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Sockelabdichtung

Auch: Spritzwasserabdichtung

Die Sockelabdichtung ist der Teil der Bauwerksabdichtung am Fuß der Außenwand, der den mit Spritzwasser belasteten Streifen oberhalb des Geländes schützt und die erdberührte Abdichtung nach oben abschließt.[1][2] Sie gehört nach dem Anwendungsbereich von DIN 18533-1 zur Abdichtung erdberührter Bauteile, wird als Wasserbeanspruchungsklasse W4-E geplant und reicht im fertigen Zustand mindestens 15 cm über die Geländeoberkante.[3][4]

Andre Wengorra, Geschäftsführer der STMB24Von Andre Wengorra

Wo die Sockelabdichtung beginnt und endet

Der Sockel ist nach BauNetz Wissen der Übergang zwischen der erdberührten Kellerwand und der Fassade, und bis etwa 20 cm über der Geländeoberkante trifft dort Spritzwasser auf die Wand, das vom Boden, von Terrassen und von Wegen zurückprallt.[1] Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel rechnet den spritzwasserbelasteten Sockelbereich mit etwa 30 cm über dem Gelände und verlangt, die Bauwerksabdichtung mit 30 cm über der Geländeoberkante zu planen, damit sie nach Setzungen und Geländearbeiten im fertigen Zustand noch mindestens 15 cm über das Gelände hinausreicht.[2] Die Richtlinie der Deutschen Bauchemie ordnet den Sockel der Wassereinwirkungsklasse W4-E zu, die etwa 20 cm unter der Geländeoberkante beginnt und etwa 30 cm darüber endet.[4] Die Norm nennt diese Klassen seit der Ausgabe vom Juni 2026 Wasserbeanspruchungsklassen.[3]

Läuft bei Starkregen Wasser über einen undichten Sockel oder einen Lichtschacht in den Keller, schaltet man zuerst die Kellersicherung aus und geht erst dann hinunter, denn der Lichtschalter trennt die Steckdosen nicht vom Netz. Reicht das Wasser schon bis an den Sicherungskasten, bleibt der Keller verschlossen, die Feuerwehr oder der örtliche Netzbetreiber schalten ab, und in einen Keller, dessen Wasserstand noch steigt, geht niemand.

Die Sockelabdichtung in DIN 18533

DIN 18533-1 regelt die Abdichtung erdberührter Bauteile mit Bahnen und flüssig zu verarbeitenden Stoffen und nennt in ihrem Anwendungsbereich ausdrücklich das Spritzwasser am Wandsockel, nicht aber Bauteile aus wasserundurchlässigem Beton, für die die WU-Richtlinie gilt.[3] Die Ausgabe vom Juni 2026 ersetzt die Fassung vom Juli 2017 samt ihrer Änderung vom September 2018, führt die Riss- und Rissüberbrückungsklassen zusammen, benennt die bisherigen Wassereinwirkungsklassen in Wasserbeanspruchungsklassen um und enthält in Abschnitt 9 Vorgaben für Anschlüsse an Türen und Fenster mit einer Anschlusshöhe von mindestens 15 cm.[3]

Die Ausgabe umfasst 72 Seiten, und für den Hausbesitzer zählt weniger die Nummer der Norm als die Frage, ob die Abdichtung am Sockel überhaupt vorhanden ist und wie hoch sie reicht.[3] Wer ein Haus kauft, findet die Antwort in der Bauakte beim Abdichtungsplan oder gar nicht, und dann hilft nur das Freilegen einer Stelle am Sockel.

Das VDPM-Merkblatt von 2020 unterscheidet die damals so genannten Wassereinwirkungsklassen für Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser (W1-E), drückendes Wasser (W2-E) und Spritzwasser am Sockel (W4-E), heute die Wasserbeanspruchungsklasse W4-E, und für jede Klasse nennt die Norm geeignete Abdichtungsbauarten.[2][3] Welche Bauart für welche Klasse zugelassen ist, führt die Richtlinie der Deutschen Bauchemie in ihrer Tabelle 4 auf, und für die Rissüberbrückung nennt sie die Rissklassen R1-E mit Rissen bis 0,2 mm und R2-E mit Rissen bis 0,5 mm, nach dem Stand von 2018, denn die Norm hat Riss- und Rissüberbrückungsklassen seit 2026 zusammengeführt.[4][3]

Dichtschlämme, Bitumendickbeschichtung und Sockelputz

Für den Sockel kommen nach BauNetz Wissen mineralische Dichtschlämmen oder ein wasserabweisender Sockelputz in Frage, und die Sockelabdichtung muss die vertikale Abdichtung der Kellerwand um mindestens 10 cm überlappen, damit kein Wasser hinter die Abdichtung läuft.[1] Bei zweischaligem Mauerwerk liegt die Abdichtung danach an der Innenschale.[1]

Die Richtlinie der Deutschen Bauchemie zeigt in ihren Abbildungen 18 bis 21 Sockellösungen mit einer kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtung, die am Sockel in eine rissüberbrückende mineralische Dichtungsschlämme übergeht, mit dem Planmaß von 30 cm über Gelände, dem Fertigmaß von mindestens 15 cm, einer Überlappung von mindestens 10 cm und einem Abschluss von mindestens 5 cm hinter dem Sockelputz.[4] Eine Putzabdichtung auf dem Sockelputz ersetzt die Bauwerksabdichtung nach dem Merkblatt des Verbands nicht, sie schützt nur den Putz und reicht mindestens 5 cm über das Gelände, und als Sockelputz eignen sich Putze der Festigkeitsklassen CS III und CS IV nach DIN EN 998-1.[2]

