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Motorpumpe oder Notstromaggregat im Keller: Wann droht Kohlenmonoxid?

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Die Antwort in Kürze

Pumpen und Notstromaggregate mit Verbrennungsmotor dürfen nie in geschlossenen Räumen laufen, auch nicht in Keller, Garage oder Werkstatt.[1] Ihr Abgas enthält Kohlenmonoxid, ein unsichtbares und geruchloses Gas, das bei zu hoher Konzentration im Körper innerhalb weniger Minuten tödlich wirkt.[2] Ein Notstromaggregat gehört bei Hochwasser in den Außenbereich,[3] und wer eine Vergiftung vermutet, verlässt das Haus und wählt den Notruf 112.[2]

Bevor eine Pumpe läuft: Strom und Wasserstand

Steht Wasser im Keller, wird der Strom für den nassen Bereich an der Sicherung abgeschaltet, denn ein ausgeschalteter Lichtschalter lässt die Leitung unter Spannung. Ist der Sicherungskasten selbst nass geworden oder steht er im Wasser, betritt niemand mehr den Raum, Hilfe holen dann Feuerwehr oder örtlicher Netzbetreiber. Während das Wasser noch steigt, bleibt der Keller ganz gesperrt, auch für den Versuch, dort eine Pumpe aufzustellen.

Der Netzbetreiber Bonn-Netz rät, in einem überfluteten Gebäude jede elektrische Anlage so zu behandeln, als stünde sie unter Spannung, selbst wenn aus dem Netz keine Spannung anliegt, und geflutete Räume nicht zu betreten.[4] Bei Hochwasser stellt der örtliche Netzbetreiber nach EnBW die Stromversorgung betroffener Abschnitte in der Regel vorsorglich ein, damit auch Einsatzkräfte keinen Stromschlag bekommen.[3] Wer dann ohne Netzstrom pumpen will, greift zur Motorpumpe oder zum Aggregat, und damit beginnt die zweite Gefahr.

Was Kohlenmonoxid im Körper anrichtet

Kohlenmonoxid entsteht nach der Aktion Das Sichere Haus (DSH), wenn Holz, Erdöl, Kohle oder Erdgas unvollständig verbrennen oder zu wenig Sauerstoff vorhanden ist.[2] Jedes Gerät, das solche Stoffe verbrennt, kann das Gas ausstoßen, vom Kamin über die Gastherme bis zum Grill.[2] Für Motoren gilt dasselbe: Der Oberösterreichische Zivilschutz nennt die Abgase von Verbrennungsmotoren ausdrücklich als Quelle.[1] Bei einem Hochwasserschaden laufen solche Motoren oft über Stunden, weil der Netzstrom im Keller abgeschaltet bleibt.

Über die Atemwege gelangt das Gas ins Blut und besetzt dort den Platz, an dem das Hämoglobin sonst Sauerstoff bindet.[2] Der Körper wird schlechter mit Sauerstoff versorgt, und bei zu hoher Konzentration endet das nach der DSH innerhalb weniger Minuten tödlich.[2] Tückisch ist, dass sich Kohlenmonoxid nur langsam in der Luft anreichert und kaum zu bemerken ist, und dass es sogar durch Wände dringt, etwa aus einer Therme im Keller in die Räume darüber.[2] Im überfluteten Keller kommt diese Gefahr zu der von Wasser und Strom hinzu, und beide sind nicht zu sehen.

Pumpe und Aggregat gehören ins Freie

Geräte mit Verbrennungsmotor, also Notstromaggregate und Pumpen, dürfen nach dem Oberösterreichischen Zivilschutz niemals in geschlossenen Räumen betrieben werden, ausdrücklich auch nicht in Garagen, Kellern oder Werkstätten.[1] Die DSH zählt das Benutzen von Benzingeneratoren in Innenbereichen zu den typischen Fehlern, durch die Menschen Kohlenmonoxid einatmen.[2] Ein offenes Kellerfenster macht aus dem Keller keinen Außenbereich.

Auch der Energieversorger EnBW rät, ein Notstromaggregat bei Hochwasser unbedingt im Außenbereich aufzustellen.[3] Wählen Sie einen trockenen Platz über dem Wasserstand und richten Sie das Gerät so aus, dass die Abgase nicht durch Fenster, Türen oder Lichtschächte ins Haus ziehen. Schlauch und Kabel lassen sich ins Gebäude führen, der Motor bleibt draußen. Auch bei unseren Sofortmaßnahmen im überfluteten Keller bleibt jeder Verbrennungsmotor vor dem Haus.

Dasselbe Prinzip betrifft alles, was nach dem Wasserschaden mit einer Flamme heizt. Die DSH nennt Heizpilze in Innenräumen als typischen Fehler.[2] Folgerichtig betrifft das auch einen gasbetriebenen Bauheizer, mit dem jemand den nassen Keller aufheizen will, denn auch er verbrennt Gas und kann damit Kohlenmonoxid ausstoßen.[2]

Woran Sie eine Vergiftung erkennen

Die Anzeichen sind unspezifisch: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Kurzatmigkeit, besonders wenn mehrere Personen im selben Raum zugleich darüber klagen.[2] Auch beschlagene Scheiben nennt die DSH als möglichen Hinweis auf zu viel Kohlenmonoxid in der Raumluft.[2] Der Oberösterreichische Zivilschutz rät, bei ähnlichen Beschwerden mehrerer Personen und bei auffälligem Verhalten von Haustieren an das Gas zu denken.[1]

Weil die Beschwerden harmlosen Erkrankungen ähneln, wird eine Kohlenmonoxidvergiftung nach dem Zivilschutz oft nicht oder sehr spät erkannt.[1] Wer nach Stunden neben einer laufenden Motorpumpe Kopfschmerzen bekommt, schreibt das besser nicht der Anstrengung zu, geht sofort an die frische Luft und holt Hilfe.

