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Frostschaden: Eispfropf in der Leitung der kalten Abseite, Druck bis zum aufgeplatzten Durchlauferhitzer, Wasser auf dem Boden und Thermostat auf der Schneeflocke

Frostschaden

Ein Frostschaden an der Wasserinstallation entsteht, wenn Wasser in Rohren, Armaturen oder Geräten gefriert und die Installation dabei beschädigt.[1] Die Schadenstelle ist meist nicht der Eispfropf selbst: Er lässt den Druck in der Leitung steigen, bis an einer schwachen Stelle eine Verbindung aufgeht, eine Armatur bricht oder ein Gerät platzt.[2]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

So sprengt Frost eine Leitung

Frostschaden, Funktionsweise: Haus im Schnitt mit unbeheizter Abseite, Wasserleitung mit Eispfropf, Druckpfeilen bis zum aufgeplatzten Durchlauferhitzer im Bad, spritzendem Wasser und Lache, Thermometer unter null und durchgestrichenem Thermostat auf der Schneeflocke

Schematische Darstellung eines Hauses im Schnitt mit unbeheizter Abseite, Wasserleitung mit Eispfropf, Druckpfeilen bis zum aufgeplatzten Durchlauferhitzer im Bad, spritzendem Wasser und Lache, Thermometer unter null und durchgestrichenem Thermostat auf der Schneeflocke. Die Nummern folgen vom Pfropf über Druck und Bruch zu den Ursachen und zum Tauwetter.

  1. Eispfropf sperrt die Leitung: Sinken die Temperaturen über Tage unter null, gefriert stehendes Wasser in Leitungen, vor allem in wenig oder gar nicht beheizten Bereichen wie Kellern, Gästezimmern, Garagen und Gartenhäusern. In der Leitung durch die Abseite bildet sich der Eispfropf.
  2. Druck steigt vor dem Pfropf: Der Schaden entsteht gewöhnlich nicht dort, wo sich der Pfropf gebildet hat. Er verursacht einen Druckanstieg in der eingesperrten Wassersäule, und an einer schwachen Stelle gibt die Installation nach.
  3. Bruch an der schwachen Stelle: Im Schadenbeispiel des IFS wurden die Kunststoffschalen eines Durchlauferhitzers im Obergeschoss von innen auseinandergedrückt. Ebenso kann eine Verbindung aufgehen, eine Armatur brechen oder ein Gerät platzen.
  4. Flocke schützt nur den Heizkörper: Die Schneeflocke am Thermostatventil lässt den Heizkörper warm werden, wenn es am Ventil unter etwa 6 °C kalt wird, und hält die Heizung frostfrei. Mit der Trinkwasserinstallation hat das nichts zu tun, deshalb ist das Symbol durchgestrichen.
  5. Abseite unbeheizt: unter null: Ist es am Ventil im Bad noch 6 °C warm, kann die Temperatur in der Abseite nebenan, durch die Leitungen laufen, längst unter null liegen. Das Thermometer im kalten Raum zeigt es, und die Beheizung muss zum Gebäude passen.
  6. Bei Tauwetter läuft es aus: Die Schäden zeigen sich oft erst bei Tauwetter, wenn das Eis schmilzt und Wasser durch die gebrochene Stelle austritt. Dann läuft es aus dem Riss und sammelt sich als Lache auf dem Boden.

Wie Frost eine Leitung sprengt

Sinken die Temperaturen über mehrere Tage unter null Grad, droht stehendes Wasser in Leitungen nach dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zu gefrieren und Rohre zu sprengen, vor allem in wenig oder gar nicht beheizten Bereichen wie Kellern, Gästezimmern, Garagen und Gartenhäusern.[1] Auch außen liegende Wasserhähne zählen zu den besonders gefährdeten Stellen.[1] Anfang 2026 warnte der Verband, eine Kältewelle mit Dauerfrost und zweistelligen Minusgraden erhöhe das Risiko für geplatzte Leitungen erheblich.[1]

Nach einem Schadenbericht des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung entsteht der Schaden gewöhnlich nicht dort, wo sich der Eispfropf gebildet hat: Er verursacht einen Druckanstieg, und an einer schwachen Stelle gibt die Installation nach.[2] Im beschriebenen Fall wurden die Kunststoffschalen eines Durchlauferhitzers im Obergeschoss eines Einfamilienhauses von innen auseinandergedrückt.[2] Der Mieter nutzte das Haus nur an Wochenenden und hatte die Thermostate vor jeder Abreise auf das Frostschutzsymbol gestellt.[2] Ist ein Rohr eingefroren, liegt die schadhafte Stelle darum nicht zwingend am kältesten Punkt der Leitung.