Sockel bei Wärmedämmverbundsystemen

Bei einem Wärmedämmverbundsystem unterscheidet das Merkblatt den Perimeterbereich unterhalb des Geländes, in dem Dämmplatten mit Zulassung für den Erdkontakt auf der Bauwerksabdichtung sitzen, vom Sockelbereich darüber, und die Perimeterdämmung reicht bis zur Plattenhöhe unter die Geländeoberkante.[2] Dübel durch die Abdichtung sind danach erst ab 15 cm über dem Gelände zulässig, darunter werden die Platten nur geklebt, damit die Abdichtung nicht durchstoßen wird.[2]

Fehlt in der Planung die Angabe, wie Bauwerksabdichtung, Perimeterdämmung und Sockelputz zusammenkommen, meldet der ausführende Betrieb nach dem Merkblatt Bedenken nach § 4 Absatz 3 der VOB/B an, bevor er beginnt.[2] Am Sockel treffen mehrere Gewerke aufeinander, und jeder Anschluss, der nicht gezeichnet ist, wird auf der Baustelle entschieden, ohne Blick auf die Abdichtung darunter.

Die Reihenfolge am Sockel ist damit festgelegt: zuerst die Bauwerksabdichtung bis zum Planmaß, dann die Perimeterdämmung im Erdreich und die Sockeldämmplatten darüber, danach der Sockelputz mit seiner Putzabdichtung und zuletzt das Gelände mit Kiesbett und Gefälle.[2] Wird ein Schritt übersprungen, etwa weil das Pflaster vor dem Putz gelegt wird, endet die Abdichtung unter dem Pflaster, und das Spritzwasser trifft auf ungeschützte Dämmung und ungeschützten Putz.

Geländeanschluss und Gefälle

Das Merkblatt empfiehlt am Fuß der Fassade ein Kiesbett, das Spritzwasser aufnimmt, und ein Gefälle des Geländes weg vom Gebäude, damit Regenwasser nicht an der Wand steht.[2] Terrassen, Pflaster und Beete, die später höher angelegt werden als geplant, verringern die Höhe der Sockelabdichtung über dem Gelände, darum ist das Fertigmaß von mindestens 15 cm nach dem Merkblatt bei jeder späteren Außenanlage zu halten.[2] Auch Regenfallrohre, die neben dem Sockel ins Freie entwässern, und Rasensprenger, die gegen die Wand sprühen, belasten den Streifen über dem Gelände stärker als der Regen selbst.

Nimmt der Sockelputz Wasser auf oder endet die Abdichtung unter der Oberkante der Pflasterung, saugt sich die Wand mit Schmelz- und Spritzwasser voll, und Frost sprengt Putz und Anstrich ab. Abgeplatzter Sockelputz, Ausblühungen und dunkle Streifen knapp über dem Boden sind Zeichen dafür, dass die Abdichtung am Sockel fehlt oder zu tief endet. Ein Blick in den Lichtschacht und an die Kellertreppe zeigt dazu, ob die Abdichtung dort mit derselben Höhe weiterläuft oder an der Ecke endet.

Feuchte am Wandfuß messen und zuordnen

Ist die Kellerwand innen am Wandfuß feucht, messen wir die Feuchte in mehreren Höhen über der Sohle und vergleichen die Werte an der Außenwand mit denen an Innenwänden. Spritzwasser und ein undichter Sockel zeigen sich außen in einem Streifen knapp über dem Gelände, aufsteigende Feuchte aus fehlender Horizontalsperre innen gleichmäßig in der ganzen Wand, und ein Leck an einer Leitung an einer Stelle mit klarem Höchstwert.

Wir halten die Messwerte mit Fotos der Außenseite fest, damit der Abdichter weiß, wo die Sockelabdichtung erneuert werden muss und ob die vertikale Abdichtung darunter ebenfalls betroffen ist. Nach der Abdichtung begleiten wir die Trocknung der Wand mit Kontrollmessungen, bis die Werte den trockenen Vergleichsflächen entsprechen.

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Belege

Quellen

  1. BauNetz Wissen (Heinze GmbH): Sockel. Fachwissen Mauerwerk, Keller, Beitrag Sockel. Abgerufen am 20.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
  2. Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e. V. (VDPM): Merkblatt Ausführung von Sockelbereichen bei Wärmedämm-Verbundsystemen und Putzsystemen. Ausgabe August 2020, Abschnitte zu Sockelbereich, Wassereinwirkungsklassen, Perimeterbereich, Putzabdichtung, Dübelung und Geländeanschluss. Abgerufen am 20.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7↑8↑9↑10
  3. DIN Media GmbH: DIN 18533-1:2026-06, Abdichtung von erdberührten Bauteilen, Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze. Ausgabe 2026-06, Einführungsbeitrag, Ersatzvermerk und Änderungsvermerk. Abgerufen am 20.10.2026. ↑1↑2↑3↑4↑5↑6↑7
  4. Deutsche Bauchemie e. V.: Richtlinie für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit polymermodifizierten Bitumendickbeschichtungen (PMBC-Richtlinie). 4. Ausgabe Dezember 2018, Abschnitte zur Wassereinwirkungsklasse W4-E und zu den Rissklassen, Tabelle 4, Abbildungen 18 bis 21. Abgerufen am 20.10.2026. ↑1↑2↑3↑4
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