Verdacht auf Kohlenmonoxid: so handeln Sie

  1. Alle verlassen den Keller und möglichst das ganze Haus, Fenster und Türen werden auf dem Weg nach draußen geöffnet.[2][1]
  2. Wählen Sie den Notruf 112 und sagen Sie dazu, dass Kohlenmonoxid im Spiel sein kann.[2][1]
  3. Schalten Sie die Quelle nur ab, wenn Sie dafür nicht in den Raum mit dem laufenden Motor zurückmüssen.
  4. Leisten Sie Erste Hilfe an der frischen Luft und überlassen Sie das Betreten eines Kellers voller Abgase der Feuerwehr.

Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung ist nach der DSH die direkte Gabe von Sauerstoff notwendig, um das Risiko bleibender Schäden zu verringern.[2] Auch wer sich draußen schnell besser fühlt, gehört darum in ärztliche Hände.

Ein CO-Melder warnt, bevor Sie etwas merken

Für den Haushalt empfiehlt die DSH Kohlenmonoxid-Warnmelder nach der Euronorm EN 50291: Sie messen den Wert dauernd und schlagen Alarm, wenn ein Grenzwert eine bestimmte Zeit lang überschritten ist.[2] Weil das Gas eine ähnliche Dichte hat wie Raumluft und sich gleichmäßig verteilt, gehört der Melder in etwa 1,5 bis 2 Meter Höhe an die Wand, mit rund zwei Metern Abstand zu Verbrennungsgeräten und weder hinter Möbeln noch direkt neben einem Fenster.[2]

Ein Rauchmelder ersetzt ihn nicht: Er reagiert nicht auf Kohlenmonoxid, und ein CO-Melder warnt seinerseits nicht vor einem Brand.[2] Wer bei Hochwasser oder Stromausfall mit Aggregat, Pumpe oder Heizgerät arbeitet, hat mit einem batteriebetriebenen Melder eine zusätzliche Sicherung, die auch ohne Netzstrom funktioniert.

Nach dem Abpumpen: Elektrik prüfen lassen

Ist das Wasser draußen, bleibt der Strom im betroffenen Bereich aus, bis eine Fachkraft entschieden hat. Der VDE verlangt, dass elektrische Anlagen, Geräte und Sicherungen nach einer Überschwemmung vor der Inbetriebnahme auf jeden Fall von einem Fachbetrieb auf Defekte geprüft werden.[5] Stark beeinträchtigte Geräte sollten nach dem Verband durch neue ersetzt werden, und den Hausanschluss lassen Sie vom örtlichen Energieversorger überprüfen.[5]

Für die Trocknung danach kommen Geräte mit Elektroantrieb zum Einsatz, die keine Abgase erzeugen. Wir stellen sie erst auf, wenn die Elektrik im nassen Bereich geprüft ist und die Stromversorgung sicher geführt werden kann.

Häufige Fragen

Reicht es, Kellerfenster und Tür offen zu lassen, während die Benzinpumpe läuft?

Nein. Der Oberösterreichische Zivilschutz nennt Keller, Garagen und Werkstätten ausdrücklich als Orte, an denen Geräte mit Verbrennungsmotor nie laufen dürfen.[1] Ein offenes Fenster macht den Raum nicht zum Außenbereich: Die Pumpe steht draußen, nur der Schlauch führt hinein.

Riecht man Kohlenmonoxid?

Nein. Kohlenmonoxid ist nach der Aktion Das Sichere Haus geruchlos, geschmacklos und unsichtbar.[2] Verlassen Sie sich nicht auf die Nase, ein Warnmelder nach EN 50291 misst das Gas dauerhaft.[2]

Wohin stelle ich das Notstromaggregat bei Hochwasser?

Ins Freie: EnBW rät, ein Notstromaggregat bei Hochwasser unbedingt im Außenbereich aufzustellen.[3] Der Platz liegt am besten trocken über dem Wasser und so, dass die Abgase nicht ins Haus ziehen.

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Belege

Quellen

  1. Oberösterreichischer Zivilschutz (Land Oberösterreich): Der aktuelle Selbstschutztipp: Kohlenmonoxid, tödliche Gefahr. Tipps zur Vermeidung von Kohlenmonoxid-Unfällen, mögliche Warnhinweise, Verhalten bei Verdacht auf einen CO-Austritt. Abgerufen am 08.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
  2. Aktion Das Sichere Haus (DSH): Kompaktinfo Kohlenmonoxid / Kohlenstoffmonoxid. Stand Frühjahr 2018, Abschnitte Entstehung, Wirkung, Erkennen, Vorbeugen, CO-Melder und Verhalten bei Verdacht. Abgerufen am 08.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15↑16↑17↑18↑19↑20
  3. EnBW Energie Baden-Württemberg AG: Strom, Heizung und Co: Worauf Sie bei Hochwasser achten müssen. Abschnitt zu Strom und Stromausfall bei Hochwasser. Abgerufen am 08.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
  4. Bonn-Netz GmbH: Hochwassermaßnahmen. Abschnitt 2, Während der Überflutung, Stand 30.07.2018. Abgerufen am 08.10.2026. ↑
  5. VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.: Elektronik und Hochwasser: Was ist zu beachten? Abschnitt nach einer Hochwassersituation oder Überschwemmung. Abgerufen am 08.10.2026. ↑1↑2
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