Außenwasserhahn
Auch: Außenentnahmestelle, Außenzapfstelle, Gartenwasserhahn
Ein Außenwasserhahn, fachlich Außenentnahmestelle, stellt Trinkwasser im Außenbereich bereit, meist für die Gartenbewässerung.[1] Weil Armatur und Zuleitung an oder in der Außenwand liegen, ist er frostgefährdet: Eine gewöhnliche Armatur wird im Winter abgesperrt und entleert, eine frostsichere entleert sich beim Schließen selbst, solange draußen kein Schlauch angeschlossen ist.[1][2]
So friert die frostsichere Außenarmatur trotzdem ein
Schematische Darstellung einer Außenwand im Schnitt mit frostsicherer Außenarmatur: Ventil innen im beheizten Raum, Ventilrohr durch die Wand, Handrad und Auslauf im verschneiten Garten mit angeschlossenem Schlauch, Eis im Rohr und feuchte Stelle am Sockel. Die Nummern folgen dem Weg vom Ventil bis zum Rat für den Herbst.
- Ventil innen im Warmen: Bei einer frostsicheren Außenwandarmatur liegt der mit Wasser gefüllte Bereich innerhalb des Gebäudes. Im Beispiel des DVGW gehören Absperrventil, Rohrbelüfter und ein eingebauter Rückflussverhinderer dazu, der das Trinkwasser vor dem Gartenschlauch schützt.
- Rohr durch die Wand, leert sich: Das Ventilrohr führt durch die Wand nach draußen und liegt im frostgefährdeten Bereich. Beim Schließen des Ventils entleert es sich konstruktionsbedingt von selbst, darum muss die Armatur im Winter weder entleert noch abgesperrt werden.
- Schlauch dran: Rohr bleibt voll: Das Entleeren funktioniert nur, wenn draußen kein Gartenschlauch angeschlossen ist. Schon eine aufgeschraubte Schlauchtülle genügt, um die Frostsicherheit zunichtezumachen.
- Eis sprengt die Verschraubung: Im untersuchten Fall war das verchromte Ventilrohr am inneren Ende um 0,7 Millimeter aufgeweitet, die O-Ring-Dichtung hatte gelitten. Solche Schäden entstehen durch den hohen Innendruck des gefrierenden Wassers.
- Wasser innen am Sockel: Weil die undichte Stelle in der Wand liegt, zeigt sich der Schaden erst innen: feuchte Stellen an der Innenseite der Außenwand, aufgequollene Sockelleisten oder Flecken an der Kellerdecke, oft erst im Frühjahr.
- Im Herbst: Schlauch ab: Vor dem ersten Frost kommen Gartenschlauch, Tüllen, Kupplungen und Spritzen ab. Führt die Zuleitung durch einen unbeheizten Raum, wird sie trotz frostsicherer Armatur entleert.
Aufbau einer Außenentnahmestelle
Die Außenentnahmestelle besteht nach dem DVGW aus einem Wasserhahn, fachlich Auslaufventil, mit einer Schlauchverschraubung, und dient vor allem der Bewässerung des Gartens.[1] In öffentlich zugänglichen Bereichen, etwa in Vorgärten, sollte sie zusätzlich verschließbar oder von innen absperrbar sein, damit niemand unbefugt Wasser entnimmt.[1]
Die Stichleitung zur Außenarmatur ist so kurz wie möglich auszuführen, und kurz hinter ihrem Abzweig sollte eine stark genutzte Entnahmestelle liegen, damit möglichst wenig Wasser in der Leitung steht.[1] Wird der Hahn nur gelegentlich benutzt, sollte das Wasser in der vorgeschalteten Leitung nach dem DVGW spätestens einmal pro Woche ausgetauscht werden, und wer ihn selten nutzt, sieht ihn sich spätestens nach sechs Monaten genauer an.[1] Am besten werden Entnahmearmaturen täglich benutzt, dann ergibt sich die regelmäßige Kontrolle von selbst.[1]
Schutz des Trinkwassers am Gartenschlauch
Für den normalen Gebrauch mit einem frei geführten Gartenschlauch, oft mit Schlauchwagen und Brause, reicht nach dem DVGW eine herkömmliche Absicherung.[1] Die im Beispiel des DVGW gezeigte frostsichere Außenarmatur hat dafür eine Sicherungskombination aus Absperrventil, Rohrbelüfter für Schlauchanschlüsse und einem eingebauten, nicht kontrollierbaren Rückflussverhinderer.[1]
