumptes Wasser nicht auf das Nachbargrundstück.
Danach beginnt die eigentliche Arbeit. Die Räume sollen so schnell wie möglich getrocknet werden, damit keine Bauschäden und kein Schimmel entstehen.[1] Kellerwände aus Mauerwerk nehmen viel Wasser auf und geben es nur langsam ab, und in Bodenplatten mit Estrich bleibt Feuchte unter der Oberfläche. Wir messen Wände und Boden an mehreren Stellen und entscheiden danach über Raumtrocknung, Trocknung des Bodenaufbaus oder beides.
Wer welchen Schaden bezahlt
Ein geplatztes Rohr im Haus ist ein Leitungswasserschaden, den die Wohngebäudeversicherung für das Gebäude und die Hausratversicherung für Ihre Sachen übernimmt. Bei Wasser von außen ist es anders: Starkregen und Überschwemmung sind nur über eine zusätzliche Elementarschadenversicherung abgedeckt. Rückstau zählt ebenfalls zu den Elementargefahren, und ob er im einzelnen Vertrag eingeschlossen ist, steht in den Bedingungen.
Bei Grundhochwasser wird es eng. Schäden durch Grundhochwasser sind nach der Verbraucherzentrale nur mitversichert, wenn das Grundwasser bereits an die Oberfläche getreten ist, reine Grundwasserschäden sind in der Regel nicht versichert.[3] Dokumentieren Sie deshalb genau, wie und wo das Wasser hereinkam, mit Fotos von Außenbereich, Lichtschächten und Abläufen. Steht das Wasser höher als eine Handbreit, holt der Notdienst Pumpen ins Haus und hält fest, welche Bauteile durchfeuchtet sind.
Was mit Vorräten, Möbeln und Kartons geschieht
Dient der Keller als Lager, gehen Sie nach dem Abpumpen der Reihe nach vor: Was nass ist, kommt nach draußen oder in einen trockenen Raum, was verdorben ist, wird fotografiert und erst dann entsorgt. Nach einem Hochwasser sollen beschädigte Gegenstände und verdorbene Lebensmittel fachgerecht entsorgt werden.[1] Kartons, Papier und Polster saugen sich voll, Metall, Glas und Kunststoff nehmen kein Wasser auf und lassen sich reinigen.
Räumen Sie den Keller erst wieder ein, wenn Wände und Boden trocken gemessen sind. Regale direkt an einer feuchten Außenwand und Kartons auf dem Boden sind Stellen, an denen sich nach einem Wasserschaden Schimmel bilden kann, auch erst Wochen später und hinter dem Lagergut, wo niemand hinsieht. Lagern Sie empfindliche Dinge künftig auf Regalen mit Abstand zum Boden und zur Wand.
Vorsorge für das nächste Mal
Gegen Rückstau hilft eine Rückstausicherung an allen Abläufen unterhalb der Straßenoberkante, gegen Oberflächenwasser eine Aufkantung an Lichtschächten und Kellertreppen. Gegen Grundwasser schützt eine Kellerabdichtung, etwa eine weiße Wanne aus wasserundurchlässigem Beton oder eine Beschichtung außen an Wänden und Bodenplatte, nachträglich auch von außen oder durch Vergelung von innen, vollständig sicher ist nach der Verbraucherzentrale aber keine dieser Methoden.[3] Heizöltanks sollten hochwassersicher ausgerüstet und Wertgegenstände erhöht gelagert werden.[3]
Häufige Fragen
Darf ich das Wasser aus dem Keller einfach in den Kanal pumpen?
Klares Leitungs- oder Regenwasser ja, sofern die Gemeinde nichts anderes vorgibt und der Kanal nicht gerade zurückstaut. Riecht es nach Öl oder schwimmen Farben darauf, informieren Sie die Feuerwehr, bevor Sie pumpen.[1]
Wie lange dauert es, bis ein Keller trocken ist?
Das hängt von Mauerwerk, Wassermenge und Bodenaufbau ab und lässt sich erst nach einer Messung abschätzen. Fest steht, dass die Trocknung so früh wie möglich beginnen sollte.[1]
Ist Wasser im Keller immer ein Fall für die Versicherung?
Nein. Kommt es aus einer Leitung, ja, sofern Leitungswasser im Vertrag versichert ist. Kommt es durch Grundwasser, das nicht an die Oberfläche getreten ist, in der Regel nicht.[3]
24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen
Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.
Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.
Belege
Quellen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Handeln nach dem Hochwasser. Ratgeber Vorsorge und Handeln bei Hochwasser, Teil 3, Stand 28.12.2023. Abgerufen am 04.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9
- Deutscher Wetterdienst (DWD): Glossar: Starkregen. Warnschwellen markant, Unwetter, extremes Unwetter. Abgerufen am 04.10.2026. ↑
- Verbraucherzentrale Bundesverband: Grundhochwasser: die unterschätzte Gefahr. Stand 14.08.2026, Abschnitte zu Entstehung, Schutz und Versicherung. Abgerufen am 04.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
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