Anhaltende Stromausfälle erhöhen nach dem Verband das Risiko erheblich, weil Beheizung und Zirkulation ausfallen.[1] Die Schäden zeigen sich oft erst bei Tauwetter, wenn das Eis schmilzt und Wasser durch die gebrochene Stelle austritt.[1] Eine Leckageortung zeigt dann, an welcher Stelle die Installation nachgegeben hat.

Frost und Frostschäden in Zahlen

Frostbedingte Leitungswasserschäden verursachen nach dem Gesamtverband im Schnitt rund 25.000 versicherte Schadenfälle im Jahr und Schäden von jährlich rund 140 Millionen Euro.[1] Der Deutsche Wetterdienst zählt Frostschäden an Sachen, etwa an Gebäuden, Straßen und Überlandleitungen, ausdrücklich zu den Folgen von Frost.[3]

Ein Frosttag ist nach dem Deutschen Wetterdienst ein Tag, an dem das Minimum der Lufttemperatur unter dem Gefrierpunkt liegt, unabhängig vom Tageshöchstwert.[3] Die Stärke des Frosts stuft der Wetterdienst in vier Bereiche ein, von leichtem Frost bis minus 5 °C bis zu sehr strengem Frost unter minus 15 °C.[3] Die Zahl der Frosttage ist damit mindestens so groß wie die Zahl der Eistage, an denen durchgehend Frost herrscht, und nach der Zahl der Eistage bemisst der Wetterdienst in erster Linie, wie streng ein Winter war.[3]

Frostintensität nach dem Deutschen Wetterdienst
Bezeichnung Lufttemperatur
leichter Frost unter 0 °C bis einschließlich minus 5 °C
mäßiger Frost unter minus 5 °C bis einschließlich minus 10 °C
strenger oder starker Frost unter minus 10 °C bis einschließlich minus 15 °C
sehr strenger oder sehr starker Frost unter minus 15 °C

Nach dem Wetter- und Klimalexikon des Deutschen Wetterdienstes, Stichwort Frost.[3]

Das Frostschutzsymbol schützt die Heizung, nicht das Trinkwasser

Viele verlassen sich auf die Schneeflocke am Thermostatventil. Sie bedeutet nach dem IFS, dass der Heizkörper warm wird, wenn die Temperatur am Ventil unter einen bestimmten Wert fällt, üblicherweise 6 °C, und sie soll die Heizung frostfrei halten.[2] Mit der Trinkwasserinstallation hat diese Einstellung nach dem Institut grundsätzlich nichts zu tun: Ist es am Ventil im Bad noch 6 °C warm, kann die Temperatur in einer Abseite nebenan, durch die Leitungen laufen, längst unter null liegen.[2]

Auch der Gesamtverband warnt, die Frostschutzfunktion am Heizkörper schütze nur das Gerät selbst, nicht weiter entfernte Leitungsabschnitte, und empfiehlt, Heizkörper auf mittlerer Stufe zu betreiben.[1] Ein Gebäude muss nach dem IFS ausreichend beheizt werden, und weil Installationen verschieden sind, muss die Beheizung zum Gebäude passen: Eine Etagenwohnung in einem voll bewohnten Mehrfamilienhaus ist während eines Skiurlaubs mit der Frostschutzeinstellung wahrscheinlich geschützt, die Leitung in einem Einfamilienhaus kann schon über ein Wochenende einfrieren.[2]

Frostschäden vorbeugen

Vor dem Winter sollten Wasserleitungen in unbeheizten Räumen, an Außenwänden und im Garten nach dem Gesamtverband abgesperrt und vollständig entleert werden, auch das Restwasser muss ablaufen.[1] Wie sich Wasserleitungen entleeren lassen, hängt davon ab, ob an den tiefsten Punkten Entleerungshähne sitzen. Freiliegende Rohre in Kellern, Garagen oder Gartenhäusern lassen sich dämmen, eine Dämmung verhindert das Einfrieren aber nicht, wenn das Wasser in der Leitung steht und nicht zirkuliert.[1]

Undichte Türen, Fenster und Kellerschächte sollten abgedichtet und Kellerfenster bei Frost geschlossen gehalten werden, und alle Bewohner sollten wissen, wo der Haupthahn ist.[1] Auch selten genutzte Räume sollten durchgehend beheizt werden, Raumtemperaturen nahe oder unter dem Gefrierpunkt sind zu vermeiden, und in leer stehenden Häusern sollte die Heizung laufen und das Haus regelmäßig kontrolliert werden, etwa von Nachbarn oder der Hausverwaltung.[1]

Heikel sind nach dem IFS generell die Phasen, in denen ein Haus nicht genutzt wird.[2] Steht ein Haus im Winter leer, gehören die Kontrollen schriftlich geregelt und festgehalten, und für nicht genutzte Gebäude sehen Versicherungsverträge eigene Pflichten vor, die der Begriff Obliegenheit beschreibt.