Für anspruchsvollere Anwendungen, etwa einen Hochdruckreiniger oder eine unterirdische Beregnungsanlage, muss ein Fachunternehmen die Absicherung eigens bewerten, und es kann ein Rohrtrenner mit kontrollierbarer Mitteldruckzone nötig werden, ein sogenannter Systemtrenner.[1] Die in der Außenarmatur eingebaute Sicherungskombination wird alle zwölf Monate gewartet, und einbauen, reparieren und ausbauen darf sie nur ein zugelassener Fachbetrieb.[1]
Frostschutz: entleeren oder frostsicher bauen
Friert Wasser ein, dehnt es sich aus, und Armaturen und Rohre, die nicht frostsicher sind, würden beschädigt und platzen, deshalb müssen sie nach dem DVGW in den frostgefährdeten Jahreszeiten entleert und zusätzlich abgesperrt werden.[1] Frostsichere Außenarmaturen sind so gebaut, dass der mit Wasser gefüllte Bereich innerhalb des Gebäudes liegt, und sie müssen im Winter weder entleert noch abgesperrt werden.[1] Auch eine Gartenleitung und Außendusche gehören vor dem Frost zu den Leitungen, die abgesperrt und leer sein müssen.
Außen liegende Wasserhähne zählt der Gesamtverband der Versicherer ausdrücklich zu den besonders gefährdeten Stellen eines Hauses.[3] Im Mittel registrieren die Versicherer nach dem Verband jedes Jahr etwa 25.000 Leitungswasserschäden, die auf Frost zurückgehen.[3]
Nach der Verbraucherinformation Garten des DVGW und dem IFS-Schadenbericht vom 09.12.2024.[1][2]
Warum die frostsichere Armatur trotzdem friert
Bei einer frostsicheren Außenwandarmatur liegt das Ventil im beheizten Haus, das Ventilrohr führt durch die Wand nach draußen und liegt damit im frostgefährdeten Bereich.[2] Weil es sich beim Schließen des Ventils konstruktionsbedingt selbst entleert, kann eigentlich kein Frostschaden entstehen, das funktioniert nach dem IFS aber nur, wenn draußen kein Gartenschlauch angeschlossen ist, der das Entleeren verhindert, und schon eine aufgeschraubte Schlauchtülle genügt, um die Frostsicherheit zunichtezumachen.[2]
Leitungswasserschäden an frostsicheren Außenwasserhähnen häufen sich derzeit nach den Gutachtern des Instituts, und die Ursache ist in der Regel ein einfaches Versäumnis.[2] In einem noch keine drei Jahre alten Reihenhaus zeigte sich ein Wasserschaden an der Kellerdecke im Bereich der Treppe, und die Leckageortung führte zur Außenwandarmatur, deren Verschraubung zwischen Ventilrohr und angeschlossenem Kupferrohr undicht war.[2]
Im Labor zeigte sich, dass das verchromte Ventilrohr, das im eingebauten Zustand in der Wand liegt, am inneren Ende um 0,7 Millimeter aufgeweitet war, die O-Ring-Dichtung hatte gelitten, und unter dem Mikroskop waren Längsrisse in der Chromschicht zu sehen.[2] Vorgesehen war ein Außendurchmesser von 27 Millimetern, und wegen der Aufweitung im Bereich des Gewindes war die Verbindung zum Anschlussstück undicht geworden, zumal die O-Ring-Dichtung auf dem Anschlussstück bei der Schadenentstehung beschädigt worden war und nicht mehr abdichtete.[2] Solche Schäden entstehen durch einen sehr hohen Innendruck und damit durch Frost, und im beschriebenen Fall hatten die Bewohner vergessen, die Schlauchtülle vom Außenwasserhahn abzuschrauben.[2]
Richtig eingebaut und benutzt halten frostsichere Außenwandarmaturen nach dem IFS in der Regel, was sie versprechen.[2] Weil die undichte Stelle in der Wand liegt, bleibt der Schaden aber oft lange unbemerkt und zeigt sich erst, wenn Wasser an der Innenseite der Wand, im Sockel oder an einer Decke darunter ankommt. Ist ein Rohr eingefroren und in der Wand gerissen, hilft darum oft erst eine Ortung, die Stelle zu finden.
Den Außenwasserhahn winterfest machen
Vor dem ersten Frost gehört der Gartenschlauch ab, mit allen Tüllen, Kupplungen und Spritzen, und bei einem gewöhnlichen Außenhahn wird die Zuleitung innen abgesperrt und der Hahn draußen geöffnet, bis kein Wasser mehr kommt. Hat das Absperrventil eine Entleerung, läuft über sie das Restwasser aus dem Leitungsstück zwischen Ventil und Hahn.
Auch eine frostsichere Armatur schützt nur, wenn ihre Zuleitung in einem beheizten Bereich liegt. Führt die Leitung durch eine unbeheizte Garage oder einen kalten Anbau, wird sie im Winter entleert wie jede andere Außenleitung. Im Frühjahr zeigt ein kurzer Blick nach dem ersten Öffnen, ob Hahn und Wand trocken bleiben.
Gartenwasserzähler am Außenwasserhahn
Wer einen größeren Garten bewässert, kann in Hamburg mit einem zusätzlichen privaten Wasserzähler die Abwassergebühren für das Gartenwasser sparen, und als Nachweis ist nach HAMBURG WASSER eine Messung mit einem solchen Zähler erforderlich.[4] Einbauen lassen muss man ihn von einem Installateurbetrieb, der bei einem Wasserversorger zugelassen ist, der Zähler muss geeicht sein, und ein Vergleich mit dem Verbrauch der Vorjahre genügt als Nachweis nicht.[4]
Weil Einbau und Betrieb eines Zählers Kosten verursachen, lohnt sich ein Gartenwasserzähler nach dem Versorger in der Regel ab etwa 20 Kubikmetern Gartenwasser im Jahr, und in einigen Umlandgemeinden gelten gesonderte Regeln.[4] Wie das außerhalb Hamburgs geregelt ist, sagt der örtliche Versorger oder die Gemeinde. Nach der Anmeldung wird der Gartenwasserzähler in Hamburg mit der Jahresabrechnung zusammen mit den anderen Zählern abgelesen und berücksichtigt, und die abzusetzende Menge rechnet der Versorger ab dem Tag des Einbaus, auch wenn die Bearbeitung im Hochsommer länger dauert.[4] Nur in Ausnahmefällen gibt es eine gesonderte Erstattung, für die jedes Jahr ein Antrag für das vergangene Kalenderjahr gestellt werden muss.[4]
Wasser im Sommer, Schaden aus dem Winter
Feuchte Stellen an der Innenseite einer Außenwand, aufgequollene Sockelleisten oder Flecken an der Kellerdecke im Frühjahr führen uns bei der Suche nach der Schadensursache oft zum Außenwasserhahn. Wir prüfen die Armatur und ihre Zuleitung unter Druck und sehen nach, ob ein Schlauch oder eine Kupplung über den Winter angeschlossen war.
Den Tausch der Armatur übernimmt der Installateur, die durchfeuchtete Wand trocknen wir und messen nach, bis sie wieder trocken ist. Wo eine alte, nicht frostsichere Armatur sitzt, raten wir beim Tausch zu einer frostsicheren Bauart mit innen liegendem Ventil. Die Zuleitung sollte dann durch einen beheizten Raum laufen, und der Schlauch wird im Herbst abgeschraubt, sonst hilft auch die frostsichere Armatur nicht.
24h-Notruf, auch am Wochenende und an Feiertagen
Wasser im Haus? Rufen Sie jetzt an.
Wir klären die Lage am Telefon und kommen zur Schadensaufnahme.
Belege
Quellen
- DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches: Verbraucherinformation Trinkwasser-Installation: Garten. Abschnitt Außenentnahmestelle. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14
- Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): Damit die frostsichere Armatur vor Frost sicher ist. Schadenbericht vom 09.12.2024. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Versicherer warnen vor Frostschäden: 140 Millionen Euro Schaden pro Jahr durch geplatzte Leitungen. Medieninformation, zuletzt aktualisiert 06.01.2026. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2
- HAMBURG WASSER: Gartenwasserzähler: Wasserzähler für Gartenbewässerung. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
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