Wenn eine Leitung eingefroren oder geplatzt ist

Eingefrorene Leitungen dürfen nach dem Gesamtverband keinesfalls mit offener Flamme oder einer Heißluftpistole aufgetaut werden, das ist lebensgefährlich und erhöht die Brandgefahr, und es sollten Fachbetriebe beauftragt werden.[1] Auch die Verbraucherzentralen raten, gefrorene Rohre nur von einem Fachbetrieb auftauen zu lassen.[4]

Ist ein Rohr geplatzt, sollten Betroffene das Wasser abstellen, bei Bedarf den Strom unterbrechen, den Schaden fotografieren und umgehend die Versicherung informieren.[1] Den Haupthahn zu schließen, ist nach den Verbraucherzentralen bei jedem Leitungswasserschaden der erste Schritt.[4] Weil der Bruch oft erst beim Auftauen Wasser verliert, lohnt es sich, nach einer Frostnacht Keller, Hausanschluss und frostgefährdete Räume zu kontrollieren, bevor das Eis schmilzt.

Frostschaden und Versicherung

Versichert sind in der Wohngebäudeversicherung nach den Verbraucherzentralen auch Rohrbrüche durch Frost innerhalb und außerhalb von Gebäuden sowie Frostschäden an Installationen wie Badeeinrichtungen, Waschbecken, Spülklosetts, Armaturen und Heizkörpern.[4] Zusätzlich lassen sich nach derselben Quelle Bruchschäden an innen verlaufenden Regenfallrohren und an Zuleitungen außerhalb des Versicherungsgrundstücks versichern.[4] Gebäudeschäden durch geplatzte Leitungen übernimmt nach dem Gesamtverband in der Regel die Wohngebäudeversicherung, beschädigte Möbel, Teppiche oder Elektrogeräte die Hausratversicherung, vorausgesetzt, das Wasser stammt aus einer fest installierten Leitung und die Sorgfaltspflichten wurden eingehalten.[1]

Was geschieht, wenn Sorgfaltspflichten verletzt wurden, etwa weil ein leeres Haus im Winter weder beheizt noch entleert war, beschreiben die Begriffe grobe Fahrlässigkeit und Quotelung.

Wie wir nach einem Frostschaden vorgehen

Nach einem Frostschaden suchen wir nicht nur die eine Stelle, die gerade tropft. Weil der Druck an der schwächsten Stelle nachgibt, prüfen wir alle Leitungen im betroffenen Bereich, auch Heizkörper, Armaturen, Außenwasserhähne und Geräte, und setzen die Installation danach unter Druck, bevor wir Wände und Böden schließen. Leitungen in Abseiten, Dachschrägen und Außenwänden sehen wir uns dabei besonders an, und an frostsicheren Außenarmaturen prüfen wir, ob ein angeschlossener Schlauch das Entleeren verhindert hat.

Durchnässte Bauteile trocknen wir wie bei jedem Leitungswasserschaden, mit Messung zu Beginn und am Ende. Im Protokoll halten wir fest, in welchem Zustand Heizung, Thermostate, Fenster und Absperrungen vorgefunden wurden, denn danach fragt der Versicherer. Nach dem Auftauen messen wir auch Wände und Decken unter den betroffenen Leitungen, weil Wasser aus einer geplatzten Leitung in Abseiten und Zwischendecken lange unbemerkt bleiben kann. Ist nach einem Stromausfall die Heizung ausgefallen, prüfen wir auch Heizkörper und Heizungsleitungen, denn sie frieren genauso ein wie Trinkwasserleitungen.

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Belege

Quellen

  1. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Versicherer warnen vor Frostschäden: 140 Millionen Euro Schaden pro Jahr durch geplatzte Leitungen. Medieninformation, zuletzt aktualisiert 06.01.2026. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10↑11↑12↑13↑14↑15
  2. Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS): Die Frostschutz-Einstellung gewährleistet keinen Schutz. Schadenbericht vom 02.01.2017. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8
  3. Deutscher Wetterdienst (DWD): Wetter- und Klimalexikon: Frost, Frosttag, Frostschäden. Glossar E bis F. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5
  4. Verbraucherzentralen, Portal verbraucherzentrale.de: Wohngebäudeversicherung: für Hausbesitzer:innen ein absolutes Muss. Stand 10.08.2026, Abschnitte Welche Gefahren sind versichert und Was ist im Schadenfall zu beachten. Abgerufen am 24.09.2026. ↑1↑2↑3↑4
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